RIGA – Lettlands Hauptstadt

Das geöffnete Tor zwischen den zwei Türmen steht für das Stadtrecht. Der Löwenkopf für die Wehrhaftigkeit der Riganer. Die gekreuzten Schlüssel symbolisieren das Patrionat des Papstes und die goldene Krone darüber die Unterordnung des Bischofs (warum nicht darunter, frage ich mich). Dazwischen das Kreuz des Deutschen Ordens. (Blasonierung nach eigenem Empfinden)

Im heutigen, modernen Riga wird es die jungen Leute nicht viel kümmern, wer in den vergangenen Jahrhunderten hier missionierte, hauste oder plünderte. Die Stadt ist Hauptstadt und kulturelles Zentrum des Landes. Die Geschichte ist die Übliche des Baltikums, zunächst.

Die von Bischof Albert von Buxhoeveden aus Bremen 1201 gegründete Stadt war Sitz der Erzbischöfe von Riga und die trugen so manchen Kampf mit und gegen die Schwertbrüder und den Deutschen Orden aus. Eigentlich überhaupt gegen jeden, der ihre Privilegien antastete. Und das mit Segen des Papstes, der ja irgendwie auch von den Einnahmen der frommen Leute profitierte..

Die Geschichte Rigas zu erläutern ist mir hier natürlich nicht möglich. Ich habe sie gelesen und wer sich dafür interessiert wird Spanung hoch drei finden.

Finden kann man hier auch zahlreiche Jugendstilbauten, winklige Gassen und Klosterhöfe, Kaufmanns- und Gildehäuser – eigentlich rund 800 Jahre Geschichte.

Und wohl deshalb wurde das Paris des Nordens 1997 von der Unesco zum Weltkulturerbe erhoben.

Das meistforografierte Gebäude Rigas dürfte das Schwarzhäupterhaus sein. Ein Haus der Kaufmanngilde aus dem 14. Jhd.. Es wurde im Zweiten Weltkrieg von deutschen Truppen zerstört und von 1993 bis 1999 originalgetreu rekonstruiert.

Hoffentlich bekommen unsere neuen Sprachtalibans in Deutschland nicht so viel Einfluss, dass sie in blindem Gutmenschentum dieses Kleinod schon wieder zerstören lassen. Der Schutzpatron der Schwarzhäupter war nämlich zunächst der Heilige Georg (Beschützer der Ritter und Krieger) und dann nahm der Hl. Mauritius diese Rolle ein. Dessen Symbol (ob seiner ägyptischen Herkunft) – ein MOHRENKOPF – ist in das Wappen der Schwarzhäupter eingeflossen..

Wesentlich ernster und dennoch als Zeuge einer, wenn auch nicht nur unrühmlichen, sondern absolut verbrecherischen Zeit, die einzige erhaltene Synagoge. Erhalten nur deshalb, weil der Mob Angst hatte, es könnten beim Anzünden die benachbarten Häuser ebenfalls Feuer fangen. In den Ghettos in Riga wurden, um für deportierte Juden aus Deutschland Platz zu machen, am 30. November 1941 etwa 15.000 und am 9. Dezember noch einmal 12.500 Menschen unter Aufsicht der deutschen SS ermordet. In „Akkordarbeit“. Die Gesamtleitung für die Exekutionen hatte der Höhere SS- und Polizeiführer Friedrich Jeckeln.

Tevzemei un Brivibai (Für Vaterland und Freiheit) lautet die Inschrift auf dem Sockel des Freiheitsdenkmals. Es ist das Symbol für die nationale Souveranität Lettlands.

6 Kommentare

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