Grenzgeschichten

SEDA (Lettland)

Mit dem Besuch dieses, nahe der Grenze gelegenen, lettischen Städtchens verlassen wir nun Lettland. Unsere Besondere Reise geht weiter bis zum nördlichsten Punkt Estlands. Mit einigen Zwischenstopps natürlich.

SEDA entstand aus einer Arbeitersiedlung der 50er Jahre und ist wohl die einzige Stadt in Lettland, in der sich noch die Planung aus der Sowjetzeit fast unverändert erhalten hat. Da gibt es einen Zentralplatz und zu dem führen sternförmig die meisten Strassen. Der Baustil der Häuser und auch des Rathauses (mit den Säulen) wirkt etwas exotisch in dieser Moorgegend, in der schon seit undenklichen Zeiten Torf gewonnen wird. Ein gutes Beispiel für die klassizistische Architektur der Stalinzeit. Es ist kaum zu glauben, dass bis 1954 hier, in diesem eigentlichen Sumpfgebiet, nur ein einzelnes Gehöft stand. Die dann begonnenen Bauarbeiten waren ein besonderes russisches Projekt und das lockte mit seinen Arbeitsplätzen viele junge Russen an. Schnell entwuchs aus der Zusammensetzung der Bevölkerung eine russische Sprachinsel. 2006 waren 64 % der Einwohner Russen und nur 17 % Letten., die restlichen 19 % verteilten sich auf 16 (!) andere Nationen.

Paju (Estland)

Die Grenze bei Valga lag hinter uns und wir hatten eigentlich keinen Aufenthalt mehr bis Tartu vorgesehen. Doch es gibt Plätze, die nicht in jedem Reiseführer stehen.

Direkt an der Nationalstrasse 3, nahe dem nur ein paar hundert Seelen Dorf Paju, steht das Denkmal für den berühmtesten Schlachtort des estnischen Befreiungskrieges.

Am 31. Januar 1919 fand hier eine der bedeutesten Schlachten dieses estnischen Befreiungskrieges statt. Zusammen mit Esten kämpften Finnische Freiwillige in dem Regiment Söhne des Nordens gegen die bolschewistische Lettisch / Russische Armee. An dieses Ereignis, und an den gefallenen Komandierenden der Esten, Julius Kuperjanov, erinnert der Granitstein auf dem dreistufigen, einer Pyramide ähnlichen, Erdhügel. Mit dem estnisch/finnischen Sieg wurde Südestland von der Republik Estland zurückerobert. Es war eine der blutigsten Schlachten dieses Freiheitskampfes.

2 Kommentare

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