LABOE – Ehrenmal oder Gedenkstätte?

Für deutsche Seemannsehr‘. Für Deuschlands schwimmende Wehr. Für beider Wiederkehr.

Unter diesem Geist der Revanche stand die Eröffnung des Ehrenmal Komplexes 1936..

Ein Beispiel für nachhaltiges Bauen. So ein Ehrenmal kann man ja immer wieder ´mal gebrauchen. 1927 für die 34.836 (wie die das immer schaffen, so punktgenau nachzuzählen..) gefallenen deutschen Marinesoldaten errichtet und nach 45 zusätzlich Gedenkstätte für die gefallenen Angehörige der Kriegsmarine. Ab Mai 1954 dachte man dann endlich auch an alle auf den Meeren gebliebenen Seeleute aller Nationen: Dem Gedenken aller toten deutschen Seefahrer beider Weltkriege und unserer toten Gegner.

Viele der in den Kriegen (verharmlost) „auf See gebliebenen“ Soldaten sind allerdings nicht gefallen, sondern schlichtweg explodiert, verbrannt oder ersoffen. Als Dank des Vaterlands gibt es diese würdige Gedenkstätte mit dem ursprünglichen Entwurfs-, bezw. Arbeitstitel „Opferdank„. Grundsteinlegung 1927 auf einem Gelände eines ehemaligen Panzerturms der Kieler Hafenbefestigung. Aus Geldmangel, die Wirtschaftskrise hat´s gebracht, wurde 1929 erst einmal ein Baustop eingelegt. Im Juni 1933 wurde weitergearbeitet und so konnte das Denk- oder Mahnmal dann auch in Anwesenheit des „Führers“ am 30. Mai 1936 feierlich eingeweiht werden. Mit dem Spruch von der Seemannsehr‘..

Die letzte Umwidmung fand dann 1996 statt. Da endlich wurde das Ehrenmal als Gedenkstätte aller auf See gebliebenen erklärt. Gedenkstätte für die auf See Gebliebenen aller Nationen. Mahnmal für eine friedliche Seefahrt auf freien Meeren. Ergänzt durch die bereits wieder zu zählenden Toten der Marine unserer Bundesrepublik: “ Im ehrenden Gedenken den Angehörigen der deutschen Marine, die seit 1955 in Ausübung ihres Dienstes ihr Leben liessen“. Und dann endlich doch noch „Wir gedenken der Toten der zivilen Schifffahrt und Seedienste“.

Also schlussendlich doch noch so ein bisschen Gedenken an die Tausende zivilen und unschuldigen, weil überhaupt nicht am Krieg beteiligten Opfer. Den Passagieren der sich „gerade am falschen Platz kreuzenden“ Passagier- und Flüchtlingsschiffen. Wobei die Positionen dieser torpedierten Unbeteiligten ja einigen Kommandierenden hinlänglich bekannt waren.

6 Kommentare

  1. Danke für die Erinnerung und den punktgenau treffenden Kommentar. Für mich ist es immer wieder frappierend, wie schnell die Menschen das Elend vergessen und jetzt schon wieder durch den Mund von AKK mehr Kriegseinsätze der Bundeswehr fordern. Es ist zum Heulen.

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    • Das Gedächtnis der Menschen scheint sehr, sehr kurz zu sein. Ich habe mit letztens den Film „1917“ angesehen und vor einigen Monaten Ravensbrück und Mauthausen besucht, solche Dinge ‚erden‘ mich immer wieder, zeigen sie doch auch, dass immer nur der „einfache Mann“ verliert und immer die Gleichen profitieren. Den „einfachen Mann“ kann man ganz leicht mit ‚Ruhm und Ehre‘ ködern, die anderen verdienen.

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  2. Es ist ja für manche auch so leicht auszusprechen, wenn man nur von „einem robusten Mandat“ faselt. Schon für so einen Spruch könnte ich so einem oder einer in dem A.. treten. Es sind ja immer nur kleine Leute betroffen. Die „Führer“ und ihre Mischboke triffts ja nur selten..

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  3. Um Deine Frage zu beantworen: Weder noch, sondern ein Mahnmal.
    Viele haben Dönitz auch nach dem Krieg angehimmelt, dabei war er einer der schlimmsten Kriegsverbrecher. Daher wird mir schlecht, wenn ich auch heute immer noch ewig Gestrige in/um Laboe vom „Geist der U-Bootwaffe“ sabbeln höre.

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