Farvel Norge..

Das Königreich Norwegen hat den Wahlspruch: Alles für Norwegen. Dies ist gerade in Anbetracht der jüngsten Geschichte verständlich. Das Land liegt auf der riesigen skandinavischen Halbinsel und grenzt an Schweden (1.600 km), Finnland (730 km) und Russland (200 km). Es hat eine Fläche von 385.000 qkm und auf einen qkm nur rund 15 Einwohner. Das erlärt auch, dass man bei Grenzübertritt kaum den Landeswechsel bemerkt. Hier oben im Norden ist alles ungewohnt weit.

Wir verlassen die Lofoten und auch Svolvar, die Hauptstadt der Lofoten und Zentrum des Fischfangs. Hier werden von 3.000 Fischern in guten Jahren 50.000 Tonnen Kabeljau gefangen.

Wenn vor 120 Jahren hier Schiffe der Hurtigruten noch Briefe zustellten, so werden heute Sehnsüchte nach dem hohen Norden befördert. Zitat der österr. Journalistin Nicole Quint. Recht hat sie. Die Fährschiffe verschlingen mit weit aufgeklapptem Bug ganze Reisebusse und die Touristenzahlen steigen jährlich. Es hat ja auch was, mit dem Schiff durch die Schären und die weit ins Landesinnere eingeschnittenen Fjorde zu fahren. Alles wirkt so ruhig und friedlich.

Es gab aber auch andere Zeiten hier oben. Zwischen dem 9. April 1940 und 8. Mai 1945 . In diesen fünf Jahren waren in Norwegen deutsche Truppen stationiert. Und die kamen nicht nur als Freunde, sondern es ging zunächst um den Erzhafen Narvik. Später darum, den zu Hilfe eilenden Russen absolut nichts Verwertbares zu hinterlassen. Da wurden ganze Dörfer niedergebrannt und die Männer ermordet, Frauen und Kinder verschleppt. „Verbrannte Erde“, nannte man diesen Rückzug der Wehrmacht. Diese Zeit hinterliess verständlicherweise deutliche Spuren im Verhältnis zu Deutschland. Es wundert daher nicht, dass zum 75. Jahrestag der Befreiung Norwegens, nicht ein einziger deutscher Diplomat eingeladen wurde. Die Kanzlerin und der Außenminister schon gar nicht. Andererseits kamen auch von der Bundesrepublik noch keine größeren Anstrengungen zu einer Aufarbeitung der Dramen.

Vergessen wurde bisher auch, dass von den damals 14.000 Juden die hier lebten, die Hälfte umkam. Es war dem Mut und der Nächstenliebe einiger Fischer zu verdanken, dass rund 7.000 Juden auf kleinen Fischerbooten nach England gebracht wurden.

„Es muss ja ´mal gesagt werden“ – hört man oft genug bei ganz anderen Themen. Ich habe keine Probleme damit, diese Geschichten in meinem Beitrag zu erwähnen. Ähnlich, wie in meinen Beiträgen unserer Baltikum Reise. Die paar „follower“ (die das nicht gut finden) weniger, schmerzen mich wirklich nicht im Geringsten. Sie gehören ja weder zu family, noch zu friends

Die erneute Überquerung des Polarkreises, muss natürlich auch erneut gefeiert werden. Hier herrscht, im Gegensatz zur ersten, kein Weihnachtstrubel. Es gibt eine große Verkaufshalle mit „Arctic“ Kitsch und zwei Stelen von 1939 und 1990. Da sieht man, wie sich die Linie verschoben hat.

Man gedenkt auch den russischen Befreiern, die hier ihr Leben liessen. Den Opfern des Nazi Blutwegs (der Name spricht für sich) wird etwas abseits eines kleinen Museums, in einem 3 km entfernten Dorf gedacht.

Die Trolls mögen manch düsteren Gedanken vertreiben. Nur böse, böse Menschen vermuten, wir hätten da selfies gemacht…

Farvel Norge – Auf Wiedersehen.

Veröffentlicht von ruhland99

Man kennt mich - oder man kann mich (kennenlernen)..

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