Wir reisen

..wenn´s momentan auch nur mit dem Finger auf der Landkarte sein kann – oder in der Erinnerung

Gerade, weil es für einen vernünftigen Menschen dieses Jahr mit reisen ja etwas mehr als kompliziert war und auch immer (hoffentlich nicht mehr lange) noch ist: Erinnert euch an die vergangenen Reisen und plant gleich die nächste mit ein. So ergibt das einen doppelten Gewinn.

Hoch hinaus

Im Rückspiegel fällt einem ja manchmal noch so einiges ein, was man vielleicht übersehen hat. Oder man sieht Orte und Plätze, die man gerne wiederbesuchen möchte. Ich z.B. denke gerne an die Alpen. Ist ja klar, wenn man am Meer wohnt zieht es einen in die Berge. Dort angekommen, hat man nach ein paar Tagen wieder Sehnsucht nach zuhause..

Je sorgfältiger man plant, desto unbeschwerter kann es dann losgehen. Immer, wenn es mich in die Berge zog, egal ob als Tourist oder zu Wettbewerben – ohne meinen „Denzel“ habe ich das Haus nicht verlassen. Und das ist wirklich keine Schleichwerbung. Wer es nicht ganz so komplex braucht, der findet ausser Hunderten „normalen“ Alpenführern vielleicht, im Netz noch für kleines Geld, eine ehemalige Jahresgabe des ADAC über 15 ausgewählte Panoramastrassen..

Der „Grosse Alpenstrassenführer“ erscheint im Harald Denzel Verlag in A-6020 Innsbruck und wird jährlich neu aufgelegt. Es sind über 400 Pässe und anfahrbare Höhepunkte zwischen Wien und Marseille, mit zu erwartenten angenehmen oder auch schwierigen Passagen, beschrieben. Einen Vorgeschmack geben rund 200 Fotos und über hundert Skizzen der empfohlenen oder auch machbaren Routen.

Am gewählten Ort ist es dann meist noch möglich, mit Hilfe von Drahtseilbahnen den Wolken noch ein Stück näher zu kommen.

und da ist man dem Himmel ganz nah

Über den, weil inzwischen ausgebauten und daher nicht mehr so schaurigen, Gavia Pass (meine Aufnahmen entstanden vor 30 Jahren..) gelangt man auf die Höhen der Adamello Brenta Gruppe, zum Croce Domini. Das Stilfser Joch hatte man ja schon passiert und vom „Croce“ geht es in Richtung Idro See und Ledro See, die beiden liegen etwas oberhalb des, den meisten Leuten eher bekannten, Garda Sees

Abwechslungsreich sind sie wirklich, die Alpenstrassen und -strässchen, abseits der bekannten Schnellverbindungen a´ la Brennerautobahn. Man muss nur suchen (oder im Denzel blättern, von dem gibt es jedes Jahr eine neue Ausgabe).

Bei einigen Rallyes fielen dann bei den legendären Sonderprüfungen auch hier oben, wie z.B. am Torri de Fraele, die Entscheidungen über Sieg oder Niederlage. Vorausgesetzt, man hatte überhaupt die vielen tornantis heil hinter sich gebracht. Heute gibt es solche Veranstaltungen aus bekannten Gründen ja kaum noch..

Und wer richtig hoch hinauf will, der parkt am Bonette Pass und steigt zu Fuss noch einmal rund 90 m höher. Der Col de la Bonette gehört zu den höchsten Alpenpässen überhaupt (ich weiss, da wird unterschieden zwischen Col und Cime..).

..über den Wolken

Was soll man eigentlich schon machen, wenn es mit dem reisen nicht so richtig klappt in diesem Jahr. Wenn die Flieger am airport parken und keine Starterlaubnis bekommen. Oder nur für ein paar, mit Billig Tickets angelockte, sich vielleicht mit Suizid Gedanken tragende, oder (eher wahrscheinlich) total gedankenlose Katastrophen Touristen, die als Versuchskaninchen dann am Ballermann die Biertemperatur testen dürfen..

