SIAULIAI – hat schon einiges mitgemacht

Siauliai ist die letzte größere litauische Stadt vor der Grenze zu Lettland. Die Vergangenheit der, an einer historischen Strasse zwischen Königsberg und St. Petersburg gelegenen, Stadt ist schon seit ihrer Gründung erfüllt von Kriegen und Zerstörungen.

Wer immer auch auf die Idee kam, ausgerechnet 1236, im Jahr einer hier tobenden Schlacht, eine Stadt zu gründen, musste ja viel Gottvertrauen in die Zukunft gehabt haben. Und das wurde offensichtlich belohnt: Der livländische Schwertbrüderorden, aus dem später der Deutsche Orden hervorging, erlitt eine krachende Niederlage gegen den litauischen Großfürst.

Die erste Holzkirche der Stadt brannte im 30-jährigen Krieg ab. Das gezeigte Holzkreuz vor der Kirche erinnert noch an diese. Da waren die Schweden am plündern. 200 Jahre später plünderte Napoleon, auf seinem Marsch gegen Russland. Während des Ersten Weltkriegs bekämpften sich die Deutschen und die Russen in der „Schlacht von Siauliai“ und sozusagen als Kollateralschaden hinterliessen sie eine zu 85 Prozent zerstörte Stadt. 1940 marschierten die Sowjets ein, ein Jahr später Nazi-Deutschland. Die machten dann auch, zusammen mit litauischen „Helfern“, mit der Ermordungen von Juden und und Deportation von 600 jüdischen Kindern die Stadt „judenfrei“..

Der Dom (oder Peter und Paul Kirche), mit seinem 70 m hohen Turm wurde im 17. Jd. errichtet, überstand 1880 einen Blitzeinschlag und wurde dann aber im Zweiten Weltkrieg erheblich beschädigt. Da befand er sich in einem so erbärmlichen Zustand, dass man ihn bereits während der Sowjetzeit restaurierte. Mit Errichtung des Bistums Siauliai im Jahr 1997 wurde die Peter und Paul Kirche zur Kathedrale erhoben. Papst Johannes Paul II reiste zu diesen Feierlichkeiten an.

Siauliai hat sich zu einer modernen Stadt (mit ca. 130.000 Einwohnern) entwickelt, in der aber erfreulicherweise das Alte noch bewahrt wird. Sie ist inzwischen für Litauen ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und genau wie früher, ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt

Auf unserer Besonderen Reise erreichten wir, vom östlichen Landesteil Litauens kommend, die Stadt teilweise via Autobahn. Recht unspektakulär und lediglich am Stadtrand der Großstadt Panevezys machten wir einen kurzen Tankstop. Wir hatten ja noch die Erinnerungen vom Nationalpark in uns und wollten die auch noch ein paar Kilometer behalten.

Wenn wir heute von Siauliai erzählen, kommt bei den meisten Gesprächspartnern umgehend die Bemerkung Aha, Berg der Kreuze – und diesen Berg besuchen wir auf der nächsten Etappe.

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