Dunkle Wolken..

Noch ziehen dunkle Wolken über das Land. Nicht nur über Italien, aber hier war es bisher am schlimmsten. Nur eine Tagesreise entfernt von uns. Und auch genau da, wo man schon fast mehr Leute deutsch sprechen hörte, als zuhause. Am Teutonengrill, wie man liebevoll, spöttisch sagt.

Ich bin kein großer Strandfreak, ein paar Mal baden o.k., aber ansonsten war es mir da stets zu voll. Also suchte, und fand, ich bei meinem bisher einzigen Besuch Riminis so einen richtig schönen, leeren Strand vor. In einem April war das,

Wir haben wieder April und es bleibt zu hoffen, dass sich die langen Sandstrände wieder füllen. Zur Freude der Sonnenhungrigen und zum Gewinn für die gebeutelte Region.

Für Leute wie mich gibt es da ja noch das Hinterland. Und das ist eine Reise wert.

RIMINI ist mehr, als nur ein Solarium mit rund 15 km Küste und ca. 40.000 Sonnenschirmen. Es hat mehrere Tausende Jahre Geschichte, deren Zeugen man in der Altstadt bewundern kann. Da gibt es z.B. den Augustusbogen und die von ihm begonnene Tiberiusbrücke (Letzterer hat sie fertiggebaut). Mit fünf Bogen spannt sie sich über den Marecchia Fluss. Seit 2.000 Jahren und noch immer befahrbar. Da drängt sich das Chaos der Wiesbadener Theodor-Heuss-Brücke in meine Gedanken..

Nur zwischendurch: Ein besonderes Einkaufserlebnis bietet der Besuch des Mercato Coperto. Da lernt man, was die italienische Küche so schmackhaft macht. Und Gelegenheit zum Probieren gibt es auch.

Die Geschichte Riminis ist eine überaus spannende. Besonders im Mittelalter ging es da unglaublich zu. Da denkt man sofort an Dantes „Inferno“ . Aus Lebemännern wurden Kirchenfürsten. Aus der Schwägerin die Geliebte und gelegentlich langte es nicht, nur einen Bruder umzubringen, es konnten auch ´mal zwei sein. Macht hat seinen Preis. Paolo der Schöne musste diesen jedoch mit seinem Leben bezahlen. Es gab sogar einen Papstsohn und Pandolfo IV aus der Malatasta Sippe verkaufte Rimini mal eben an Venedig. Junge, Junge -da ging was ab..

Es lohnt sich, etwas über die Geschichte der Stadt nachzulesen – da kommt kein TV Mehrteiler mit..

Ravenna

Nur knapp 60 km von Rimini entfernt befindet man sich in der Stadt der Künste. Eine einzigartige Architektur findet man hier. Viele Bauten erinnern an die Zeit byzantinischer Verwaltung der Region. Teils achteckige Formen der Gebäude und mit farbenprächtigen Mosaiken im Inneren.

Es hat schon seinen Grund, dass die UNESCO in Ravenna gleich acht Bauwerke zum Weltkulturerbe erhob.

Ein paar Tage Aufenthalt würden nicht ausreichen um alle Kunstwerke zu sehen. Und für mich, als Laie, macht es auch wenig Sinn, jedes einzelne Foto zu benennen. Etwas Inspirieren sollen die Abbildungen. Mehr nicht.

Eine Ausnahme mache ich bei Dantes Grab. Hier ruht er, der Verfasser der Göttlichen Komödie. Die aber gar nicht so richtig eine Komödie war. Und zugegebenermassen, von mir nicht vollständig gelesen wurde (wie auch Goethes Faust). Man muss da viel über die Zeitgeschichte nachlesen um die Feinheiten zu begreifen. Vielleicht versuche ich es ja noch einmal..

Die Zeit geht weiter – mögen die Wolken sich auflösen und es auch für die Emlia Romagna wieder eine Gute Zeit werden..

7 Kommentare

  1. Da es bei mir zum Alfa gelangt hat begnügte ich mich mit Milano. Wenn schon Modena, dann will ich so ein rotes Teil auch gleich mitnehmen. Probegefahren habe ich ‚mal eins (von einem Kunden), der Wunsch nach Besitz noch vorhanden – aber die mühsam erarbeitete Rente lässt den Unterhalt so eines Spielzeugs nicht zu. Da hätte ich in meiner Jugend schon was Richtes lernen sollen…☺️☺️

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