Bootsschuppen

..zufällig zu haben war er
Noch kein Boot, aber schon einen Schuppen

Schon bei Umzug an den Schweriner See war die Anschaffung eines kleinen Bötchens geplant. Da schon Jahre vorher, als der Wunsch ein Boot zu besitzen, an der Möglichkeit einen passenden und vor allen Dingen bezahlbaren, Liegeplatz im Rhein Main Gebiet zu ergattern scheiterte, war ich nun erst einmal auf der Suche nach einer Unterkunft für solch ein Teil. Ich wurde fündig. Durch Zufall. Und dann konnte ich ein Boot kaufen, das auch da hineinpasst.

Am und um den Schweriner See gibt es eine ungewöhnlich große Anzahl Bootshäuser, Bootsschuppen und Reihenbootsschuppen-Anlagen, die auf in den Seegrund gerammten, Palisaden stehen. Diese Bootsschuppen wurden in den 50er bis 70er Jahren unter oft abenteuerlichen Umständen errichtet. Das ging schon bei der Beschaffung des Baumaterials los. Neues, gutes Holz war für die Industrie oder den Export bestimmt, also nicht frei erhältlich. Eine etwaige Verwendung für den Privatgebrauch verboten. Und so kann man in der Reihe unseres Schuppens noch sehen, dass da tatsächlich komplette Baumstämme (wo immer die auch herkamen) verwandt wurden. Im Bodenbelag unseres eigenen Schuppens war z.B. noch eine alte Tür integriert. Und um damals überhaupt eine der raren Baugenehmigungen zu bekommen war es notwendig, als Teil eines volkseigenen Betriebes oder einer offiziellen Organisation, so z.B. als Angelverein, zu firmieren. Die heutigen Bestände zeugen von dem Erfindungsreichtum der Menschen in der DDR Zeit.

Renovierungsbedürftig war das Objekt schon, aber inzwischen gibt es ( nicht zuletzt dank unserer Gutmenschen mit giftgrünlich schimmerndem Background) überhaupt keine Genehmigungen mehr für den Neubau eines Bootshauses oder eines Bootsschuppens. Da muss man nehmen was auf dem Markt ist, falls überhaupt – meist gehen die Schuppen „unter der Hand“ weg.

Zum Glück gibt einen, unter anderem auch im damaligen Einigungsvertrag festgelegten, Besitzstandschutz. Man darf die in die Jahre gekommenen Bauten zwar nicht abreißen und neu bauen – aber erhalten. Das habe ich natürlich auch so geübt: Ein neues Dach, Erneuerung der Trage- und Stützbalken und vor allen Dingen der Pfähle. Und dann noch modernste Technik installiert. Zum Beispiel gibt es, damit das Boot kein „Wasserlieger“ (und damit vor Bewuchs, Schneckenansiedlung und Osmose geschützt) ist, eine elektrische Hebeanlage. Die äußerlich verfallen aussehenden Tore werden, mittels Funkfernbedienung, elektrisch angetrieben geöffnet und geschlossen.

Auch wenn es noch etwas zu tun gibt (eigentlich immer) – Neringa fühlt sich wohl.