Weg ist sie..

Unser kleines Bötchen, die Neringa, war vielleicht doch eine Nummer zu klein. Als wir sie anschafften, mussten wir uns nach den Raumverhältnissen in dem gerade erworbenen Bootsschuppen orientieren. Der ist izwischen umgebaut und bietet etwas mehr Platz.

Das Bessere ist bekanntlich der Feind des Guten.

Es ist gar nicht leicht ein Boot zu kaufen. Da erlebte ich, früher in der Automobilbranche beheimatet (als die noch sauber war..), die unmöglichsten „Verkaufsverhinderer“. Weder in Kiel, noch in Berlin, waren die Händler in der Lage, mir telefonisch oder auch via e-mail, die für mich wesentliche Frage nach der Gesamthöhe des angefragten Objekts zu beantworten. Als ich in Berlin nach drei Tagen noch einmal rückfragte, bekam ich die Antwort, dass ich mich ja gedulden könne. Da muss man als Kunde eben Verständnis aufbringen, für die Überarbeitung der Händler. Und das bei einer wichtigen Frage: aufgrund der in dem Bootsschuppen installierten Hebeanlage brauche ich diese Info als allererste.

In Schwerin gab es ein evtl. interessantes Angebot, aber der Verkäufer fuhr erst einmal eine Woche in Urlaub. Fairerweise wartete ich also die Zeit ab, um dann die Info zu bekommen, dass er erkrankt sei und auf Nachfrage endlich die Lieferzeit für eine Neubestellung genannt: „Ca. 3 -4 Monate, kann aber auch ein Quartal später werden, unverbindlich“. Da ich mit dem Teil noch zu Lebzeiten spielen möchte ist mir das dann doch zu lange.

Unter drei Monaten Lieferzeit war auch bei einem, Vertrauen einflössenden, Händler in der Müritz Gegend nichts zu machen.

Als ich mich in Kiel bei einem Repräsentanten des Brunswick Ablegers über Masse informieren wollte, bekam ich als erstes einmal indirekt die Belehrung, dass Lesen bilden kann. „Steht doch alles im Prospekt“, noch bevor eine Art Begrüßung erfolgte. Vielleicht, weil wir bloss das zweitunterste Modell der vertriebenen Produktpalette ansprachen, war das zunächst genug der freiwilligen Information. Als dem Herrn dann auch noch ein fachlicher Fehler bei der Beantwortung einer weiteren wichtigen Frage unterlief war mein Vertrauen total dahin. Es war mir schon wichtig zu wissen, ob bei einem Bootsheck ohne Motorwanne, auch noch „powertrimm“ (für mich nicht unbedingt wegen des höheren speeds, sondern wegen des Flachwassers im Schweriner See wichtig) möglich ist. Er verneinte. Da hätte ich mehr Kompetenz erwartet.

Gleich nebenan in der Stadt, die zu Hansezeiten bestimmt fähigere Kaufleute hatte, als den gerade besuchten, fanden wir einen kompetenten Verkäufer. Nur seine vertriebene Marke, bezw. die angebotenen Modelle, entsprachen leider nicht unseren Ansprüchen.

Ein paar Tage später wurden wir in Preetz, gar nicht weit von Kiel entfernt, fündig. Es ist nun doch nicht die, ursprünglich ausgewählte, Nobelmarke geworden. Warum auch, gebaut werden die Bootskörper heutzutage sowieso fast ausschliesslich in Polen. War unsere Neringa noch ein schwedischer Werftbau, so wurde diese Werft inzwischen von Brunswick aufgekauft und die Produktion nach Polen verlagert. Auch das urspüngliche Objekt der Begierde, das schnelle Silber, wird da in verschiedenen Werften, baugleich, hergestellt. Hier in Preetz, wurden wir freundlich und sachlich beraten. Geht doch.

Da ist zu hoffen, dass 90 cm mehr Länge und 30 cm mehr Breite auch mehr Stabilität bei „Fahrt voraus“ bringen. Die Motorleistung wird zur Sicherheit verdoppelt. Mit dann 60 PS, fällt es etwas leichter gegen die, nicht zu unterschätzenden, Wellen des Schweriner Sees Kurs zu halten..

Für die letzte Hürde, bezw. evtl. Verzögerung, können auch die besten Verkäufer nichts. Die Anlieferung nach Schwerin, zum Motoranbau, soll am 21. April erfolgen..

5 Kommentare

  1. Sicher, denn „Länge läuft“.

    Und Obacht bei der Schiffstaufe. Ein Bekannter hatte es geschafft, ein Loch ins GFK zu machen. 🙂 :)Ich wollte es im als Ankerklüse schmackhaft machen .. so richtig lachen konnte er dann aber doch nicht. 😉

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  2. Danke für den Tip. Da werden also nur ein paar Tropfen gegengeschüttelt und wir trinken aus der Flasche.. Reichhaltige Erfahrung mit Prestolith Faserspachtel für „Klein“ und Glasfasermatten für „Gross“ sammelte ich aber im Motorsport.. GFK ist geduldig..☺️

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    • Klar, aber nicht bei der Taufe. Die Slippanlage war voll, Alle standen Schlange ind das so etwas und nix wars mit der ersten Ausfahrt. Vier Tage spachteln, schleifen und lackieren … eine Prilblume anzubringen wäre schneller gewesen und hätte auch nicht viel schlechter ausgesehen. 🙂 🙂

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