Fischbrötchen – 50 m Bannmeile

Frisch vom Kutter, davon kann man doch nur träumen. In Hessen oder sonstwo. Da fahren wir doch gerne ´mal die 20 km nach Wismar, um uns diese Köstlichkeit zu gönnen. Zu den kontrahären Wiesbadener Annanastörtchen sind es (selbstgewählt, ich weiß) jetzt ja sechshundert – und momentan nicht erlaubt.

Erlaubt ist auch in Wismar, oder auch in ganz MeckPomm, nicht alles und nicht für jeden. Der eine darf dies, der andere das. Was der eine darf, darf der andere nicht. Der Irrsinn bekommt langsam Methode. Das ist mir schon aufgefallen, als ich meinen Angelschein machte. Da muss man so rund 1.200 Fragen, am besten auswendig, lernen, um die Prüfung zu bestehen. Die überhaupt erlaubte Fehlerquote ist angesetzt, als wolle man ein Medizinstudium abschliessen. Ach ja, Latein gehört da auch irgendwie zu den Kriterien. Am besten auch noch eine gut fundierte juristische Halbbildung. Also eine unglaubliche intensive Beschäftigung mit der Materie ist da Voraussetzung.

Andererseits ist es der seltsamen Landesregierung gelungen, ganz im Gegensatz zu jedem gesunden Menschenverstand und absolut jeglichem Tierwohl, durchzusetzen, dass jeder Tourist mit einer käuflichen Genehmigung in seinem Urlaub mit Hammer und Meissel die, noch im Schweriner See und anderswo in MeckPomm schwimmenden, Fische ermorden darf. Um den Tourismus zu fördern. Zu letzterem Zweck ist dann auch extra noch ein Pöstchen geschaffen worden, das eine relativ klein gewachsene Dame (Westimport) mit dem größten Audi V 8 Quattro als geeignetem Dienstwagen ausfüllt. Mit Sonderlackierung und extra teueren Alufelgen..

Als wir dann, am Alten Hafen in Wismar, dennoch ein Objekt unserer Begierde bekamen, hatte das dann auch gleich einen bitteren Beigeschmack. Der nette Verkäufer auf dem von uns, seit unserer Ankunft in MeckPomm stets bevorzugten Fischkutter, musste uns gleich darüber informieren, dass ein Verzehr innerhalb von 50 m um den Ausgabeort verboten sei und unnachsichtig mit geradezu bescheidenen € 250 geahndet werden würde. Vielleicht zur Finanzierung des Audis..

Also, ein Zollstock für € 2,00 und ein Laser Messgerät für ca. € 50 kommen da billiger. Und v o r der Kirche darf man, im 50 m Abstand, dann vielleicht auch noch beten – auch für die, die m.E. eigentlich gar nicht in das Schweriner Schloss, oder gar in die Staatskanzlei, gehören..

OREMUS

5 Kommentare

  1. Der Borkumer Hafen diente in der Zeit, als ich noch dort lebte, als Schutzhafen bei Sturm und Unwetter. Bei den Schutz suchenden Booten gab es dann immer frische Krabben. Ungepult. Dafür sensationell preisgünstig: 50 Pfennig kostete bei den Fischern das Pfund. 🙂
    Alles ließ ich dann stehen, wenn ich zu Hause Toast mit Rührei und frischen Krabben machte!

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  2. Und heute reisen die Krabben erst ‚mal nach Marokko zum pulen und wieder zurück um dann als „frisch“ angeboten zu werden. Aus deiner guten, alten Zeit ist nur noch das Rezept geblieben. Muss ich ausprobieren!👍

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  3. Und beim Angelschein gewinnt der Erste dann ein Fischbrötchen?
    Bist Du sicher, dass da nicht ein „r“ zuviel im Hauptpreis ist? 🙂 🙂

    Und ich frage mich, welcher Köder für ein Brötchen verwendet wird, denn irgendwie muss es ja auf den Kutter gekommen sein. 😉

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