Bei den Trollen

Zwergenghaft, mit grosser Nase und nur vier Fingern an jeder Hand, wird so ein Troll ziemlich oft beschrieben. Als eine Art unberechenbares Fabelwesen, das dann in Märchen mit Wald-, Wiesen- oder auch Wassergeistern in Erscheinung tritt. Und sogar das Christentum musste die Trolle dämonisieren weil deren Existenz von einfachen Gemütern noch bis in das 19. Jahrhundert angenommen wurde.

Trolle spielen besonders in der Norwegischen Kunst und Literatur eine Rolle. Ich erinnere an Peer Gynt. Und es steht oft zu lesen, dass ein Troll ein übernatürliches Wesen sei. In unzugänglicher Natur lebend und meist in Höhlen oder Wäldern versteckt. Auch dass es keine guten, sondern böse Geister seien, die den Menschen schaden wollen. Und ähnlich den Figuren in Grimms Märchen, werden die Trolle im Sonnenlicht zu Stein. So sind viele, der in den Fotos gezeigten Berge, vielleicht erstarrte Trolle..

Ein paar von ihnen haben dennoch den Weg in die Souvenirläden geschafft und werden als Mitbringsel dann auch ferne Länder bereisen..

Es ist faszinierend, wie viele wissenschaftliche Studien und Abhandlungen es über Trolle gibt. Da sind die Trolle der modernen Kommunikation überhaupt noch nicht einbezogen. Deren Existenz ist ja wenigstens noch von jedem selbst aufspürbar. Oder gelegentlich gar aufgezwungen.

Erst wabberten ein paar Nebelschwaden und erst spät begann es sich aufzulösen. Sonnenschein ist hier, im hohen Norden und nur noch 2.000 km vom Nordpol entfernt, nicht die Norm. Wir hatten es am Tag zuvor selbst erlebt. Gerade noch Fotos im Sonnenschein gemacht und eine halbe Stunde später bedauerten wir die, jetzt erst in Bussen ankommenden, Touristen die den Globus im dichten Nebel kaum noch erkennen konnten.

Wir nahmen uns noch Zeit, für einen kurzen Rundgang durch das Alta Museum und über dessen Gelände. Hier gibt es Tausende von Felszeichnungen und es dürfte die grösste Sammlung solcher Bilder sein. Zwischen 2.000 und 6.000 Jahre alt. Es sind Jäger und unterschiedliche Tiere (z.B. Bären und Rentiere) auf den Steinen dargestellt. Religiöse Hintergründe, Mythen und Geschichte treffen wir da an. Als Werkzeug sollen damals Steine als Meissel und Geweihe als Hämmer gedient haben.

Erstaunlich, dass hier am Strande des Alta Fjords, das Nazi Unternehmen „Nordlicht“ gar nicht mehr angesprochen wird. Unter diesem Decknamen befahl am 28. Oktober 1944 General Alfred Jodl, Chef des Wehrmachtführungsstabs, die vollständige und rücksichstslose Deportation der norwegischen Bevölkerung. Dieser Befehl wurde an den meisten Orten, auch in Alta, mit der befohlenen Härte und Gründlichkeit durchgeführt. Es war eines der Kriegsverbrechen, für das Alfred Jodl beim Nürnberger Prozess verurteilt und am 16. Oktober 1946 hingerichtet wurde.

Manchmal ist es vielleicht gut, nicht zu wissen, was da alles noch im Nebel der Geschichte liegt. Andererseits ist Verschweigen und Vergessen auch keine Lösung.

Veröffentlicht von ruhland99

Man kennt mich - oder man kann mich (kennenlernen)..

9 Kommentare zu „Bei den Trollen

    1. Nachholbedarf, ich habe bis in’s Höhe Alter gearbetet (gerne) und konnte nie länger als 14 Tage zusammenhängend Urlaub machen. Und den brauchte ich für Training und Wettbewerbe sowieso auf..☺️

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  1. Wenn ich deine „Reiseführung“ lese, habe ich (fast) immer das Gefühl, ich würde gerade neben Dir spazieren gehen und Du beschreibst mir alles.
    Zu den Trollen (irgendwie sprechen die uns ja wohl (fast) alle an: Also, ich finde die Vorstellung, es würde sie womöglich doch „in echt“ geben, irgendwie faszinierend und spannend. Wer kann das schon wirklich ausschließen? 😉
    Herzlichst, das Licht

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    1. Danke für den netten Kommentar. Meine Reiselust kommt letztendlich ja auch aus Erzählungen und (früher) „Lichtbilder Vorträgen“. Und so wird sich vielleicht mancher von dem Beschriebenen inspirieren lassen. Und da gibt es ja auch noch Leute, die aus verschiedenen Gründen nicht selbst reisen können. Nicht nur wegen dem Virus. Für die stelle ich die paar Bilder auch gerne ein. Um denen vielleicht auch ein wenig Mut zu machen. Und für dich gibt’s ganz zum Schluss auch noch so eine Art Troll..☺️

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      1. Ich finde, Du inspirierst mit Deinen Fotos und Erzählungen tatsächlich. Also ich habe schon an manch einer Stelle gedacht, da würde ich auch gern mal hin.
        Wenn wir denn irgendwann mit unserem Haus fertig sind und wieder ans Reisen denken, dann könnte ich mir durchaus vorstellen, in deinem Blog nach einem Ziel zu stöbern (natürlich zusammen mit meinem Mann, der will ja auch was dazu sagen … 😉 …)

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      2. Wenn Euer Haus fertig ist wird es so 2 Jahre brauchen bis es wieder los gehen kann☺️ Da kommt der Garten und, und. Aber dank dem Wohnwagen könnt ihr ja erst einmal die neue Umgebung abklappern (machen wir immer noch so). ☺️

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