Wer den Pfennig nicht ehrt..

diesen Spruch habe ich noch von meiner Oma gelernt. Und wer kann sich noch an den Film erinnern: Der Herr ohne Kleingeld. So lange ich denken kann, war der Pfennig auch irgendwie ein Indikator für die momentanen Lebenskosten. Ein Brötchen kostete 5 Pfennige und für 4 (Goldhut) Zigaretten waren 30 fällig. Ein 3 Pfund Brot kostete 1,05 (DM). Zugegeben das ist schon ein paar Tage her. Da war ich so um die 6 Jahre alt. 8 Jahre später bezahlte ich für den ersten Liter Zweitakt-Sprit für mein Cavallino Moped (was konnte NSU damals noch für schöne Mopeds und Motorräder bauen..) 57 Pfennig und für ein kleines (Berufsschul-Pausen) Bier 25 – das 0,3er schon 30 Pfennig..

Eines (und) schönen, viel späteren, Tages wurden wir dann mit dem CENT beglückt. Die Inflation begann.. Und jetzt: ABSCHAFFEN wollen sie das Kleingeld, unsere letztendlich nur dank unserer Steuercents besserverdienenden Brüsseler Sesselfurzer.

Nicht verzagen – Ruhland fragen. Was dem Reuter recht war, ist dem Ruhland billig. Weil wir ja doch vor dem Gesetz alle gleich sind.

Auch wenn es bei uns gerade noch so ging mit dem Bauen, gegenüber 1922 hat sich nicht allzuviel geändert. Da liest man an manchen Häusern aus dieser Zeit schon ´mal Sprüche, die gerade heute wieder höchst aktuell sind: „Sechs Mark zwanzig kostet der Stein, da lasse ich das Bauen sein“ oder „Gott schütz`dieses Haus vor Blitz und Brand, vor Wohnungsamt und Bubenhand“.

In der damaligen Zeit der allgemeinen Verunsicherung (vornehm ausgedrückt), gaben dann Dörfer und Städte, Kleingewerbetreibende und Großindustrie, eigentlich jeder der knapp bei Kasse war, eigenes Notgeld heraus. Wobei die hier gezeigten Pfennige auch noch so richtig schöne Bildchen und Sprüche in`s Portemonnaie brachten. Wo bekommt man schon für so kleines Geld so viel Kunst?

In diesem Sinne, und nicht etwa um mich zu bereichern (nun ja, ein wenig könnte ruhig kleben bleiben beim Ausdrucken) nehme ich mir ein Beispiel an dem Schriftsteller Fritz Reuter, der seine Erzählungen in dem, mir immer noch nicht geläufigen, plattdeutsch verfasst hat. Der druckte, war ja auch kein Problem bei seinem eigenen Verlagshaus, das gezeigte REUTER GELD, und das wohl im Auftrag von Bad Kleinen.

Ich wohne seit 2018 in Bad Kleinen und besitze einen Epson und einen HP Farbdrucker um die notwendige Auflage zu schaffen. Ich denke an ein paar Hunderttausend (hoffentlich wird das Papier nicht so teuer). Das müsste ja machbar sein.. „R“ ist ebenfalls der Anfangsbuchstabe meines Namens. Knapp bei Kasse bin ich auch immer (Hobbys haben nun ´mal ihren Preis). Und den Pfennig, bezw. heute CENT, möchte ich doch sooo gerne behalten. Also die Grundvoraussetzungen stimmen. Da ist es doch nur recht und billig, dass ich einem Vorbild nacheifere:

Wenn´s allerdings von der Obrigkeit nicht so gerne gesehen und dann tatsächlich noch ein Zimmer im Kittchen frei sein sollte: Die Besuchszeiten könnt ihr im Internet googeln. Vergesst aber nicht ein Feilchen mitzubringen. Wer´s nicht gerafft hat: Veilchen könnt ihr in den Salat machen..

12 Kommentare

  1. Interessante Zusammenstellung, es ist erstaunlich, wie schnell man diese Dinge immer wieder vergisst.

    Übrigens, bei uns kostete das kleine Bier 40 Pfennige und wir waren neidisch, wenn uns Opa Ede erzählte, dass man „vor dem Krieg“ gerade mal einen Groschen dafür löhnen musste.

    Euch einen schönen Sonntag, R.

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    • Als „Ex Wessi‘ rechne ich 1 : 4 und da waren das ja Zustände wie im Paradies. Eingefallen sind mir noch Autopreise: Käfer Standard 3.600, -Export 4.200. Die Renault Floride 8.600 und mein erster Mercedes 10.500 DM bei einem Durchschnitts Einkommens von rd. 15.000

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      • Meinen ersten Mercedes kaufte ich 1964.. – in den 80ern wäre ich noch nicht einmal mit 2000 West zufrieden gewesen. Gekriegt habe ich mehr und ob ich es auch „verdient“ hatte wurde stets auf’s neue hinterfragt. Dank meiner Gewinnbeteiligungs Regelung war das aber schon in Ordnung. Und meine Autos musste ich auch nicht mehr selbst bezahlen .☺️☺️

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