Rock of Cashel

Etwa 20 Kilometer von der Stadt Tipperary entfernt, findet man auf einem 65m hohen Felsenberg ein bedeutendes irisches Wahrzeichen, das als Sitz von Feen und Geistern schon im Altertum verehrt wurde. Als irische Akropolis bezeichnet mancher Reiseführer die übriggebliebenen Ruinen einer einstigen festungsähnlichen Köngs- und Bischofsresidenz. Einer Legende nach entstand der Rock of Cashel eigentlich weil der Teufel, der gerade genüsslich von dem Berg Devill´s Bit ein Stückchen abknabberte, dieses gleich wieder ausspuckte, als er in der Ferne den Hl. Patrick näher kommen sah. Dieser Happen landete mitten in der ebenen Landschaft Tipperarys und wurde zum Rock of Cashel.

Cashel (Steinburg) war vom 4. Jhd. bis ins 12. Jhd. Sitz der Könige von Munster. Im 5. Jhd. machte ihn der Hl. Patrick auch zum Bischofssitz. 1101 (also leicht zu behalten) schenkte der König O´Brian seine Festung der Kirche und da entstand dann erst einmal eine, heute noch zu besichtigende, monumentale Kathedrale. Ruhe und Frieden, arbeiten und beten waren hier angesagt. Dann steckte im 14. Jhd. Gerald, der Great Earl of Kildare, der ja selbst einige Jahre wegen Verschwörung im London Tower verbracht hatte, das Bauwerk in Brand. Königstreu neuerdings. Trotzdem rief ihn daraufhin der englische König Heinrich VIII zum Rapport, vielleicht wegen dem Ausfüllen eines Schadenformulars für die Feuerversicherung oder so. Die Antwort: „Ich dachte der Bischof wäre darin“ war aber so überzeugend, dass es keine weiteren Fragen mehr seitens der Krone gab.

1647 kam der Abgesandte der Engländer, Oliver Cromwell, ins Land und begann seine legendären Kriegsverbrechen. Hinter den dicken Mauern von Cashel suchten damals ca. 3.000 Menschen Schutz vor dessen Vandalen – vergebens. Die Angreifer stapelten Torf an der Aussenseite des Gotteshauses und zündeten es an. Alle Eingeschlossenen kamen ums Leben. Gegen die geballte Streitmacht des „Eroberers“ war kein Kraut gewachsen. Weiteren 800 Soldaten Seelen verhalfen die Handlanger der Anglikanischen Kirche umgehend zum ewigen Leben. Von dieser grauenvollen Bluttat hat sich der Rock of Cashel nie mehr richtig erholt.

Die am Fusse des Felsens gelegene Hore Abbay liess der Erzbischof von Cashel schon im Jahr 1272 errichten. Nach einem bösen Traum überkam ihn aber die Angst, die dortigen Benediktiner planten seinen Tod (warum er auf diese Idee kam ist nicht überliefert) und so liess er diese aus der Abtei vertreiben. Als Ersatz holte er Zisterziensermönche und die blieben bis zur Auflösung des Klosters um 1540, es war übrigens die letzte Zisterziensergründung in Irland.

„Das Grün der Wiesen erfreue deine Augen“, mit diesem Teil eines irischen Segenswunsches verabschieden wir uns von Cashel.

12 Kommentare

  1. Hallo Monika, bald darf man ja wieder reisen☀️ In London und Umgebung war schon ‚mal in Sachen Oldtimer Autos unterwegs, für Schottland hatte die Zeit dann nicht mehr gereicht. Und dieses Jahr begnügen wir uns lieber ‚mal mit dem Schweriner See..🚣🚣

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  2. Das ist ja eine dramatisch traurige Geschichte, die sich um Cashel ranken. Sehr spannend erzählt. Die Burg sieht – für mich- sehr reizvoll aus. Ich würde da gern mal sein und reinfühlen.
    Dir noch einen zauberhaften Tag, Kaya

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    • Es sind Geschichten der bis in die Neuzeit gehenden Religionskriege auf dieser Insel. Da wollten die Engländer den Iren ihre Wurzeln mit Gewalt ausreissen. Und die wehrten sich verständlicherweise. Nur hätte der Papst in unserer Zeit dann auch einmal seine Schäfchen vor den Terroranschlägen in Nordirland zurückhalten können. Es gibt noch einiges zu sehen in dem alten Gemäuer.. Geniesse Deine neue Heimat! Vielleicht kommt die Sonne noch☀️☀️

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      • Sie kam noch, die Sonne! Und es wurde sogar noch richtig warm … Ich war zwar mit dem Auto in Husum, denn am Vormittag regnete es sogar noch, aber gegen Mittag schien die Sonne und da war ich dann noch mit dem Fahrrad unterwegs, bevor ich später im Café half. 🙂

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      • Eben fällt mir ein, dass ich wieder ‚mal Ostfriesland und Nordfriesland verwechselte.. In letzterem war ich nur einmal einen Tag in St.Peter Ording. Da haben mich die Windsegler Ruf drei Rädern fasziniert.. Schöne Gegend habt ihr Euch da rausgesucht und das Einleben klappt ja schon☺️☺️

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      • Stimm, es klappt jetzt schon ganz gut – wenn ich mir dann erst den Moment überlege, wenn wir die erste Nacht in unserem eigenen, neuen Haus übernachten … ich bin schon ganz hippelig. 🙂

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