DROGHEDA – Droiched Atha

Drogheda oder auch Droiched Atha, ist eine der ältesten Städte Irlands. Knapp 50 km von Dublin, an der Mündung des Flusses Boyne, nur wenige Kilometer von der Irischen See entfernt. Ungefähr 40.000 Einwohner zählt diese, nicht jedem Kurztouristen bekannte, Kleinstadt mit historischer Vergangenheit.

Brücke über die Furt bedeutete dieser Name ursprünglich. Ihr eigener, den Wappen auch noch schmückender, Wahlspruch DEUS PRAESIDIUM, MERCATATURA DECUS, was so viel wie Gott ist unsere Stärke, Waren unsere Herrlichkeit bedeutet, zeugt vom regen Handel der küstennahen Stadt.

Drei Kirchen mit eigener Geschichte zeugen seit Jahrhunderten von dem Glauben der Einwohner. Oder besser gesagt d e n Glauben. Da gab es die ursprünglichen katholischen Gläubigen, die nach der Trennung Englands vom Papsttum, auf einmal Protestanten genannt und verfolgt wurden.

1649 Der Nationalheld Englands, Oliver Cromwell, belagerte die Stadt und richtete ein Massaker an. Heute nennt man so etwas schlicht und einfach Kriegsverbrechen. Mit 18.000 Mann stürmte er die von 3.000 Soldaten gehaltene Festung Drogheda und nach seinen eigenen Worten: „Wenn sie eingereicht, wurden ihre Beamten auf den Kopf geschlagen und jeder zehnte Mann der Soldaten getötet, der Rest verschifft nach Barbados.“ Ein Akt der Barbarei und überlebt haben diesen gar keine Soldaten und nur eine Handvoll der gesamten Bevölkerung. Cromwell rechtfertigte seine Verbrechen mit der Aussage, „das dies ein gerechtes Urteil Gottes über die barbarischen Halunken war und diese Härte künftigen Widerstand verhindere und somit weiteres Sterben vermieden worden sei“. So kann man es auch sehen. In Wexford wurde von ihm ebenfalls ein Massaker und sogar mit der Rate 20 zu 1.500 Cromwell Soldaten angerichtet und selbstverständlich gleichfalls munter geplündert.

OREMUS

1672 London

„Und darum sollt ihr von hier bis zu dem Platz von dem ihr kamt zurückkehren. Von dort sollt ihr 2 Meilen durch die Stadt London bis nach Tybum geschleift werden, dort werdet ihr am Hals gehenkt jedoch vom Seil abgeschnitten, bevor ihr tot seid eure Eingeweide herausgeschnitten und diese vor euch verbrannt. Anschliessend sollt ihr enthauptet und euer Körper in vier Teile geteilt werden über welche verfügt wird, wie es Seiner Majestät beliebt. Der Herr sei Eurer Seele gnädig.“

Der abgetrennt Kopf von St. Oliver Plunkett wurde im Jahr 1921 in der St. Peter Kirche in Drogheda zur Schau gestellt. Er verblieb hier und lädt zur Wallfahrt ein. Oliver Plunkett war Sohn einer adligen irischen Familie, Erzbischof von Armagh und Primas von Irland. Nach verschärfter Verfolgung der Katholiken blieb er im Gegensatz zu anderen Würdenträgern der Geistlichkeit, im Land und wurde 1679 unter dem Vorwand der Papisten Verschwörung wegen Hochverrats angeklagt und in London verurteilt.

OREMUS

Ende des 19. Jahrhunderts

„Der Allmächtige sandte die Kartoffelfäule, aber die Engländer schufen die Hungersnot“ so sprach 1861 John Mitchel und dies wurde von den Iren auch so gesehen. Als sich die Kartoffelfäule ausbreitet und das Grundnahrungsmittel vernichtete verhungerten fast eine Million Iren, das waren 12 Prozent der damaligen Bevölkerung. Drogheda verlor 30 Prozent seiner Einwohner. Viele wanderten damals auch aus. England, das ja zu dieser Zeit Irland völlig beherrschte, war das nicht so wichtig und es importierte weiterhin unbegrenzt Getreide aus dem Land, in dem die Bevölkerung verhungerte..

Als 1847 die Nachricht vom Hunger das Osmanische Reich erreichte, bot der Sultan Abdülmecid I eine Spende von 10.000 britische Pfund für die Iren an. Da die Queen Victoria selbst nur 2.000 Pfund gespendet hatte, nahm sie vom Sultan nur 1.000 entgegen. Daraufhin schickte der Sultan drei Schiffe mit Lebensmitteln, Getreide und Medizin nach Drogheda.

Das Emblem des Fussball Traditionsvereins DROGHEDA UNITED F.C. stellt heute noch eine Referenz an das Osmanische Reich dar.

This is the true spirit of Christianity, and there is more it in the Mohammedan Sultan of Turkey, than in any or all of the Christian princes of Eastern Europe (Rev.Henry, christlicher Priester, 1853)

2 Kommentare

  1. Glückwunsch zu Deiner eigenen Nominierung! Und Dein Vorschlag ist furchtbar nett gemeint, aber wie bereits auf Deiner Seite geschrieben: Der Schuh passt nicht zu mir.. Bei Dir habe ich da keine Bedenken: Da passt er!😊

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