Männerspielzeug – vom Traumschloss zu den Traumwagen

Wir waren noch keine 500 m weit vom Parkplatz der einstigen Sommerresidenz Rundale entfernt und schon musste ich meine Chauffeuse zum Anhalten nötigen:

Da parkte doch mitten auf der Wiese, vor einem recht unscheinbaren Haus, ein Objekt, dass zumindest zum fotografieren einlud. Neugierde kam auf, Dnepr oder gar „Grüner Elefant“ von Zündapp. Egal, beide sind selten..

Kaum gestoppt, lernten wir den Eigentümer kennen. Und bei diesem unscheinbaren Haus gibt es einen Anbau. Als man mir da das Tor öffnete, befand ich mich in einer, und auch meiner eigenen, anderen Zeit. Vor -zig Jahren, im ebenfalls recht unscheinbaren Oldenburg, war ich einst auf der Suche nach einem angebotenen Exponat für das private Automuseum meines Arbeitgebers. Dieses angebotene Objekt entsprach bei Inaugenscheinnahme aber nicht meinen Kriterien und der verständnisvolle Besitzer lud mich aufgrund meiner vergeblichen Anreise nicht nur zum Essen, sondern auch zu einem Besuch einer unscheinbaren Scheune ein. In der erblickte ich das erste Mal einen Maybach im Bestzustand – das Original von damals! Und noch ein paar andere, seiner damals unverkäuflichen Schätze.

Mit Sicherheit werde ich nicht mehr in die Vergangenheit zurückkehren. Andererseits sind über 50 Jahre Autoleben, incl. Motorrad und Motorsport nicht abzustreifen wie ein paar Handschuhe. Man dreht sich halt immer noch ´mal um..

Da gibt für Oldtimerfans in Bauska oder in Riga Automobilmuseen, die jährlich eine große Anzahl Besucher anziehen. Die sind auf dem neuesten Stand der modernen Präsentation. Hier jedoch handelt es sich um den Privatbesitz eines ehemaligen Rallyefahrers, der seine Schätze eigentlich für sich alleine aufbewahrt. Interessierte Besucher sind aber willkommen und auch ohne lettische oder russische Sprachkenntnisse ist es möglich „Benzingespräche“ mit ihm zu führen. Der Sohn dolmetscht in englisch. Alles ist unverkäuflich, obwohl bei einer Auktion alleine der BMW schon ein Vermögen einbringen würde. Es gibt sie also doch noch – die wahre Liebe..

8 Kommentare

  1. Kanst du auch in Deutschland kaufen: die Ural. und wer sich dann einen BMW-Motor einbaut hat einen feigen Russen 🙂 Der General-Importeur sitz irgendwo bei Zülpich in einem alten Bauernhof.

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    • Ich weiß, aber das ist dann eben nicht das „Original zum Herumschrauben“ – bis auf die Elektrik, da gibt’s noch Bastelbedarf☺️Wir hatten damals so ein Teil als Deko im Automuseum und natürlich bin ich mit roter Nummer auch ein bisschen im nahen Umfeld gekreist, uriges Monstrum!☀️☀️

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  2. Einfach nur geil! Mit der abgebildeten Dreifünfer JAWA verbinden mich dramatische Erinnerungen, als sie mir auf der Autobahn „fest“ ging und ich blitzartig nach vorn abstieg. Zum Glück war sie nicht sehr schnell (Reale Spitze 110 km/Stunde) und die Autobahn damals leer. Lg. R.

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    • Die Zweitakter gingen öfter ‚mal fest, soweit ich weiß, die Jawa noch eher, als die DKW. Waren entweder Temperaturprobleme – oder wie bei mir „Temperament Probleme“ . Die drehten so schön hoch und man konnte die mit einfachen Mitteln etwas „sublimieren“ . Aber die Jawa ist auch wirklich bildschön, nur war sie für meine Körpergröße zu filigran. ☺️LG Jürgen

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