Skrunda 1 – die Stadt die es nie gab

Es war Zufall hier zu landen. Den Besuch einer Stadt, die auf keiner Landkarte zu finden ist, kann man ja auch bei den sorfältigsten Reisevorbereitungen nicht einplanen.

Skrunda 1 ist eine Geisterstadt und ehemalige sowjetische Radarstation. Eine geheime Stadt war diese Militärbasis. Niemand durfte von ihr erfahren. Errichtet wurde sie in der Zeit des Kalten Kriegs, tief in den baltischen Wäldern versteckt. Die Radarstation suchte den Himmel nach Raketen ab, als Teil des sowjetischen Frühwarnsystems und sollte vor einem Atomangriff aus dem Westen schützen.

Streng abgeschirmt hinter Stacheldraht und hohen Mauern, lebten hier in 550 Wohnungen bis zu 5.000 Menschen. Es gab eigene Schulen, einen Kindergarten, ein Krankenhaus und sogar einen Nachtclub.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde Skrunda zur Geisterstadt. Die Bewohner zogen 1998 ab, der Radarturm wurde gesprengt. Die Anlage mit ca. 60 Gebäuden verfiel. Trotz mehrmaligem Besitzwechsel, auch privater Investoren, gab es kein Konzept für die weitere Nutzung.

In der Zeit nach unserem Besuch verfielen clever junge Leute auf die Idee „lost place Führungen“ anzubieten und ich habe einmal einen TV Beitrag davon gesehen. Dann wurde aber wieder alles abgesperrt und das Areal dient nun der lettischen Armee zum Üben in Sachen Häuserkampf.

Das Radioteleskop wird jetzt vom Ingenieurzentrum der Hochschule von Ventspils bewirtchaftet. Zu wissenschaftlichen Zwecken funktioniert sie immer noch, die 32 m grosse Parabolantenne, von der hier einst sämtliche zu erhaschende Nachrichten empfangen und weitergeleitet wurden.

Veröffentlicht von ruhland99

Man kennt mich - oder man kann mich (kennenlernen)..

2 Kommentare zu „Skrunda 1 – die Stadt die es nie gab

    1. Das war so eine Art „Zwischenzeit“. Da wusste keiner, was mit dem Areal anzufangen ist. Und zuerst klauten irgendwelche Leute einige Tausend Meter noch vorhandene Kabel. Dann wurde alles. was nicht niet- und nagelfest war entwendet. Kein Mensch weiss, ob der Boden verseucht ist und so richtig weiss auch niemand, was da wirklich so abging.. Inzwischen hat die Stadt Ventspils das Gelände gekauft und vermietet es wohl an das Militär. Ähnliches findet man ja in MeckPomm. Da kaufte ein. Kölner Projektentwickler die ganze Halbinsel von der Treuhand. Da die Gemeinde die Zufahrtstrasse sperrte, liegen aber seit zig Jahren die Pläne für ein überdimensionales Urlaubsparadies auf Eis. Allerdings kommt man da nur bis zum Zaun und sieht aus einiger Entfernung dem Verfall der russischen Gebäude zu..

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