Vor allen Dingen, wenn man bei der Rückkehr an der Grenze dann nicht auch noch des COVID 19 Schmuggels verdächtigt werden will. Obwohl, so ein Test kostet ja nichts. Heisst ja „all inclusive“..

Da l a s s e ich lieber fliegen. Und stelle fest, dass es zuhause auch ganz schön ist.

Natürlich wäre ich auch gerne selbst geflogen, aber für einen eigenen Heli hätte ich in meiner Jugend mehr ansparen müssen..

Wir wappnen uns..

Horrorhaus

Mecklenburg – Vorpommern wappnet sich für steigende Corona Zahlen und das Greifswalder Oberverwaltungsgericht verkennt offensichtlich die Situation. Es hat, auf Drängen der Kläger – nein, natürlich nach sachlicher und unabhängiger Prüfung ! – das Beherbergungsverbot teilweise gekippt. Geklagt hatten zwei (!) Hotelbetriebe. Unterstützt natürlich von ihrem Berufsverband DEHOGA. Klar, es geht um Umsatzeinbussen und Stornierungsaufwand. Das ist aber momentan auch in anderen Branchen so..

Die finanziellen Interessen der Hotelbetreiber und Gastronomen stehen also, nach Auffassung der unabhängigen Richter, über dem Wohl der Allgemeinheit. Gegen dieses Urteil sind ja die längst vergessenen Wohltaten (durchgesetzte Steuervorteile) einer bestimmten Partei, gegenüber der Hotelbranche, fast peanuts.. Und diese Partei hat wenigstens nie behauptet unabhängig zu sein.

Die Fallzahlen steigen, der Landes Corona Gipfel in Schwerin musste am Dienstagnachmittag unterbrochen werden – ein Mitarbeiter wurde positiv getestet und mit diesem stand auch eine hochrangige Beamtin aus dem engen Umfeld der Ministerpräsidentin in Kontakt. An mehreren Schulen mussten die Schüler nach Hause oder gleich in Quarantäne geschickt werden.

All das kann aber einen Oberverwaltungsrichter nicht beeindrucken. Zu seinem Urteilsspruch fällt mir nur die alte Volksweisheit ein:

Das Gesetz ist ein Netz mit vielen Maschen. Durch die weiten gehen die Gescheiten. In den engen bleiben die Dummen hängen. Dumm waren sie nicht, DEHOGA´s Wasserträger.

Da könnte eigentlich nur noch Kirche oder Kneipe helfen. Geht aber derzeit auch nicht so recht. Die Kirchen sind Risikogebiet geworden und wer will schon mit Maske seine Drinks einnehmen..

Ruhe lag über Wismar – abends, wenn die Tagestouristen weg waren und die Stadt sich wenigstens ein paar Stunden erholen konnte. Das ändert sich nun wieder und das Risko steigt. Ich denke, für die nächsten Tage wird das mein letzter Ausflug nach Wismar oder Schwerin gewesen sein. Da bleibe ich lieber freiwillig in meiner Umgebung.

Noch geht der Hafenbetrieb weiter. Hier wird rund um die Uhr gearbeitet. Wer weiss, wie lange..

Hoffentlich geht´s noch einigermassen gut aus in MeckPomm. Und denk` ich an ein Greifswalder Horrorhaus, in der Nacht – da bin ich nicht um den Schlaf gebracht- aber da fällt mir der Spruch aus Kindertagen ein: Debededehakape (übersetzt: Doof beibt doof da helfen keine Pillen).

Freie Fahrt für Corona & Co

Unsere Justiz hat offensichtlich nicht mehr die verbundenen Augen der Göttin Justitia. Und auch deren Waage müsste ´mal wieder geeicht werden. Dafür hat sie aber große Ohren. Da hört bestimmt so mancher unabhängige Richter so mancherlei aus Lobbykreisen und lässt dieses dann auch in seine Urteilsfindung einfliessen. Bestimmt nur, um den Rechtsfrieden zu wahren..

