Schöner Wohnen im County Clare

Getreu unserem Erbe – Wahlspruch der Grafschaft County Clare, zwischen Galway Bay und der Mündung des Shannon und begrenzt noch von der Karstlandschaft des Burren.

Schon in der Steinzeit war diese Gegend besiedelt und es gibt noch viele Plätze, die darauf hinweisen. Im 6. Jhd. brachten Mönche das Christentum hierher und gründeten eine Reihe von Klöstern. Anfang des 9. Jhd. wurden diese regelmässig von den Wikingern geplündert. Und diese segelten sogar unverfroren über den Shannon bis in den Lough Derg. Der Hochkönig von Irland beendete deren übles Treiben und jagte sie weit weg von der Insel. Im 12. Jhd. kamen dann die Normannen um hier zu herrschen und sich zu bereichern. Im Auftrag seiner Majestät kam 1650 der englische Eroberer Oliver Chromwell und das irische Parlament wurde abgeschafft. Irland wurde für Jahrhunderte zu einer britischen Provinz des Vereinigten Königreichs.

Von allem unbeeindruckt, die Landschaft mit ihren sattgrünen Wiesen, Flüssen und Seen.. Mit Ausnahme des Burren. Dies ist eine 250 Quadratkilometer große Karstlandschaft im Nordwesten des County Clare. Eine für viele Menschen faszinierende Steinwüste. Fels an Fels und Stein an Stein. Sonst nicht viel. Eher eine Mondlandschaft. In diesem Teil des Landes trugen einst Clanführer, Grafen und Könige ihre Schlachten aus. Geblieben ist von denen nichts. Aber Fauna und Flora breiten sich auf diesem mehr als 70 % kahlem Steingebiet aus. Da gibt es zahlreiche Vogel- und Schmetterlingsarten. Wildblumen, wie Enzian, Knabenkraut und Sonnenröschen sollen hier das Karstgebiet bunt erleuchten – wenn denn die Sonne scheint. War bei uns nicht so und daher hielt sich meine Begeisterung etwas in Grenzen.

Schöner Wohnen

Es war so um 1860, als der Sohn einer englischen Kaufmannsfamilie (der sich nach eigenen Worten als Ire im Herzen fühlte), seiner Frau Margaret zum Beweis seiner Liebe dieses nettes Schloss baute. Es sollte das traute Heim seiner, vielleicht noch wachsenden, Familie werden.. Erbaut wurde es im Tudor Stil und sicherte der Gegend um Connemara ein paar Jahre lang Arbeitsplätze. Fertiggestellt verfügte das Familiendomizil dann über 33 Schlafzimmer, vier Badezimmer, vier Wohnzimmer, einen Ballsaal, eine Bibliothek und ein Studierzimmer. Natürlich gab es dann auch noch genügend Räumlichkeiten für die Angestellten. Allerdings etwas bescheidener.

Die Familie hatte nun einen schönen Rückzugsort vor Londons verschmutzterLuft und dessen Trubel. Und dennoch suchte sie dann etwas Abwechslung und machte sich auf  nach Ägypten. Das war zu dieser Zeit ja gerade in Mode. Kurz nach der Ankuft in Kairo verstarb jedoch Margarete ganz plötzlich. Der Ehemann liess den Leichnam in Kairo kunstvoll einbalsamieren (die kennen sich aus mit so etwas), nach Kylemore zurückbringen und in einem gläsernen Sarg in der Eingangshalle des Schlosses aufbahren. So konnten sich dann Bewohner der Umgebung und Bedienstete von ihr verabschieden. Im Park, in einem schlichten Mausoleum, fand sie dann ihre letzte Ruhestätte.

Die Aussenanlagen umfassen 5000 Hektar und da gibt es verschlungene Spazierwege, kleine Gärten und Bäume aus aller Welt. Im Viktorianischen Mauergarten wachsen auch heute nur Pflanzen und Blumen, die auch in Viktorianischer Zeit dort verwendet wurden.

Vom Schloss zur Abtei

Das Anwesen in Kylemore blieb noch bis 1902 im Besitz der Erbauerfamilie. Dann verkaufte sie es an den buntschillernden 9. Earl von Manchester. Dieser Mensch war überall als Spieler und Lebemann bekannt. Seine Frau, eine reiche amerikanische Industriellentochter, lebte meist alleine mit ihren Kindern auf Kylemore und liess da, wohl aus Langeweile, umfassende Umbauarbeiten vornehmen. Vielleicht etwas zu viele, denn irgendwann ging auch bei dem Duke und der Duchess das Geld aus. Um 1920 übernahmen die Benediktinerinnen Kylemore.

Diese bescheidenen und enthaltsam lebenden Nonnen eröffneten dann immerhin eine Schule für die Mädchen der örtlichen Gemeinde. Darüber hinaus betrieben sie etwas Landwirtschaft und ein Gästehaus. Bei einem Grossbrand 1959 wurde das aber ein Raub der Flammen. Da beschlossen die Nonnen das Internat aufzugeben und sich auf andere Weise zu finanzieren um Kylemore Abbay weiterhin unterhalten zu können. Mit Einnahmen aus dem Tourismus. Was offensichtlich auch funktioniert.

Möge dieses Haus und alle, die in ihm wohnen, gesegnet sein (irischer Segen, der hier vielleicht etwas früher hätte ankommen sollen..)

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