Nur ein paar Schritte

CAMINO „light“

Es ist nun schon einige Jahre her (2006), dass ein gewisser Hape Kerkeling einen Reisebericht auf Platz 1 der Spiegel Bestsellerliste brachte. „Ich bin dann mal weg..“, lautete der Titel. Und der machte neugierig. Ich kann mich noch an den Tag erinnern, an dem ich dieses Buch las. Während eines Aufenthaltes in/auf einer Finca auf Mallorca. Faul am Pool liegend, die Sonne anbetend und den üblichen Drink in Reichweite..

Einige Jahre später erinnerte ich mich an diese Lektüre. Ambitionen auf die Bestsellerliste zu kommen hatte und habe ich absolut nicht und wer mich persönlich kennt weiss, dass ich weder fromm, noch frömmelnd bin. Aber so eine Reise wäre doch was..

Ich bin kein Pilger. Ich habe zwar in einer Zeit, als die Telefonzellen noch gelb und die Taxis schwarz waren – in der GUTEN ZEIT also – wie jeder halbwegs gebildete Schüler, die Liturgie der röm. kath. Kirche in Latein aufsagen können, der wahre Glaube ging aber irgendwo an mir vorbei.

Und das, obwohl damals das Personal von „dem da Oben, wenn´s ihn denn gibt“ sich noch nicht an Kindern vergriff oder z.B. als besoffene Chauffeuse die, die sie nach ihrer job-discribtion eigentlich zu lieben hat, höchst gefährdete – vermutlich auch noch mit dem von denen finanziertem Protz Dienstwagen..

Überaus angesagt, nach dem Bestseller des guten Harpe, ist ja inzwischen eine Wanderung auf dem camino frances – möglichst auf der klassischen Route von St. Jean Pied de Port nach Santiago de Compostella. Und da wollte ich eitler alter Sack natürlich auch noch auf diesen Zug aufspringen..

Da machte ich mich erst noch einmal schlau und recherchierte monatelang. Kiloweise besorgte ich Bücher, Unterlagen und Berichte von denen, die das alles schon erlebt haben. Und um einige Zusammenhänge besser verstehen zu können habe ich mir sogar via internet eine einfache Bibel besorgt. Mein Chagall Vorzeigestück ist schliesslich nicht zum Lesen gedacht, sondern soll ja meinen Besuchern imponieren..

Um dann den Rat des unvergessenen Giovanni Guareschi, dem Vater von „Don Camillo und Peppono“ zu befolgen: „Bleib in Deinem D-Zug..“ – dieses Buch hatte mir einst mein groser Bruder geschenkt. Und da ich bekanntlich jederzeit für einen guten Rat offen war und bin, überlegte ich wie und ob so eine Reise zu machen sei.

Von meinem ursprünglichen Plan, eine grosse sportliche Herausforderung anzunehmen und mit meinem eigenen Esel (Drahtesel natürlich) nach Santigo aufzubrechen kam ich recht schnell ab. Meine filigrane Rennmaschine war absolut nicht geeignet für die zu erwartenden Mountain Bike Touren. Und um ehrlich zu sein (ich hätte mir ja auch ein geeignetes Vehicel kaufen können), meine stets verbesserungswürdige Kondition hätte noch nicht `mal für die erste Etappe gereicht. Denn die beginnt in den Pyrenäen. Den heimatlichen Grossen Feldberg hatte ich damals nur mit einigen Pausen zum Atemholen geschafft..

Daher taten mir schon bei dem Gedanken an die vielen Etappen und einem Blick auf die Chaussee die Beine weh. Und da verzichtete ich weise auf die ganz, ganz weite Reise – so will man oft und kann doch nicht. Und leistet dann recht gern Verzicht. (frei nach Ringelnatz)

Doch zum Trost besorgte ich mir den von Karl-Josef-Schäfer hervorragend und verständlich gemachten Pilgerwanderführer für den L A H N – C A M I N O ..

Ich berichte von meiner nun 10 Jahre zurückliegenden Reise. Da gab es selbst bei google kaum Treffer für diesen Teil der weit verzweigten Jakobs Wege. Das hat sich inzwischen geändert.

Im nächsten Beitrag treffen wir uns in Wetzlar..

Die ISBN Nummer des Pilgerwanderführers lautet 9 783833 494758. Ich erwähne das, weil ich einen Anteil an Informationen aus diesem Reiseführer in meinen eigene Erzählungen irgendwie (wenn auch nicht einfach abgeschrieben) verwendet habe. Auch auf Infos aus Wikipedia habe ich zurückgegriffen.