Die Statisiken lügen zwar nicht, bleiben aber ungehört. Der Schrei des Mammons übertönt jede Vernunft und die Justiz macht sich zum Büttel des Kapitals. Von den Politikern ist ja nichts anderes zu erwarten. Für die muss man Verständnis haben, die nächsten Wahlen stehen vor der Tür. Und die Parteien müssen ja auch irgendwie finanziert werden.

Erstaunlich (oder auch nicht) wie schnell man seine Fahne nach dem Wind drehen kann. Frau auch.

„Kommet Ihr Touris, kommt Alle!“ Noch gibt es in unseren Krankenhäusern freie Kapazitäten. Wer weiss, wie lange noch. Und last, not least: Die Seebestattungen sind hier natürlich auch viel günstiger (dann aber ohne Extras), als ein Begräbnis in Eurer Heimat.

Wie immer, wenn der Wahnsinn zur Methode wird, hilft die Rückbesinnung auf ein gutes Buch. Eine empfehlenswerte Reiselektüre für alle, die es nicht schaffen auch einmal auf ihre Urlaubsreise zu verzichten und mit dem A.. nicht zuhause beiben können.

Übrigens lebt man mit Corona nicht unbeding länger – es wird einem aber bestimmt so vorkommen..

Corona & MeckPomm – Chaos pur

Da staunte ich nicht schlecht, als unsere Landesmutter in einer TV Sendung (Markus Lanz) noch davon sprach, alles im Griff zu haben und Normalität in dem, von ihr schlecht und recht regierten, Bundesland herrschen würde. Wie bitte??

Da hatte man gerade eine Reisesperre errichtet, deren Verordnung so kompliziert zu lesen war, dass selbst soziale Beratungsstellen und Bürgertelefone keine Auskunft über den Inhalt geben konnten (Stand Sonntag 20:55 Uhr). Und dann musste ein update her. Dieses allerdings nur zugunsten der Wirtschaft und natürlich auch der eigenen Genossen und Kollegen. Verständlich, Politiker stecken sich bekanntlich an ganz anderen Viren an..

Ältere Angehörige, die evtl. Hilfe benötigen oder getrennt lebende Kinder, sind da einem höchst überflüssigen Tante Emma Besuch gleichgestellt. Da geht gar nichts.

Aber kaum diese Zeilen getippt, kommt dann die nächste Klarstellung aus der Schweriner Staatskanzlei: „Die Kernfamilie ist von den erlassenen Einreise Beschränkungen für Menschen aus Risikogebieten nach MeckPomm nicht erfasst“. Genau das Gegenteil, aber was interessert schon das Geschwätz von gestern..

Den Indian Summer von MeckPomm müssen wir dieses Jahr ganz alleine geniessen. Denn Allen, die uns stets willkommen sind, kann ich nur raten: Bleibt zuhause oder lasst Euch von einem versierten Anwalt beraten. Oder plant zusätzlich 14 Tage Corona Ferien mit ein. Was Genaues weiss auch ich nicht. Und ich wohne ja neuerdings hier. Momentan gilt die Quarantäneverordnung der Landesregierung vom 11. Oktober, nach mindestens der 9. Änderung..

Aber zum Trost und zum auswendiglernen und mitsingen bei Euerem Besuch nach Corona, unser schönes Mecklenburger Heimatlied (1. Strophe):

Wo die grünen Wiesen leuchten weit und breit. Wo die Ähren wogen zur Erntezeit Wo die Kieferwälder stehen am Ostseestrand. Da ist meine Heimat, Mecklenburger Land, da ist meine Heimat, Mecklenburger Land!

Formel IV

Es gibt Momente im Leben, da verzweifelt man an der Technik. Kaum benutzt (in den letzten 10 Jahren) und schon kaputt.. Neues Teil gekauft ausgepackt – und festgestellt, dass dieses ja wohl schon kaputt ausgeliefert worden ist. ODER ? Kann nicht sein, habe ich ja nicht bei m…Markt gekauft..

