Noch ist Polen nicht verloren..



“ trotz einer schier aussichtslossen Lage ist noch Hoffnung vorhanden, es ist noch nicht alles verloren“ , so steht es in Wikipedia. Diese Redensart hat sich aus den ersten Worten der polnischen Nationalhymmne entwickelt, sie wird für alles und jedes gebraucht (eben auch von mir) und hat sogar im Fussball Platz gefunden: als bei der WM 2006 Polen in den Auftaktspielen schon zweimal verloren hatte.

Im April vorigen Jahres war die Welt noch in Ordnung. Da ich grundsätzlich keine eigenen Geburtstage feiere (erstens habe ich sehr wenig dazu beigetragen und zweitens finde ich das nach meinem statistischen Verfallsdatum auch nicht mehr so aufregend), hat sich der Brauch „Gut essen gehen“ oder „Reise“ inzwichen eingebürgert. In Stettin hatten wir beides und noch mehr: Im Schlossgebäude ist ein modern ausgestattes Theater integriert und die Aufführung Madam Butterfly war dann das i-Tüpfelchen.

Polen ist derzeit ganz heftig von dem Virus betroffen und lebt im Ausnahmezustand. Mich persönlich interessieren da momentan weder die Wahlen, noch die Machtspiele einer Regierung. Über allem aber steht der Mensch (ob das Therese Radloff, Stefan Zweig oder vielleicht doch der alte Aristoteles schon lange vor mir gesagt haben, finde ich ebenfalls unerheblich).

Die Bilder vom letzten April sollen ein paar Eindrücke von unserem Nachbarland wiedergeben.

Der Stellvertreter aus Rom war schon vor mir da. 1979 für 9 Tage, hier in seiner Heimat. Sein Besuch waren dem Staat und der Glaubensgemeinschaft einige Millionen wert (alleine eine Mio für den Altar). Um das zu finanzieren riefen sie damals zu Spenden auf. Da Spenden freiwillig sind ist das ja auch in Ordnung. Von mir hätte es keine Mark gegeben. Weil aber die Auffahrt auf den Turm der Predigtanlage kostenlos war, habe ich dann doch etwas in so einen Beutel geworfen..

Ein bestehendes Mahnmal ist der Sender Gleiwitz. Von hier aus nahm die Kathastrophe ihren Lauf..

In diesem April wird bekanntlich niemand verreisen. Unser Staat sorgt aber dafür, dass die Reichen nichts verlieren. Mein Reiseveranstalter (die eigentliche Besitzerfamilie gehört zu den reichsten Familien der Welt – die haben schon einmal aus einer deutschen Krise Profit geschöpft) hat schon Ende März, so in einer Art „Geschäftsführung ohne Auftrag“, meine eigentlich übermorgen endende Reise auf das kommende Jahr verschoben. Und gleich ganz dreist, mit einer „Buchungsbestätigung“ – ohne mich überhaupt zu fragen (!!). Diesen Fetzen Papier habe ich umgehend urschriftlich zurückgeschickt – ich wollte die Kanalisation nicht verstopfen..

Und warum nicht gleich – natürlich ist Polen nicht verloren. Landkarten lesen und buchen kann ich auch selbst. Eines schönen Tages, und bestimmt noch vor dem mir zugemuteten April 2021 .

Veröffentlicht von ruhland99

Man kennt mich - oder man kann mich (kennenlernen)..

7 Kommentare zu „Noch ist Polen nicht verloren..

  1. Ist wirklich interessant und meine Bilder sind auch aus zwei bisherigen Reisen. Die ausgefallene nach Danzig hole ich unter eigener Planung nach. Und unset neues Boot (gebaut in Polen, wie die meisten) ist ein kleiner Trost vorab. Kommt am 21.April.☺️

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  2. Wenn ich es richtig gelesen habe, dann hast Du jetzt irgendwann Geburtstag? Ich schreibe mal in Klammern (Herzlichen Glückwunsch), weil der Tag nicht dabei steht und man ja nicht zu früh gratulieren will…
    Die Fotos laden wieder einmal zu einer Reise in ein Land ein, in dem man noch nie gewesen ist – und dann die Geschichte dazu.
    Ach, wir wollen noch an so viele Orte, ich glaube, wir müssten mal die Zeit zurückdrehen.
    Und viel Freude mit dem Boot. Darf man fragen, was für ein Boot das ist? Segel- oder Motorboot?
    Herzlichst, das Licht

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  3. Siehst Du, wenn es doch Laune gemacht hat, dann war es bestimmt auch richtig und gut so… 🙂 Dafür machst Du jetzt Urlaub – es gibt doch diesen Satz: „Es ist nie zu spät“.
    Dir zauberhafte Ostertage (falls wir uns nicht mehr schreiben)…:-)

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  4. Na, na – erstens hast du gebe von den absolut freundlichen Menschen. Zweitens gibt es da mehr, als zumindest ich, in der Schule vermittelt bekamen. Und die derzeitige politische Situation, die mir auch nicht gefällt, soll einen wirklich nicht von einem Besuch abhalten. Hoffen wir, dass wenigstens die Corona Krise bald vorbei ist. Und dann kannst du ja vielleicht auch ‚mal auf den Spuren deiner Vorväter unterwegs sein ☺️

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