Veröffentlicht von ruhland99

Man kennt mich - oder man kann mich (kennenlernen)..

13 Kommentare zu „Nur ein paar Schritte

  1. Schön beschrieben. Weckt doch gleich alte Geschichten wieder auf.
    Ich besitze auch noch einen Rucksack, den ich mir irgendwann einmal kaufte, weil ich doch auf große Wanderschaft gehen wollte.Daraus wurde bis heute nichts – aber wer weiß. Alles was ich schaffte, war ein verlängertes Wochenende im Allgäu, mit stundenlangen Wanderungen. Das kann man natürlich mit Pilgern nicht vergleichen und dafür brauchte ich auch den Rucksack nicht, doch irgendwie ist da doch gewissermaßen eine Ähnlichkeit. Zumindest für mein Gemüt.
    P.S.: Ich war mal am Ammersee, da hieß es, auch von dort würde eine dieser zum sagenumwobenen Pilgerweg gehörenden Routen losgehen. Ob das stimmt, kann ich nicht sagen, ich habe es nie überprüft.
    Herzliche Grüße, das Licht

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  2. Mit dem Erwerb eines Rucksacks fängt es an. Also da steckt ja schon eine Idee dahinter😊Und die ersten Schnupperschritte auf steinigen Pfaden sind ja schon gemacht.. Wie ich später noch erläutere: der Camino beginnt vor deiner Haustür. Es gibt keinen einzigen Camino, alle Alt-Strassen führten die frommen Menschen damals zum Ziel. Ich selbst bin ja auch nicht gepilgert, sondern eher auf den Spuren Goethes gewandert. Aber die Sterne des Caminos nicht missachtend.. Schönes WE !😊

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      1. Puh, ja, das stimmt wohl. Ich gehe mal rüber zu meinem Mann, er sitzt gerade am PC und tippt irgendein Protokoll. Da wäre das Rucksackpacken und losgehen doch irgendwie eine angenehmere Alternative … Dir auch einen schönen Sonntag 🙂

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      2. Na, den Kaminofen, den haben wir ja schon gekauft. Wenn der Bau fertig ist, brauchen wir nur noch anzurufen und dann wird er geliefert und montiert :-). Aber jetzt geht’s um die Küchenplanung … ich habe das gar nicht so schwierig in Erinnerung. Als ich das erste Mal, vor dreißig Jahren, ein Haus baute, da ging das alles irgendwie leichter. Aber da täuschen mich vermutlich meine Erinnerungen enorm.

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      3. Also frieren müsst ihr nicht und im Kamin kann man ja immer noch Kartoffel in Folie zubereiten und sich somit mehr Zeit für die Küchenplamung nehmen. Küch und Bad sind Objekte, die kostenmässig am meisten nach oben ausreissen können. Und nicht alles, was angepriesen ist macht auch Sinn. Auf den Herd mit der Bora Absaugung möchten wir aber nicht mehr verzichten. Weil grossgewachsen, stiess man früher immer mit dem Kopf gegen die Abzugshabe.. Und die Oberschranktüren zum klappen, anstelle zum drehen sind auch empfehlenswert. Teuer wird so ein Apotheker Ausziehschrank, Hat man ihn, will man ihn aber auch nicht mehr missen.. Und bei Küche und Bad ist die Aufpreisliste tatsächlich umfangreicher, als bei einer Autmobil Bestellung. Andererseits, einmal falsch geplant wird noch teurer. Macht Euch also am besten einen Wunschzettel, was muss und was kann. Und dann viel Spass beim planen.😉 Am bestengleich am Wochenende!😊

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    1. Na also, sagte ich doch. Der Camino ist überall. Und im Münster (ich war extra um das „Dorf“ zu sehen einmal da) gibt es ja sowieso nur Radfahrer. Die Fussgaenger müssen aufpassen und andere Verkehrsmittel gibt es nicht ☺️ Doch, den HopIn Bus um alles zu sehen. Schon schön dort.☺️☀️Und ebenfalls einen sonnigen Sonntag!☀️

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  3. Ich habe in meinem ganzen Leben, selbst als Radrennfahrer, noch nie so viele Fahrräder an einem Platz (Bahnhof oder Domgegend) gesehen. Und dann frage ich mich, wie jeder sein eigenes wiederfindet. Zumal die Räder ja meist auch noch schwarz lackiert sind..☺️

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