Da kam ich dann aber in´s Grübeln und dachte gründlich über mein, irgendwie vielleicht doch nicht so ganz fastenähnliches, Essverhalten nach. UND ERGRIFF MASSNAHMEN !

Bewegung, Bewegung! Locker, leicht und fröhlich (auch wenn man ja doch jedesmal den inneren Schweinehund überlisten muss)! Mit Musik geht alles besser und so kramte ich da gleich einmal in den 60er und 70er Konserven herum. Da konnten die Schlagersternchen ja wenigstens noch ein bisschen singen.

Die heutige Technik datiert, dokumentiert und registriert (auf dem mittleren Foto auch so, wie es nicht sein soll). Von so etwas konnte ich in meiner aktiven Zei,t als Radrennfahrer, nur träumen. Ist ja auch schon ein Weilchen her..

Während meine „richtigen“ Medaillen“ schon längst im Hochofen eingeschmolzen und recyclet sind, stellt mir die freundliche App ein paar neue aus. 4 Stück gleich. Vieleicht wegen der

Formel IV – 4 Wochen keinen Alkohol, 4 Wochen anders ernähren, 4 Wochen Bewegung und 4 kg weniger !

Lostener Wald – Licht und Schatten

Zum Schutzgebiet ausgewiesen durch die Rechtsverordnug des Landrats bezw. der Landrätin des Landkreises Nordwestmecklenburg u.a.: zur Erhaltung, Wiederherstellung oder Entwicklung des Naturhaushalts oder wegen der Vielfalt, Eigenart oder Schönheit des Landschaftsbildes. Aber auch wegen der besonderen Bedeutung für die Erholung.

Unmittelbar an der Viechelner Landstrasse, früher vielleicht ein Handelsweg zwischen Wismar und dem Umland, liegt dieser kleine Wald bei Losten und nahe Moidentin, durch den ein kleiner Wasserlauf führt. Es ist der Wallensteingraben und der war einst eine, allerdings nie richtig vollendete, Wasserverbindung zwischen Hohen Viecheln am Schweriner See und der Hansestadt Wismar. Ein Aufenthalt hier ist in der Tat erholsam. Heute.

Die Menschen, die im Herbst 1945 – vielleicht gerade auch auf diesem Weg – einem ungewissen Schicksal entgegen marschieren mussten, hätten eine Erholung wirklich nötig gehabt.

Der Krieg war kaum zu Ende und die Sieger nahmen sich, was ihnen vermeintlich zustand. Rachsüchtig und (krieg’s)verbrecherisch, wie vorher auch von Teilen der deutschen Wehrmacht in deren Ländern geübt. Da wurden Gräueltaten zu Selbstverständlichkeiten. Ganze Dörfer wurden angezündet und Hunderttausende aus ihrem Lebensraum vertrieben – wie auch Tausende in den (Massen) Selbstmord. Die grossen Fluchten begannen, und zwar im Viehwagen der wenigen, noch übriggebliebenen Züge und nicht per Flugzeug oder Wassertaxi. Natürlich auch nach Mecklenburg. Das Wort Willkommenskultur gab es damals noch nicht. Auf Befehl der sowjetischen Militärs wurden alleine im Kreis Wismar drei „Quarantänelager“ eingerichtet. Aus berechtigter Angst vor Seuchen. Die, damals „echten“ , Flüchtlinge und Vertriebenen, aus den Gebieten östlich von Oder und Neisse, hausten hier in hastig erstellten, zum Teil ungeheizten und stets überbelegten Blockhausbaracken. Ungefähr 53.000 sog. „Umsiedler“ lebten in qualvoller Enge und schliefen auf Pritschen, für die oft noch nicht einmal Stroh vorhanden war. Bei einer Aufnahmekapazität von 1.000 Personen wurden notgedrungen oft mehr als 2.000 untergebracht. Es gab nur ein Minimum an Verpflegung und für rund 115 Baracken nur drei Wasserstellen. „Donnerbalken“ dienten als Latrinen. Da war es kein Wunder, dass es da des Öfteren auch schon kurz nach der Ankunft, zu Sterbefällen kam.

