SIGULDA – wo selbst der Zar urlaubte

Sigulda ist schon daher ein beliebtes Ausflugsziel, weil es eher wie ein großer Garten wirkt. Nicht wie eine Stadt mit immerhin 11.000 Einwohner. Und wenn man schon am Bahnhofsplatz von einer so netten Schokoladenwerbung begrüsst wird, ist der Tag eh´versüsst.

Auch hier hat in unzähligen Reiseprospekten der Prophet im eigenen Land nichts zu sagen: Man meint, man muss diese Hänge an der Gauja als „lettische Schweiz“ bezeichnen. Als hätte die Gauja es nötig, fremdbenannt zu werden..

Vom Kaiserstuhl, auf dem ich recht unverfroren Platz nahm, überblickt man das Urstromtal der Gauja. Von dieser Stelle haben einige Künstler ihre Gemälde geschaffen und nach einem Besuch des russischen Zaren Alexander II heisst dieser Platz auch Kaiseraussicht.

Erwähnenswert ist, dass Sigulda auch ein berühmter Wintersportort ist. Hier wurden schon Rodel- und Bob Weltmeisterschaften ausgetragen und es gibt sogar eine Sommer-Bob-Bahn. Dort können, in einem speziellen Bob, auch Touristen einmal dem Geschwindigkeitsrausch verfallen.

In der Nacheiszeit, so vor rund 10.000 Jahren, entstand diese größte und höchste lettische Höhle, oder eher Grotte, aus gelbliche-roten Sandstein. Die Gutmannshöhle. Sie ist nicht nur die älteste Touristenattraktion in Lettland, sondern war auch einmal eine Kultstätte, in der heimlich Götzendienste abgehalten wurden. Und schon im 17. Jhd. verewigten sich die damaligen Besucher, darunter Barone und Gutsherren und hinterliessen ihre, teilweise sogar extra von Handwerkern angefertigten, Wappen und Inschriften.

Es gibt eine Sage, dass die Höhle in der Antike die Heimat eines guten Mannes war, der das Quellwasser zum Heilen von Menschen verwendete. Der deutsche Name ist seltsamerweise geblieben..

Natürlich gibt es auch Sagen von herzzerreissenden Liebesgeschichten. Von Maija z.B die, wegen ihrer aussergewöhnlichen Schönheit Rose genannt wurde und ihrem geliebten Viktor, dem Gärtner auf dem nahe gelegenen Schloss Turaida..

Das Schloss Sigulda stammt aus 1881. Ein Herrenhaus für Fürst Kropotkin. Einst war hier die Oberschicht Rigas und Russlands zu Gast. Aber erst nachdem es eine Eisenbahnverbindung Riga – Valka gab und es sich wohl herumsprach w e r hier zeitweise urlaubte.

In weit früherer Zeit jedoch, wurden hier, in Reichweite einer Kanonenkugel, gleich drei Burgen gebaut. Da war sich der Schwertfegerorden mit dem Bischof von Riga nicht immer so einig . Dann folgte der Livländische Krieg. Auch der Schwedisch-Polnische Krieg wütete hier und im Großen Nordischen Krieg wurde wieder alles zerstört. Da fehlte nur noch die Pest und die kam auch..

Seit 1993 befndet sich im Schloss der Stadtrat von Sigulda.

6 Kommentare

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