DRUSKININKAI – per Dekret zur Heilstätte

Schon schade, dass es gerade hier im „Karlsbad Litauens“ während unseres Aufenthalts regnete. Die Stadt, oder fast besser gesagt, der „Park mit Sanatorien und vielen (neu)reichen Villen“, hätte mehr Glanz verdient. Und Sonne auch. Immerhin liegt die Stadt an der Memel im südlichsten Bereich Litauens.

Der Name kommt von Druska (das bedeutet im litauischen Salz). Es gibt hier in der Gegend viele salzhaltige Quellen und die gesundheitsfördernde Wirkung dieses Heilwassers wurde schon im Mittelalter erkannt. Wer hier herkommt ist entweder neugierig, wie wir, oder will sich erholen und gesund werden. Und das schon seit über 200 Jahren.

Auch wenn das Wetter nicht mitspielte, es hat sich dennoch gelohnt, sich hier ein wenig umzusehen.

Es war der polnische König Stanislaus August Poniatowski, der 1794 Druskininkai per Dekret zur Heilstätte erhob. Und Zar Nikolaus I höchstpersönlich ernannte 43 Jahre später Druskininkai zur Stadt. Im gleichen Jahr wurde auch zufällig das erste Sanatorium für Beamte des Russischen Reichs errichtet (was die Frage aufwirft, inwiefern ausgerechnet Beamte ein Sanatorium benötig(t)en..). Man beachte: Druskininkai gehörte in seiner Geschichte abwechselnd zu Litauen, Polen Rusland und später der Sowjetunion.

Im Laufe der Zeit entstand ein mondäner Kurort und dessen Beliebtheit steigerte dann auch noch die Eisenbahnlinie Warschau – St. Petersburg , die hier vorbeiführte. Da kamen sie jetzt alle, die Reichen und Schönen.

Und heute kommen sie wieder, die ganze russische Schickeria und die Business Society aus Vilnius.. Vor allen Dinge an den Wochenenden. Da kann man sich ja so herrlich entspannen. Im Spa Hotel, im Aquapark, einem riesige Spassbad oder einer der größten Indoor Skianlagen mit einer 400m langen Skipiste. Vom Aquapark geht direkt ein Lift hoch.

Immer wieder beeindruckend ist der Bestand alter Bausubstanz. Und nur vereinzelt noch stehen ein paar Wohnblöcke aus der Sowjetzeit, die meisten offensichtlich als Spekulatiosruinen.. Druskininki hat sich seine mondäne Vergangengeit zurückgeholt.

Mit einem letzten Blick auf die Memel und einem besonderen Parkspaziergang verlassen wir den Ort um uns dann in Richtung Vilnius zu begeben.

GRUTAS PARK – nicht Grusel Park!

Nur ein paar Kilometer von Druskininkai entfernt, haben sie einen Platz gefunden. Die ehemaligen Götzen der Sowjetära. Da findet man Marx, Stalin und allerlei litauische Kommunistenköpfe. Ein Pilzzucht Millionär, dessen Vater in einem sibirischen Straflager umkam, hat hier auf 20 ha sein eigenes Mahnmal geschaffen.

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