Der MITTELPUNKT EUROPAS – nix als Streit..

Also, das kann ich mit Überzeugung sagen: Bevor ich mich noch einmal aufmache, den Mittelpunkt Europas zu suchen – da gehe ich lieber in die Kneipe „Zur Goldenen Krone“. Da wird vielleicht ‚mal ein Strich mehr auf den Deckel gemacht, aber das ist gar nix gegen die goldene Krone am Mittelpunkt Europas. Denn beim Bier, da stimmt, wegen dem Reinheitsgebot, wenigstens der Inhalt.

Da hat uns kurz hinter Vilnius, nördlich gelegen beim Dorf Purnuskes, freundlicherweise ein Wegweiser begrüßt. Und auf einer Erklärungstafel gab es, sogar in deutscher Sprache, all die Hinweise, mit denen ich ja eh´nichts anfangen kann: auf nördliche und südliche Breiten- oder Längengrade, sogar mit Uhrzeiten, omegagenau: 54 Grad 54 O N, 25 Grad 19 00 (die Doppel Null hat nichts mit Toiletten zu tun..) Und da meint man das stimmt endlich. Weil man ja schon einmal am Mittelpunkt Europas war, der lag aber bei Cheb..

Und meinem Frankfurter Bub, dem Wolfgang habe ich damals blind vertraut. War nix. Der Punkt wandert dauernd hin und her, so wie damals der Wolfgang. Wenigsten sein Stein ist größer..

So sind wir erst einmal durch einen Park und über eine Brücke gewandert, um dann auf der Windrose herumzutrampeln und ehrfürchtig vor der Granitsäule zu dem Sternenkranz emporzublicken. Der Krone Europas sozusagen. Der Mittelpunkt.

Doch dann habe ich inzwischen versucht mich schlau zu machen, kann man vergessen. Wenn schon die Wissenschaftler dauernd zu einem anderen Ergebnis kommen, dann schaffe ich das erst recht nicht. Mal haben die nämlich Litauen (also hier), ´mal Slowakei, Ukraine oder sogar Deutschland ausgemacht. Ja wo beginnt eigentlich unser Kontinent und wo hört er auf? Da liegt seit 200 Jahren noch ein großer Stein im Nordosten Polens, den hat wohl der Astronom Sobiekrajki dahin gelegt. Dann kam die k.u.k Monarchie, da ermittelten die Österreicher den Berg Dylen (früher Tillenberg). Und vor 25 Jahren waren es französische Forscher, die Punuskes als geographischen Mittelpunkt bestimmten. Das hat aber wiederum den Tschechen nicht gepasst. 2004, nach der EU Osterweiterung freute sich Cölbe über den Titel, ein paar Tage später stellte man fest, dass die Forscher sich verrechnet hatten. Und so ging und geht es munter weiter..

Oder es ist jetzt endlich Ruhe. Wie man meinen screenshots entnehmen kann, ist nämlich seit dem Brexit der Mittelpunkt Europas wieder in Deutschland, genauer gesagt in Bayern. Und ganz genau gesagt in Gadheim bei Veithöchsheim, das liegt in Unterfranken – noch keine 80 km von meinem Geburtsort Miltenberg am Main entfernt.

Nach all den verwirrenden Erkenntnissen, da könnte ich Miltenberger, mich doch auch so ein bisschen als Mittelpunkt fühlen, aber wie bringe ich das meiner Frau bloss bei ?

Unsere Besondere Reise geht weiter..

4 Kommentare

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