CLIFFS OF MOHER

Eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Irlands. Gemessen an der Zahl (über eine Million) der jährlichen Besucher bestimmt. Wir hatten Glück mit der Reisezeit, obwohl schon Juni (2017), aber mit überschaubarem Publikumsverkehr. Gut gelöst ist das mit dem parken der Reisebusse auf jeden Fall. Die bekommen bei Voranmeldung „slots“ zugewiesen und in diesem Zeitraum kann der Tagestouri eigentlich alles sehen, was auf den ersten Blick erkenntlich ist. Das ist besser geregelt, als bei einem Besuch des Nordkaps – da gab es doch ein ziemliches Gedränge.

Das Wetter kann man sich auch bei uns zuhause nicht aussuchen und so waren wir schon froh, dass es nicht regnete. Denn dann wird es bestimmt glitschig auf den Wegen am Rande der bis über 200m hohen und senkrecht aus dem Atlantik ragenden Felsen. An den gefährlichsten Stellen ist der Pfad (Teilstück des Wild Atlantic Way, einem 2600 km langen Wanderweg) mit Steinplatten gut abgesichert. Einige Unbelehrbare suchen dennoch das Risiko und müssen diese Schutzabsperrung überqueren um ein Selfie, möglichst dicht am Rande der Klippen zu machen. „Mut“ nennen die das. Vielleicht, weil sie die nicht veröffentlichte, Statistik über rd.10 Leute jährlich, die die Cliffs oder sich selbst überschätzten, nicht kennen. Und dann gibt es leider auch noch Tage in denen, die zur Frühschicht kommenden, Angestellte ein verlassenes Fahrzeug auf dem Parkplatz vorfinden..

Atlantis- way down below the ocean.., dieser eigentlich schon lyrische Song von Donovan kommt einem hier wieder in den Sinn. Auch hier gibt es, natürlich nur einer der vielen Sagen nach, eine versunkene Stadt. Kilstiffen heisst die verlorene Stadt, die der Legende nach versank, weil der Anführer eines der dort ansässigen Clans während einer Schlacht ausgerechner den goldenen Schlüssel verlor, der die Tore zu einem Schloss geöffnet hätte. Nur wenn dieser Schlüssel gefunden wird kommt die Stadt auch wieder aus den Fluten empor. Angeblich soll das alle sieben Jahre so sein. Und dann wird der Schlüssel wohl als Mahnung gegen die Vergesslichkeit gleich wieder hineingeworfen. Jedenfalls ist jemand, der dieses Schauspiel zufällig sieht, zum sterben noch vor der nächsten Erhebung der Stadt, verdammt. Da waren wir also nicht traurig, dieses Ereignis versäumt zu haben..

Es gibt noch viele und noch gruseligere Sagen. Von dem Verfolgten, der in vollem Galopp im Nebel mit seinem Pferd über den Klippen verschwand. Von der Hexe Mal, die sich in den Helden Chullain verliebte und diesen durch ganz Irland verfolgte. Der wiederum sprang, nur um diese loszuwerden über die im Meer aufragenden Felsnadeln, verlor dabei den Halt und wurde von den vielen meerumtosten Klippen erschlagen. Und dann noch viele Romeo und Julia ähnliche Geschichten. Beruhigend, die Rettung eines Jungen, der nur 15 Meter tief abstürzte und in einer beispiellosen Aktion gerettet wurde. Da halfen alle Männer aus den Pubs von Dooli mit und hatten teil am Erfolg.

Cornelius O´Brian, ein Grundbesitzer, Anwalt und Abgeordneter, hatte schon 1835 eine Idee, den Fremden die großartige Szenerie der Gegend noch näherzubringen. Er liess den, bis heute noch besteigbaren und natürlich nach ihm benannten, Aussichtsturm bauen. Von dort kann man bei guter Sicht (die wir nicht hatten) bis zur Galway Bay blicken und sich dabei an den dazugehörigen, gleichnamigen Song erinnern.

Das Besucherzentrum der Cliffs ist in einen Hügel gebaut und es gibt da eine interessante Ausstellung über Entstehung , Fauna und Flora. An diesem Tag ganz besonders sehenswert, weil offensichtlich für die zu Hunderten in den Felsen logierenden Vögel kein Flugwetter war.

Mögen Wind und Meer dir die Freiheit schenken, dein Glück jeden Tag aufs Neue zu finden, und mögest du dieses Glück tief in deinem Herzen bewahren für heute und für immer. (irischer Segenswunsch)

11 Kommentare

  1. Schade, dass das Wetter bei den Aufnahmen nicht mitgespielt hat. Das ist schon beeindruckend, wenn auch ohne Unterschrift sicherlich auch anderen Küsten sofort zuschreibbar.

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  2. Jedes Mal, wenn ich Deine Reisebeschreibungen lese, kommt es mir vor, als würde ich neben Dir spazieren gehen – oder mich auch gegen den Wind lehnen… Es ist wie ein kurzer Ausflug von dem Sofa aus … und immer wieder tauchen Gefühle und Gedanken auf, die mir zuflüstern: Da will ich auch mal hin. Ich lese Deine Worte einfach gern. Danke.

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  3. Danke und schön, dass es Dir gefällt. Ein paar km bist Du der Insel ja bald näher ☀️ Vielleicht Stelle ich demnächst ein paar Fotos aus der Nordsee Gegend ein. Dann kannst Du sehen, was sich in den letzten 7 Jahren verändert hat.. Schönes WE!☺️☺️

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