LAHN – CAMINO, von Nassau nach Bad -Ems

Die heutige Etappe ist, obwohl nur ca 10 km, keine ganz leichte Wanderung. Die Anstiege sind schon etwas strapaziös. Aber die Wege gut beschildert. Und dazu gibt es auch noch zwei „Highlights“..

NASSAU ist Namensgeber für Orte auf allen 5 Erdteilen. Auf Anhieb fielen mir aber nur die „Nassau speed weeks“ in USA ein..

Erwähnt wurde Nassau erstmals 915, als ein dem Wormser Bischof gehörender Gutshof mit dem Namen Villa Nassova. Schon im vorigen Beitrag zeigte ich ein Bild der 120m über der Stadt erbauten Burgruine. Diese wurde zur Zeit meines Besuchs gerade restauriert und so ersparte ich mir den Aufstieg.

Steil aufwärts ging dann aber zunächst auf den Lahnhöhenweg und zwar auf der Westerwälder Seite der Lahn. Einige schöne Aussichtspunkte belohnten jedoch diese Strapazen. Interessant ür mich, dass hier in der Gegend nicht nur vom 17. bis 19 . Jhd. Kupfer angebaut wurde, sondern bis in die jüngste Vergangenheit auch Wein.

..es steht ein Wirtshaus an der Lahn da kehren alle Fuhrleut´an, Frau Wirtin sitzt am Ofen, die Fuhrleut´um den Tisch, die Gäste sind besoffen.

Entlang der Lahn gibt es zahlreiche Gasthäuser, die diesen Namen tragen. Aber das in Dausenau kommt historisch tatsächlich in Betracht „das Echte“ zu sein.

Dausenau liegt direkt an der Lahn und wurde 1234 erstmals als „Duzenowe“ urkundlich erwähnt. Die St. Kastor Kirche konte ich leider nicht besichtigen: abgeschlossen, wie wohl aufgrund der verwerflichen und leider auch zahlreichen Kirchenräubereien, fast alle Kirchen in unserem Land. Traurig genug, dass einige neureiche „Wohlstandsasoziale“ die wirklich leicht, als geraubt erkennbaren, Schätze und Kunstwerke ankaufen. Wenigsten einen Blick konnte ich in die Kirche werfen. In einer, von aussen nicht einsehbaren, Vitrine werden hier Gegenstände aufbewahrt, die bei einer Ausgrabung 1991 in der Kirche gefunden wurden. Unter anderen, Teile einer Jakobsmuschel, die einem im 14. oder 15. Jhd. wohlbehalten aus Santiago de Compostela zurückgekehrten Dausenauer Pilger, so wichtig war, dass man sie ihm mit ins Grab legte.

Und schon wieder geht es jetzt sehr steil aufwärts und an den Resten der alten Stadtbefestigung vorbei. Von den ehemals 7 Tortürmen sind zwei noch erhalten. Auf dem Höhenweg ist das „Geläuf“ etwas unterschiedlich, meist aber angenehm zum Wandern. Der Lahn – Camino führt jetzt direkt zum Tagesziel Bad Ems.

Da wollte ich doch noch eine letzte Rast am 150 Jahre alten Concordia Turm machen. Man sollte diesen unbedingt besteigen: Die Aussicht auf Bad Ems und die Windungen der Lahn ist wirklich phantastisch.

Der Aufstieg war kostenlos und wie man sieht, nicht umsonst. Die Gaststätte neben dem Turm leider geschlossen..

Der jetzt noch zu bewältigende, bergab führende und wildromantische Felsenweg ist schon seit 1846 einer der berühmtesten und seinerzeit sogar von Baedecker angepriesenen Wanderwege um Bad Ems. Zu bestaunen sind da, die direkt am Weg liegenden Heinzelmann Höhlen – einem gemorphologischen (Landformenkunde !) Phänomen – also fast einem Weltwunder oder so.

Ein gesicherter Steg führt jetzt zum Treppenabgang nach Bad Ems

Kunst im Treppenabgang

Wie für jeden Normalbürger, gibt es für mich ja auch nichts Schöneres, als meinen eigene Namen zu hören oder zu lesen (lach) – hier auf den letzten paar Metern der zurückgelegten Etappe war ich dann aber doch etwas überrascht: Das ganze Treppenhaus war ausgemalt. Nicht von mir oder jemandem aus meiner Familie!!

Aber es gibt eineWebseite http://www.ruhlandismus.de – die musste ich natürlich aufrufen und auch wenn ich da nur die Hälfte (wenn überhaupt) kapiere: Es hat irgendetwas mit Kunst zu tun – also nichts für so einen Banausen wie mich..

Wenn alles nach Plan läuft, ist mit der nächsten Etappe die längste Wanderung meines Lebens vorbei. Verraten kann ich jetzt schon:

„Man kann laufen so weit man will, man sieht überall nur seinen eigene Horizont“ (Max von Eyth)

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