Das Gefährt „fährt“ mit der Fähre – wir auch

aber im Gegensatz zu dem Truck, kennen wir den Weg nur von der Landkarte. Wobei ich gleich ´mal sagen muss, dass mir die Fahrkunst der Trucker echt imponiert hat. Ich kann, oder besser konnte, so ein Teil auch einmal bewegen – meilenweit entfernt von den Einparkkünsten dieser Fahrer. Wie die milimetergenau auf der Fähre ihre „Spurmeter“ einnahmen (teilweise mit eingeklappten Aussenspiegeln), ich könnte es nicht.

Und Ehre, wem Ehre gebührt – auch meine Frau – nennen wir sie künftig einfach ´mal Eva, weil das ja auch die erste Frau auf der Welt war – hat ihr neues Spielzeug absolut exakt auf der vorgegebenen Parkposition abgestellt. Und da fährt man nicht einfach in eine Parklücke. Da geht es erst in engen Spuren bergab in den Schiffsbauch und um die Ecken kommt man nur mit ein paar Mal zurückstossen..

Schon bei der Buchung ist es, nicht alleine zur Fahrpreisberechnung, wichtig die Masse seines Fahrzeuges anzugeben. Und zwar genau. Wer da meint mogeln zu können täuscht sich, da kann es passieren dass er nicht nur nachzahlt, sondern u.U. nicht mitgenommen wird. Die Ladekapazität wird genauestens berechnet, jeder Zentimeter zählt – unser Gefährt liegt noch in der günstigen Klasse bis 4,70 m – beim Fahrzeugkauf dachten wir an so etwas überhaupt nicht. Angenehm.

Dann geht es hoch in die Passagierdecks. Es ist empfehlenswert, nur das Nötigste mit in die Kabine zu nehmen. Mit unhandlichen Koffern möchte ich die steilen und engen Treppen nicht hochklettern. Und der Platz in der Kabine ist beschränkt. Ein Häftling hätte lt. OLG Urteil Anspruch auf Entschädigung oder gar Freilassung bis zur Schaffung menschenwürdiger Raumgröße. Hier zahlt der Reisende und freut sich sogar noch über knapp 7 qm (incl. Dusche und WC).

Der erste Weg auf dem riesigen Oberdeck ( sogar mit Heli Landeplatz ) sollte zu den Rettungsmitteln führen. Wer die Handhabung kennt ist im Vorteil, wenn der Kapitän einen Eisberg rammen sollte.

Es bleibt ausreichend Zeit, sich mt dem Umfeld vertraut zu machen. Auf den ersten Blick hatte ich Bedenken, bei der ganzen Verschachtelung der Räume, unsere Kabine je wiederzufinden. Aber man lernt schnell. Zuerst den Weg zur Bar. Steuern muss der Kapitän und ich genehmige mir zunächst einmal ein Bier. Es dauert knapp 2 Stunden, bis nach dem Boarding endlich die Maschinen angelassen werden und der Himmel mit Wölkchen verziert wird.

Und jetzt beginnt sie, die Monate zuvor geplante Reise. Die Fahrzeit wird ungefähr 21 Stunden dauern. Das 200 m lange und 27m breite Schiff hat Platz für 500 bis 550 Passagiere (Die Linie setzt zwei unterschiedliche Fähren ein) und kann knapp 24 Knoten (ca. 42 km/h) Fahrt aufnehmen. Das schafft mein kleines Bötchen gerade so mit Ach und Krach. So eine Fähre hat aber auch 4 Motoren mit je 7.500 PS – meine Neringa nur einen einzigen Aussenborder mit 30.. Und Bordrestaurant, Bar, Cafe´ oder Bordshop gibt es bei mir auch nicht.

Mit einem Drink im Liegestuhl placiert, lässt sich das Abendprogramm, die Fahrt durch die Schärengärten der Kieler Bucht bis zur Reise auf offener See, recht kommod geniessen.

Wenn der Tag erwacht feiert man jede Begegnung mit einem anderen Schiff, ob groß oder klein, am besten erst einmal mit einem weiteren Drink. Aus Freude, dass wir nicht alleine auf der Ostsee herumschippern.. Und gegen Nachmitag kommt „Land in Sicht“

Die unverwechselbare Silhouette von Klaipeda empfängt uns. Hurtig ist ausgecheckt. Und das Navi weist den Weg zum Hotel. Da hatte ich ein glückliches Händchen. Unweit des Strandes gelegen und so toll, dass man gerne wiederkommt. Was wir eh´gebucht hatten – für die letzte Nacht vor der Rückreise.

Jetzt nur noch Sonnenuntergang geniessen und sich auf den nächsten Tag freuen.

Und für alle die „mitreisen“ mögen: die nächste Zeit gibt es auf meiner Seite noch einige Berichte – von unserer „Besonderen Reise“.

6 Kommentare

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