Schloss Rundäle – eine Sommerresidenz

„Versailles des Baltikums“ , Versailles Lettlands, der Ostsee oder gar des Ostens. Warum man da mit dem französischen Original hausieren geht, ist mir nicht so ganz geläufig. Vielleicht, weil der Prophet im eigenen Land nichts gilt. Deshalb gibt es ja auch die inflationäre Verwendung des Namens „Schweiz“. Schloss Rundale (oder Rundäle) kann auch für sich selbst stehen.

Rundale steht in der südlichsten Region Lettlands und war einst als Sommerresidenz für den kurländischen Herzog von Biron gedacht. Gesponsort von der russischen Zarin Anna Iwanowna. Wie das wohl zusammenhing, na ja – geht uns nichts an. Der Bauplan orientierte sich tatsächlich am Stil Versailles. Kein Wunder, der damalige Stararchitekt Rastrelli kannte dieses Schloss und noch viele andere. Und er hat sich dann mit dem Bau zahlreicher Paläste im Zarenreich seinen guten Namen (und ein kommodes Auskommen) gemacht.

In nur vier Jahren (1736-1740) wurde der Prachtbau errichtet. (Gruss an BER). Aber nur 3 Jahre hatte der Erstbezieher Freude daran. Das lag nicht etwa am „Pfusch am Bau“ oder so. Nein, seine Gönnerin verstarb und so musste er eine Reise nach Sibirien antreten. Man verbannte ihn. Über die näheren Umstände wurde nichts berichtet. (Russ)landestypisch eben. Als er 20 Jahre später zurückkam, liess er dann erst einmal die Inneneinrichtung noch etwas aufpolieren und übergab das Schloss mitsamt seinem Herzogtitel an seinen Sohn. Der erfreute sich daran bis 1795. Da wurde das Herzogtum vom Zarenreich annektiert und die Familie von Biron bekam ein paar Rubel als Abfindung. Der Zarengünstling Graf Platon A. Subow zog ein und dann eine Familie Schuwalow.

Nachdem das Schloss im Ersten Weltkrieg ziemlich beschädigt wurde, ging es im Rahmen der lettischen Agrarreform an den, seit 1918 endlich wieder ´mal souveränen, lettischen Staat über. Dem diente es als Grundschule und Wohngebäude, so nach dem Motto „Schöner Wohnen“.

Den Zweiten Weltkrieg überstand Rundale ohne grössere äusseren Beschädigungen. Aus Platzgründen wurde es dann aber als Kornspeicher genutzt und das hat die Inneneinrichtung ziemlich ramponiert. Ab 1972 begann dann die Restaurierung. Und die ist wirklich gelungen.

Prunkvoll und im Stil der damaligen Zeit, sind die Säle eingerichtet. Davon gibt es 43 ! Den Goldenen Saal, z.B. und den Weissen, den Tanzsaal, den Thronsaal, die Grosse Galerie und, und, und..

Von selbst versteht es sich, dass auch die Aussenanlagen etwas über den, z.B. bei unserem eigenen Haus, üblichen Vorgartencharakter hinausgehen. Die zum Schloss führende Lindenallee allerdings, die kam mir bekannt vor. Eine identische findet man in meiner neuen Heimat bei: Schloss Bothmer (very british, es gibt da einen Beitrag von mir).

Verschlossen blieb uns leider die Tür zum Weinkeller. Da muss mir mein guter Ruf wohl vorangeeilt sein und die bangten um ihre Restbestände..

Unsere Besondere Reise lässt uns noch ein paar Tage in Lettland verweilen. Weiter geht es in Richtung Norden.

8 Kommentare

    • Aber was wird die Umwelt Gretel zum CO2 Ausstoss sagen ☺️ Und auch nur ein Ofen braucht so die halbe Zimmergröße unserer bescheidenen Hütte, und mit der Höhe passt’s auch nicht. Also doch Fussbodenheizung..

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