Der Moidentiner Waldfriedhof liegt auf einer kleinen Anhöhe, etwa 2 km von dem ehemaligen Lager entfernt. Über das Lager ist „Gras gewachsen“. Es ist, zumindest für den Fremden, nicht mehr zu erkennen.

Ich denke, es gab wesentlich mehr Tote in diesem Quarantänelager und vermutlich wurden nur die hier bestattet, von denen die Personalien bekannt waren. Eine schlichte Granitstele mahnt, genau wie die 278 Gräber, zum Erhalt des Friedens. Zum Gedenken angelegt und unter Denkmalschutz gestellt, wurde der Friedhof 1960, also noch zu DDR Zeiten.

Er hat also schon viel erlebt, der 22 ha grosse Lostener See, durch den der Wallensteingraben fliesst und der als Angelgewässer ausgewiesen ist. Das Gewässer wird allerdings sehr wenig befischt und so können die Fische auch ziemlich sorglos die angelegte Fischtreppen benutzen.

Hinweis: Losten, Moidentin und Hohen Viecheln gehören zur Gemeinde Bad Kleinen, unserem neuen Wohnort.

Sperrzone (in einem anderen bundesLand)

Da ist man sich doch wieder einmal so richtig (un)einig. Hier oben im Norden. Die einen machen zu, wann, aber auch wie, sie wollen und die anderen lassen jeden in´s Land. Gerade wie es die Lobby hingekriegt hat. Von uns nur knapp 80 km entfernt, machen wir ganz gerne einmal einen Trip in´s Nachbar Bundesland.

Am vergangenen Dienstag schnell, so lange es noch geht, noch einmal in den Westen. In Niendorf, einem Ortsteil von Timmendorfer Strand, geht es etwas ruhiger zu, als in der „Hauptstadt“. Obwohl es derzeit ja überall „etwas ruhiger zugeht“ . Aber hier hat man noch das Gefühl von Hafen und Meer. Und es gibt auch tatsächlich noch kleine Fischkutter, die ihren Fang morgens hier anlanden.

Dagegen stellt sich trotz, oder wegen, überaus gepflegtem Strand, bei meinen Besuchen hier, stets so eine Art Grosstadtgefühl ein. Liegt halt an den Hochhäusern. Da hat man es seinerzeit mit der Genehmigung wohl nicht so genau genommen. Und vor lauter Gier seine Landschaft verunstalten lassen. Die Verantwortlichen hatten vor der Entscheidunsfindung vielleicht gerade eine grosszügig gesponsorte Studienfahrt zu Spaniens Küsten hinter sich gebracht..

So kann mich auch die pompöse, 2014 erbaute, zweite Seebrücke (die 275m Maritim Seebrücke war wohl nicht gut genug) mit ihrem asiatischen Touch nicht so recht überzeugen. Das muss aber nicht heissen, dass jetz wegen meiner Nörgelei ein Ersatz der immer noch bestehenden Maritim Seebrücke gebaut werden soll. Es verriet nämlich der Bürgermeister die Pläne eines „Meisterwerks der Architektur“. Eine 7,1 Millionen teuere Attraktion soll entstehen. Damit man dann „bei einem Rundlauf die Ostsee erleben kann“..

Bei 1,7 Millionen Übernachtungen von rund 350.000 Gästen im Jahr 2019 floss ja auch genug Geld in die Gemeindekasse. So rund 5,8 Millionen Gewerbesteuereinnahmen waren es da. Und so gab es auch gleich noch Pläne für die Erneuerung von drei Brücken im Kurpark, man will damit so eine Art „Venedig im Kleinen“ erschaffen.

Kreativ sind sie ja, die Leute hier in Timmendorfer Strand. Und wenn es nicht reicht, holen sie sich ein paar Künstler zum Aufhübschen des Uferwegs. Sorry, der Promenade natürlich.

