Viel Backstein..

genauer gesagt, über 26 Millionen Ziegelsteine, verbaute man für dieses Denkmal aus der Pionierzeit des Eisenbahnbaus. Es war 1851 mit 78 m die höchste Eisenbahnbrücke der Welt. Man nannte sie auch das 8. Weltwunder.

Die im Vogtland entstandene Eisenbahnbrücke wurde für die Verbindung Leipzig – Hof benötigt. Weil auch damals schon die Bahn unter chronischem Geldmangel litt (nichts hat sich geändert in den letzten 170 Jahren..), musste eine preiswerte Lösung her. Es gab in der Gegend größere Lehmlagen und so kam man zu billigem Baumaterial. Auch wenn für einiges, z.B. für das Fundament der 98 Bögen, dann doch Granit gebraucht wurde. Die über 1.700 Arbeiter waren noch mit relativ bescheidenem Lohn zufrieden. Ganz anders als heute..

Die Baukosten von 6,6 Millionen Goldmark oder 2,2 Millionen Taler entsprachen ungefähr 660 Millionen Euro (denke ich, muss aber nicht genau stimmen..). Zu dieser Zeit verdiente (lt. meiner Internetrecherche) ein Dorfschullehrer in Sachsen 120 Taler per anno (!), hatte aber auch 8 Wochen Sommerferien (wobei diese 8 Wochen Regelung in Sachsen sogar bis zur Wende üblich war).

Vergessen sollte man aber auch nicht, dass die gefährliche Arbeit an diesem Bau, 31 Arbeitern das Leben kostete.

Ein, in der letzten Woche spät nachts gezeigter, TV Beitrag erinnerte mich an diesen Abstecher, den ich seinerzeit auf meiner Dresden Rückreise unternahm. Inspiriert hatte mich der Gedanke an die „Briefmarke mit der schönen Brücke“, bei deren Erstausgabe ich damals gar nicht wusste, wo die sich überhaupt befindet (so kurz nach der Wende).

Eine traurige Berühmtheit bekam die Brücke aber auch als sog. „Selbstmörderbrücke“: 2001 drei Junge Leute zusammen und 2002 gleich 8 Jugendliche, die sich von dieser Brücke stürzten. Insgesamt sollen es über 30 Menschen gewesen sein, die hier ihr Leben beendeten. „Die teuflischen Spiele“ hiess ein 2002 gedrehter Dokumentarfilm, der die Hintergründe beleuchten wollte.

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