Jelgava – die Stadt im Fluss

Jelgava liegt nur ungefähr 50 km südlich von Riga. Der Name deutet auf die Lage der Stadt hin, die bei Hochwasser gelegentlich von dem Fluss Aa oder Aue überflutet wird. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es hier viele prachtvolle Häuser des damaligen Geldadels, heute ist ein Grossteil der Bauwerke russisch, sozialistischer Art.

Man erkennt die Handschrift des italienischen Baumeisters Bartolomeo Francesco Rastrelli am Schloss Jelgava. Das war der Stararchitekt, der sowohl das nicht weit entfernte Barockschloss Rundales (ich berichtete davon), als auch den Winterpalast der Eremitage in St. Petersburg entworfen hat. Ein wirklicher maestro.

Bauherr war der Herzog Ernst Johann von Biron, der auch in einer Gruft auf diesem Anwesen seine letzte Ruhe gefunden hat. Baubeginn war 1737 aber da der Herzog eine zeitlang in Verbannung verbrachte, wurde das Bauwerk erst 1772 fertig. Unglaublich was sich Herzöge damals so leisten konnten: Das von ihm etwa zu gleicher Zeit in Auftrag gegebene und 1770 fertig gestellte Schloss Rundales war bloss seine Sommerresidenz, gerade ´mal 100 km entfernt..

Die Kathedrale der Jungfrau Maria und die orthodoxe Annenkathedrale wurden nach Kriegszerstörung wieder aufgebaut, von der ebenfalls zerstörten Dreifaltigkeitskirche blieb nur der Turm übrig und heute ist ein Museum darin untergebracht.

Die Stadt hat, wie so viele auf dem Baltikum, so ziemlich alle unerwünschten Gäste als Besatzer erlebt. 1944 verlief die Kriegsfront direkt durch Jelgava. Fast 90 % des historischen Zentrums wurden dabei zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte während der Lettischen Sozialistischen Sowjetrepublik. Heute, im unabhängigen Lettland, ist Jelgava ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt und ein Handelsplatz für Getreide und Holz. Im Schloss hat sich die Lettische Landwirtschaftliche Universität angesiedelt.

Auf unserer Besonderen Reise besuchen wir als nächstes eine Burg und wieder einmal ein Schloss..

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