Doch, es stimmt. Was ich Banause für ein gelungenes Recycling von Altmetall gehalten habe, ist tatsächlich „richtige Kunst“.

Da lacht auch noch nicht einmal die Möwe. Die hat nämlich momentan nichts zu lachen. Weil die meisten „Fressbuden“, mangels ausreichender Zahl von Urlaubsgästen, derzeit nicht geöffnet sind. Und so auch nichts für die nimmersatten Vögel abfällt.

Es muss aber auch bestimmt nicht sein, dass Leute aus Gegenden, in denen geradezu um Corona gebettelt wurde (die Bilder der, ganz böse von der Sympathieträgerin einer bestimmten Partei, als Corvioten beschimpften, Aktivisten – wie man gewalttätige Demonstranten heute nennt) jetzt, in ihrer natürlich frei, fröhlichen, maskenlosen Demo Kluft hier auftauchen. Da hat der Landesvater schon nicht ganz unrecht. Bei uns in MeckPomm hat sich die Landesregierung wohl dem Druck der Gastronomie gebeugt. So ist zu befürchten, dass die Abgewiesenen dann bei uns antanzen.

Sonntagsausflug

Zum, zu absolvierenden, Pflichtprogramm gehört der Weg durch den EIERTUNNEL hinunter zum See. Diese Tunnelröhre wurde 1896 unter dem Gleisbett der Bahn errichtet und dank seiner Form bekam er dann auch seinen entsprechenden Namen. Der erleichterte Zugang von der gerade errichteten Wasserheilanstalt (deshalb ja BAD Kleinen) zum Seeufer war damals Sinn und Zweck des Baus. „Ein schweres, mühevolles Werk, aber ein unschätzbarer Vorteil“ – laut Aussage des damaligen Anstaltsleiters. Das Kaltwasser Heilbad überlebte die Inflation nicht und musste schon 1922 wegen Insolvenz schliessen. Das BAD blieb bis heute im Ortsnamen.

Unweit des Seeufers passiert man einige Weiden und Pferdekoppeln. Da drängen sich doch gleich Erinnerungen an meine lägst vergangene Jugend auf. Mit einem einzigen PS hatte ich damals ja auch recht viel Spass – vielleicht hätte ich dabei bleiben sollen..

Das Gehölz um Bad Kleinen darf man mit Fug und Recht als Wald bezeichnen. Forstwirtschaft gibt es hier genau so, wie auch Wildschweine und Rotwild diesen Wald bevölkern (und zu allen möglichen Tageszeiten auch die umgebenden Strassen überqueren..)

Last not least: in einem Blog Beitrag mit wunderschönen, selbst gemalten, Tierbildern erinnerte die Künstlerin an den Welttierschutztag am 4. Oktober 2020 – hat der Besuch bei den Pferden also irgendwie auch gepasst..

AbendSONNE und Wasser

Meine weissen Freunde gaben die Ausfahrt frei und gestatteten noch eine kurze Runde über den See. Die Viecher meinen wohl auch, dass es bisher noch keinen Koch gibt, der Schwanenfleisch schmackhaft zubereiten kann. Es soll so einen tranigen Geschmack haben, dass man den noch nicht einmal mit reichlich Gewürzen überdecken kann.

Allerdings liest man, dass sowohl das deutsche, als auch das britische Adelshaus, den gebratenen Schwan gerne verköstigt hätten. Die behaupteten, es würde ähnlich wie Fasan schmecken und haben den Braten dekorativ im Federkleid des Vogels serviert..

Da aber ohnehin auf Gewichtsreduzierung aus, nahm ich die beiden dann doch nicht zur Wahrheitsfindung mit nachhause.

Ein Trip in der Abendsonne ist immer wieder ein beeindruckendes Erlebnis.

.. und vor allen Dingen für mich (!) deutlich leichter durchzuführen, als den Sonnenaufgang zu erleben.