SÖLVE – die Halbinsel Saaremaas

Frei übersetzt, mit einer Entlehnung aus dem Finnischen, liest man hier STRANDGUT. So etwa fand ich die Übersetzung in google. Bei genauerem Hinsehen kann man da zustimmen..

Das Ensemble befindet sich auf der, Saaremaa 30 km vorgelagerten, Halbinsel Sölve. Der 52 m hohe Leuchtturm (in Schieflage, weil beim Bau wohl der Untergrund nicht gebührend beachtet wurde) stammt aus 1960, doch bereits im 17. Jhd. stand hier für die damaligen Seefahrer eine Markierung. Der erste frühgeschichtliche Schiffsfund wird alledings schon auf 700 – 900 n. Chr. datiert. Es werden Wikinger gewesen sein, die damals hier aktiv waren.

Hinterlassenschaften aus Kriegszeiten sind unübersehbar. Das erinnert mich an die verlassenen und zerbombten Alpenfestungen. Ob Campagnolo Cima, Pasubio, Jafferau oder die kpl. Assietta Grenzkammstrasse und noch so viele mehr. Auch dort wurden Sprengungen der Festungsanlagen, mit bis zu 3 m dicken Wänden und Decken, nicht vorgenommen und die Natur begrub da manches unter sich. Und auch dort findet man gelegentlich Hinweise auf die seinerzeit ausgetragenen Schlachten und zweifelhaften Erfolge.

Bedingt durch ein mildes Klima gibt es eine reichhaltige Flora und Fauna. Rund 80 % der gesamten, in Estland vorkommenden, Pflanzen findet man hier auf der Insel. Und ausserdem 35 von 36 in Estland vorkommenden Orchideenarten. Hätte ich in dieser Gegend gar nicht vermutet.

Es lohnt, das Auto ´mal stehen zu lassen und es würde sich lohnen, die Info Tafeln am Eingang des Naturparks zu lesen. Leider sind die nur in Landessprache gehalten. Ich verlasse mich da auf Berichte von Menschen, die hier schon Robben, Ringelgänse und Eiderenten gesehen haben und auch von Rastplätzen der Zugvögel berichteten.

Ruhe und Frieden ausstrahlend, die Kirche und eigentlich auch die gesamte Landschaft.

Man muss, zumindest im von uns gewähltem Zeitraum, keine Angst vor Übervölkerung haben. An diesem sonnigen Tag begegneten wir auf unserem Ausflug genau 4 Menschen.

Die Bockwindmühle, ein romantisches Symbol der Halbinsel Sölve, steht in unmittelbarer Küstennähe. Sie ist, mit noch drei Exemplaren, das Überbleibsel von einstmals über 800 Getreidemühlen auf Saaremaa. Es gibt hier auch einen Beherbergungsbetrieb mit Cafe´ – im Sommer..

Kuressaare, die Metropole der Insel, hatte bereits 1840 eine Moorbadeanstalt und entwickelte sich zu einem inzwischen überregional beliebtenKur- und Badeort. Das Einkaufszentrum für die ganze Region ist großzügig und modern.

Mit Frühstück, Fähre, Festland geht unsere Besondere Reise weiter..

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