NORDSEEufer

Wer bei uns in MeckPomm wohnt oder urlaubt, der findet einfach mehr Wasser, als z.B. an der Westküste Deutschlands, vor. Hier gibt es nicht nur die Ostseeküste, in der ja die Kultur der Seebäder überhaupt ihren Ursprung hat. Mitsamt der Bäderarchitektur und bis hin zur Erfindung des Strandkorbs. Wir haben auch Seen mit wald- und wiesenreichen Uferzonen. Und die laden natürlich zu Rundwanderungen oder Rundfahrten mit dem Fahrrad ein. Also fangen wir doch erst einmal mit dem Nordufer des Schweriner Sees an.

Da starten wir heute an der Schwedenschanze in Bad Kleinen. Diese ist eine der vielen Schanzen in Deutschland, die im 17. Jhd. die Handelswege überall im Land sicherten. Es gibt jedoch keine verbrieften Belege über die Herkunft der Namens und auch nicht über die Nutzungsdauer dieser Schanzen. Es wird mit der Häufung schwedischer Soldaten, zumindest hier im Grossraum Wismar, zu tun haben. Vielleicht deshalb liess Herzog Adolf Friedrich I. hier eine, aus Erdwällen und Palisaden bestehende, Unterkunft bauen. Da waren dann rund 50 Soldaten und ein Offizier stationiert und überwachten die Versorgung seines Schweriner Haushalts.

Eine Hinweistafel informiert über die heute gebräuchliche Namensgebung. Eine der vielen Sagen rings um den Schweriner See steht da Pate: Zwei junge Männer wollten nachts ein paar Aale im See fangen, bemerkten auf dem Weg zum See ein Lagerfeuer und nachdem sie sich neugierig an dieses anschlichen, erkannten sie Soldaten in schwedischen Uniformen. Es waren wohl Reiter aus der Armee des schwedischen Generals Stenbock, die hier 1712 lagerten. Um von diesen nicht etwa zum Militärdienst eingezogen zu werden, ergriffen die beiden sofort die Flucht. Im Ort sprach sich dann schnell die Anwesenheit der Schweden herum und seitdem hiess der Platz Schwedenschanze.

Heute steht auf diesem Platz nur ein grosser Findling Stein. Wenn man sich die Mühe macht, auf die Wallreste zu steigen, wird man mir einer schönen Aussicht auf den See belohnt. Ein paar hundert Meter weiter gelangt man zum Wallensteingraben. Dieser kleine Bach verbindet den Schweriner See mit Wismar und war auch einmal für deren Wasserversorgung wichtig. Leider wurden frühere Pläne zur Verbindung des Schweriner Sees mit Wismar nie verwirklicht. Dazu hätten mehrere Schleusen gebaut werden müssen und da lag es dann an den Kosten..

Durch einen kleinen Mischwald gelangt man wieder an das Seeufer. Mann un Fru bewachen den Eingang zu dem Gelände eines Anglervereins und die Seebrücke von Hohen Viecheln erleichtert den Weg ins tiefere Wasser.

Es ist eine ruhige und friedliche Umgebung, in der wir uns befinden. Da gibt es glücklicherweise keine Touristenmassen mit Ballermann Ambitionen. Man begegnet vielleicht ein paar Radfahrern, die den See umrunden, oder eben Erholung suchenden Urlaubern. Ein Ort zum Wohlfühlen.

Ohne jegliche Schleichwerbung erwähne ich das heutige Tagesziel. Die Fischerei Prigniz. Auf einem relativ kleinen Gelände betreibt die Familie, urkundlich belegt (!), seit 1713 in Erbpacht die Fischerei. Und hier gibt´s natürlich auch, nicht nur für Fischers Fritz, den besten FISCH.

Veröffentlicht von ruhland99

Man kennt mich - oder man kann mich (kennenlernen)..

6 Kommentare zu „NORDSEEufer

  1. Ja, an diesem Tag konnte man sagen: Still ruht der See. Immer noch besser, als mangels Wasser im Schlamm herumzustolpern.. 😀Ich habe aber auch schon gegen Wellen ansteuern müssen, die schon mehr, als nur unterhaltsam waren. Da war ich echt froh einen schützenden Kanal erreicht zu haben. Der See ist nicht zu unterschätzen.. Immerhin ist er ja fast ein kleines Meer🙂🙂Geteilt durch einen Damm in Innen- und Aussensee. Oder eben NORDsee und SUEDsee..😀

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    1. Wasser ist nie zu unterschätzen.
      Das haben wir früher an der wahren See, also Nordsee, immer wieder den Touris gepredigt und später so manchen Besserwisser dann aus misslicher Lage befreien müssen. Schlimm war es, wenn sie ihre Kinder auf Luftmatratzen gesetzt hatten – da ging es teilweise wirklich um Sekunden.
      Ansonsten – so ein Tümpel ist nicht mein Ding. Ich stellt Dir einmal echte Seebilder 🙂 🙂 ein.

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      1. Das Fatale ist die Ignoranz der Unwissenden. Das erinnert an die Flachland Tiroler, die im Urlaub mit Halbschuhen gipfelstuermen wollen und dann von den Bergrettern unter deren eigener Lebensgefahr gerettet werden müssen. Und dann noch mit Kindern an der Hand – oder auf der Schwimmhilfe.. Wenn es neblig ist und der Wind so richtig bläst kann sich unser Tümpel fast mit der Straße von Dover vergleichen (fast)..😀

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      2. Du kommst bei Strömung hinter der Luftmatratze nicht mehr hinterher. Dann nach ablaufend Wasser und das Kind ist in höchster Not.

        Klarr Wattwandern ist toll. Aber wehe, Du kennst Dich nicht aus.


        Und das ist KEIN Zeitraffer, wie man an den Menschen erkennt

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  2. Das sollte man mit der Melodie „Spiel mir das Lied vom Tod“ unterlegen und in den Touristenbüros jedem Neuankömmling erst einmal vorspielen. Den Kindern kann man den Leichtsinn nicht verdenken (bin ja als Jugendlicher selbst am Stauwehr eines kleinen Nebenflusses des Mains schwimmen gegangen..). Erwachsene jedoch, hätten nicht nur eine Predigt verdient. „Bewusste Gefahrenerhöhung“ nennt die Versicherungsbranche so etwas. Übrigens sind an unserem „Tümpel“ in den letzten Tagen zwei Erwachsene in einem Ruderboot ums Leben gekommen und ein Kajakfahrer trieb bis zu seiner Rettung 7 Stunden auf einem Auftriebskörper seines Boots. Wasser hat schon seine eigenen Gesetze.

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