L’amour est bleu

Blau, blau – so wie der See (nun ja, eigentlich hiess es in dem, von Vicky Leandros vorgetragenen Luxemburger Beitrag zum Eurovision Song Contest 1967 in Wien, das Meer..). Aber da wir hier in MeckPomm ja sowohl das Meer, als auch einige Seen haben, wollen wir nicht kleinlich sein. Blau ist eine Farbe der Harmonie, Zufriedenheit, Ruhe und Unendlichkeit. Als Farbe des Himmels und des Wassers steht blau aber auch für das Ferne , Weite und Unendliche. Passt also, für die nahe Ostsee und den Schweriner See!

Der Song spielte damals übrigens nicht auf die „Blaue Liebe“ zwischen Homosexuellen an. Zu dieser Zeit gab es da unter zivilisierten Menschen keine Probleme und weder Gender- noch Rinderwahnsinn. Die Regenbogenfarben schmückten die Trikots der Rad Weltmeister und es war damals nicht üblich, laut schreiend und mit Karnevalsumzügen, anderen Menschen seine eigene Orientierung vorzuschreien. Vicky erreichte zwar „nur“ den 4. Platz, der Song blieb aber 50 Wochen in den Charts. Von Al Martino über Bing Crosby bis Vanessa Mae haben sich einige an dem Original versucht. Den französischen Text erklärte mir damals ein Au pair Mädchen, ich glaube da kam auch grau drin vor..

Bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein fuhren wir heute durchs Grün des grandiosen Schweriner Umlands. Mit dem Boot, das autofahren wird uns ja immer mehr vermiest. Da ist halt der Zeitbedarf für den Weg von Bad Kleinen zum angestrebten Ziel in Schwerin etwas höher, so ungefähr 90 Minuten gegenüber 15 mit dem Auto. Der Erlebnis- und Genussfaktor gleicht das jedoch locker aus. Es gibt gleich zwei schiffbare Verbindungen, um vom Schweriner Aussensee in den Innensee, und somit zur Stadt Schwerin, zu gelangen. Diese sind aufgrund eines 3 km langen, künstlich aufgestauten, Damms notwendig. Der wurde einst (1842) von dem Großherzog Paul Friedrich von Mecklenburg Schwerin errichtet (und trägt natürlich dessen Namen) um schneller die umliegenden Orte zu erreichen. Heute führt die Bundesstrasse 104 über diesen Damm. Als Verbindung der Seen hat man zwei schmale Wasserstrassen gelassen. Die hier gezeigte Verbindung ist als „Langer Graben“ (2 km) bezeichnet und verläuft ein Stück parallel zur Autostrasse. Der Graben wurde seinerzeit angelegt um das Baumaterial für den Paulsdamm herbeizuschaffen. Er ist sehr eng und nur rd. 8o cm tief. Man muss also voll konzentriert manövrieren. Das hat meine Frau aber inzwischen schon gut drauf. Dafür wird man von, obwohl teils noch in Sichtweite der Strasse, mit einer fast urwaldähnlichen Landschaft belohnt. Einige Vogelschutzzonen sind in der Nähe und einmal hatte ich sogar schon das Glück am Ufer zwei Graureiher stehen zu sehen. Die liessen sich überhaupt nicht stören. Wenn man alleine unterwegs ist, ist da fotografieren leider nicht drin.

Der Lange Graben führt nicht direkt in den Schweriner Innensee. Dazu muss man erst einmal den Ziegelsee und den Heidensee durchqueren. Zwei weitere und etwas anspruchloser zu durchfahrende, Kanäle ermöglichen dies. Zur Belohnung erwartet uns eine der schönsten deutschen Landeshauptstädte. Hier gibt es dann auch Anlegeplätze aber seltsamerweise keine Bootstankstelle. Am viertgrössten See Deutschlands – einfach irre. Oder eher gesagt: ideologisch bedingt. Wobei das Eine ja das Andere nicht ausschliessen muss..

Das Schloss Schwerin, jahrhundertelang die Residenz der mecklenburgischen Herzöge und Großherzöge, ist heute Sitz des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern. Dessen derzeitiges Personal ist (zumindest teilweise) nicht gerade das, was man in einem Schloss erwartet. Da hat das ehrwürdige Gebäude schon deutlich bessere Zeiten gesehen..

Angenehm ist bei einem Besuch von der Seeseite die Möglichkeit, direkt am Schloss, bezw. Theater einen Anlegeplatz zu finden und dann in diesem ganz besonderen Umfeld evtl. auch die Blaue Stunde zu geniessen.

2 Kommentare

  1. Ganz wundervolle Bilder, Eindrücke und das Schloss Schwerin hat es mir gerade besonders angetan!
    Die Farbe Blau ist für mich Ausdruck von so vielem, auch liebe ich das Blau des Himmels und der Meere sehr. Aber den Begriff „Blaue Liebe“ kannte ich bisher noch nicht und die Farben des Regenbogens sind auch so vielfältig zu betrachten.
    Ein sehr schöner und interessanter Beitrag!
    Liebe Grüße von Hanne

    Gefällt 1 Person

    • Das Schloss hat schon was. Und „amour bleu“ ist eigentlich ein Buchtitel. Der springt einem beim googeln ins Auge. Die inflationäre Verwendung der Regenbogen Fähnchen ist eben nur störend und kostet auch noch Steuergeld. Gibt ja da gerade einen „Flaggenstreit“. Weil’s im mainstream liegt, will jeder Provinzfürst so einen Lapoen aufhängen – neben die eigentlichen Hoheitsflaggen. Da fehlen dann nur noch die Vereinsbanner der Kaninchenzüchter oder Schützenvereine😁😁 Seltsame Zeiten, heutzutage. Da darf man eben nicht nachdenken und soll lieber die Farben der Natur betrachten. Und da heisst es für mich: Blau first (bis auf eine seltsame Partei, die sich an der schönen Farbe vergriffen hat. Aber das ist auch nur einer anderen Gruppierung nachgeäfft). Einen schönen Sommertag wünsche ich Dir!😎😎

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.