VILNIUS – „Rom des Nordens“

Nein, die Römer, bezw. Roms Legionen waren nie hier. Dafür genügend andere ungebetene Herren und Heerscharen. Der Name kommt von dem kleinen Flüsschen Vilnia, das hier in die Neris mündet.

Vilnius ist nicht nur die heutige Hauptstadt Litauens, sie ist auch Weltkulturerbe. Und nach der sowjetischen Herrschaft mit Eifer europäisch geworden und hat sich „ein für alle Mal“ dem Westen zugewandt. Fast möge man meinen, dass es Europas Musterstadt werden will.

Nicht ganz so mustergültig leben und denken die Bewohner der unabhängigen Publika Uzupis, jenseits der Vilnia Brücken, die haben eine andere Lebensform gefunden und 1997 in einem heruntergekommenen Stadtviertel ihre eigene „unabhängige Republik“ ausgerufen. Satirisch, kreativ und idealistisch sind sie, die hier ansässigen – mit weltweit 200 Botschaftern. Selbst der Dalai Lama war hier zu Besuch und wurde dann auch umgehend zum Ehrenbürger ernannt. In diesem selbsternannten, den Dadaismus und Frank Zappa verehrenden „Montmartre von Vilnius“ ist übrigens auch nicht der 16. Februar Nationalfeiertag, sondern der 1. April..

Ganz anders der Blick in die Altstadt mit schmalen Gassen, Kopfsteinpflaster, stuckverzierten Häusern und Terrassen. Dazu prachtvoll restaurierte Bürger- und Kaufmannshäuser – und 42 Kirchen. Da spürt man einen Hauch der Geschichte dieser Stadt.

Geradezu bei den Kirchen drängt es sich auf: Geht doch.. – da stehen sie einträchtig nebeneinander: Kloster, Kirchen, Synagoge, russisch-orthodoxe Kathedrale.

Wobei die Litauer erst Ende des 14. Jhd. vom Heidentum zum Christenglauben übertraten. Kein Wunder, bei dem Zirkus mit dem Deutschen Orden. Und das auch nur aus taktischen Gründen, sagen Spötter. Weil man mit den christlichen Herrschern leichter Bündnisse aushandeln könne. Da heisst es auch, dass der einfache Mann, der sich taufen ließ, ein Hemd geschenkt bekam. Das hat dann dazu geführt, dass sich einige Litauer sogar öfter als einmal taufen liessen..

An Rom, mit dem aufgrund der vielen Kirchen manche Touristen die Stadt vergleichen, erinnert tatsächlich etwas. Auch an Paris. Man kann es nicht sehen, aber es ist vorhanden: Flair – die Einladung zum Platznehmen vor einem Strassencafé, um einfach den Leuten zuzuschauen. Und weil das Wetter mitspielte (Anfang Mai inzwischen) machten wir da auch gerne Gebrauch von dieser unausgesprochenen Einladung. a’ciuDanke bedeutet das auf litauisch.

Nicht vermisst haben wir die vielen Statuen mit der die Stadt früher „geschmückt“ war. Einige haben wir ja ein par Tage vorher im Grutas Park, nahe Druskininkai auf ihrem Abstellplatz gefunden. Da können sie auch bleiben..

VILNIUS ist aber nicht nur eine geschichtsträchtige Barockstadt. Da gibt es inzwischen auch die schnell wachsende, moderne Neustadt. Das moderne Vilnius. Da befindet sich das Büro- und Geschäftszentrum. Mit einer modernen Architektur, die mich irgendwie an Frankfurt am Main erinnert. Hier, nördlich der Neris, entstand inzwischen eine location für geschäftliche und politische meetings.

Auch die Trabantenstadt mit ihren (gepflegten) Wohnblöcken erinnerte an meine alte Heimat – und weiterfahren konnten wir auch. Unser Auto stand noch an seinem Platz..

Unsere „Besondere Reise“ geht weiter, zum MITTELPUNKT (nicht der Erde, aber) EUROPAS

Veröffentlicht von ruhland99

Man kennt mich - oder man kann mich (kennenlernen)..

3 Kommentare zu „VILNIUS – „Rom des Nordens“

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