Mallorca- der Countdown läuft..

Die landestypischen Windmühlen begrüssen den Ankömmling. Sie haben eine lange Tradition und waren einst ein wichtiger Bestandteil der Landwirtschaft. Mit Ausnahme der griechischen Insel Kreta findet man weltweit nicht so viele Windmühlen auf vergleichbarer Fläche. Alleine im Bezirk El Molinar gab es über 50 dieser Mühlen, in denen Getreide gemahlen und das Olivenöl gepresst wurde. Es heisst, die Perser sollen im 7. Jhd. Windmühlen entwickelt haben und im Zuge der Islamisierung kamen die dann auch auf die Iberische Insel.

Eine Finca in der Gegend von Santanyi war für einige Zeit unser Zuhause und von diesem ruhigen Pol aus bewegten wir unser kleines Mietauto dann im Uhrzeigersinn so etwa 2.500 km (Der Pauschalpreis muss ja abgefahren werden..). Zum Baden war es noch zu kühl und zum Ballermann zog es uns überhaupt nicht. Da kann man eigentlich die Urlaubszeit sinnvoller nutzen.

Um zu der Kirche von Felanitx zu gelangen geht´s steil und kurvenreich bergauf. Diese Strecke ist von Rennradfahrern jeglichen Alters stark frequentiert. Vor allen Dingen auch, weil in der Kirche die Weltmeistertrikots des von dort stammenden Guillermo Timoner ausgestellt sind. Timoner war mit seinen 1,62 m einer der ganz grossen des Steher Radsports. Unvergessen, in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) spulte er 1960 die 100 km Distanz mit einem Schnitt von mehr als 82 km/h ab. Ich hatte das Vergnügen auf der, mittlerweile abgerissenen, Frankfurter Stadion Radrennbahn einige Male im Vorprogramm zu starten und diesen mehrfachen Champion du monde da auch live zu erleben. Wie auch alle Spitzenfahrer der damaligen Zeit.

Mallorca ist eine Badeinsel mit geschützten Buchten, Kalksteinbergen und Überresten aus römischer und maurischer Zeit. Man findet hier ein mediterranes Klima mit heißen, trockenen Sommern und kühlen, feuchten Wintern.

Mallorca hat eine sehr bewegte Geschichte und schon vor 6.000 Jahren lebten hier Menschen. Seevölker besetzten diese Insel und schon 650 v. Chr. fand der erste punische Krieg statt. Da wurde noch mit Steinschleudern gekämpft. Im zweiten punischen Krieg (123 v. Chr.) fiel es dann an die Römer. Palma wurde gegründet und der römische Konsul erhielt den Beinamen Balearius. Um 430 n. Chr. besetzten dann die Vandalen die Insel und ganze Städte wurden verwüstet. Die Zeit der Blüte begann erst als 900 die Araber die Insel eroberten. Von denen wurden Bewässerungsanlagen terrassenförmig angelegt und Mandel, Aprikosen und Apfelsinenbäume auf die Insel gebracht. Orte entstanden und prachtvolle Gebäude wurden errichtet.

Nach der Befreiung von der Maurenherrschaft begann um 1230 (Grundsteinlegung) in Palma, auf dem Platz einer Moschee, der Bau der Kathedrale der Heiligen Maria. Das Kirchenschiff war 1587 fertig und die um 1850 begonnenen Arbeiten an der Hauptfassade wurden erst Anfang des 20. Jhd. vollendet. Mit dieser Fertigstellung etablierte sich Mallorca dann auch als Kultur Reiseziel.

Der spanische Bürgerkrieg 1936-1939 unterbrach die Entwicklung des Tourismus. Erst in den 50er- und 60er Jahren zog es die Reiselustigen wieder hierher. Der Massentourismus begann. Es ist vor allen Dingen auch dem (im Zweiten Weltkrieg gemachten) Fortschritt in der Luftfahrttechnik zu verdanken, dass eine Vielzahl von Passagieren preiswert auf die Insel geflogen werden kann. Es setzte ein gewaltiger Bauboom ein und die Anzahl der Reiseveranstalter wuchs. Der Begriff „Putzfraueninsel“ entstand.

Man findet auf der Insel alte Landsitze, Herrenhäsuser und Paläste in arabischem und auch italienischem Stil. Dazu eine ruhige und dennoch spektakuläre Architektur mit einfachen Fassaden, anmutigen Loggien und herrlichen Patios.

Aus Großer Zeit so manches Interieur und eine Fundgrube für Freunde eines edlen Tropfens.

Seit Anfang Mai im Gespräch, nimmt das geplante Pilotprojekt skrupelloser Touristikmanager konkrete Formen an. Mit heisser Nadel gestrickt wird ein Konzept, ab 15. Juni wieder Urlauber empfangen zu können. Corona hin oder her. Verständlich, dass sich nicht jeder Einheimische darüber freut. Wer will schon gerne zum Experimentieren verdammt sein..

4 Kommentare

  1. Das ist ja auch ein wenig anders, als wenn es nur zunächst um die Getränke geht.. Und das mit der Basis machen wir auch so, es sei denn ich habe wieder eine Rundreise mit eigenem Auto im Kopf..☺️☺️☀️☀️

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