SCHLOSS PILLNITZ, ein wahres "Lust"schloss

Wie ich meinen Beitrag über Dresden verlassen habe, fange ich hier an. Mit Friedrich August, dem Starken. Obwohl, so richtig stark war der eigentlich nur beim Geldausgeben.

Infolge des mysteriösen Todes seines älteren Bruders, der starb kurz nach dem, angeblich von dritter Seite herbeigeführten, Tod seiner 19 jährigen Mätresse unter ähnlich rätselhaften Umständen und mit gleichem Krankheitsbild wie das junge Ding., wurde der junge August mit 24 Jahren Thronfolger. Da er der Jüngere war, hatte er mit solch einer Ehre gar nicht gerechnet und sich dementsprechend auch nie mit Verwaltungskram belastet. Dagegen unternahm er lieber mit 18 seine ersten Bildungsreisen durch Italien und Frankreich. Die sollen recht ausschweifend gewesen sein. „Kavaliersreisen“ nannte man das auch in besserer Gesellschaft. Ob er wirklich bei seiner Rückkehr sang „Das hab ich in Paris gelernt“ ist jedoch nicht verbürgt.

Gerlernt hatte er aber, rauschende Feste zu feiern. Und der Prunk italienischer und französischer Lebensweise, Kunst und Architektur hatte es ihm überhaupt angetan. Reisen bildet eben.

Nachdem August regierte und gönnerhaft in Dresden für Zwinger, Frauenkirche und mehr gesorgt hatte – auch für das Grüne Gewölbe (das zog ja gerade wieder ganz besondere „Kunstliebhaber“ an) und somit auch den Namen Elbflorenz promoted hat, war es für ihn an der Zeit, einen eigenen kleinen Spielplatz für sich und seine zahlreichen Mätressen zu schaffen. Bemerkenswert, dass der Kerl extra und nur um König von Polen zu werden, zum katholischen Glauben übergetreten war. Ein Onkel half ihm dabei und ein paar Taler Bestechungsgeld sollen auch geflossen sein. Sein Katechismus war vermutlich mitnichten der gleiche, wie für das gemeine Volk. Anders kann man sich seine über hundert (angeblich sogar über 300) unehelichen Kinder nicht erklären.

SCHLOSS und Park PILLNITZ

Malerisch am Elbufer gelegen, in einem kleinen Dorf unweit von Dresden, entstanden dann so um 1720/30 zunächst drei eigene Bauwerke, die aber später miteinander verbunden wurden. Eine Boostanlegestelle war selbstverständlich für das Wasserpalais und mit Gondeln (a la Venedig) bewegte man sich zwischen Dresden und dem Schloss hin und her.

Gerade in Mode, bei Schloss Architekten, war die Verwendung chinesischer und ostasiatischer Deko Elemente. Weder August, noch der Baumeister waren je in China, aber auf den importierten Stoffen waren halt so schöne Muster. Haben wollen..

Hochzeit auf Schloss Pillnitz die prunkvollste Europas

Für die Hochzeitsfeier, anlässlich der Vermählung seines 23 jährigen Sohnes mit der 20 jährigen österreichischen Kaisertochter, war dem liebevollen Braut- und Mehrfach Vater nun ´mal gar nichts zu schade. Da wurde auf dem Schloss über 41 Tage fröhlich gefeiert und getafelt. Mit hunderten von Gästen. Die verzehrten Fleischprodukte mögen da in Tonnen nachzurechnen sein und der kredenzte Wein in Hektolitern..

Begonnen hat die Fete mit Ankunft der Braut in einer, eigens dafür in Venedig gebauten, vergoldeten Prachtgondel. Da ist der von mir gelenkte, hin und wieder anlässlich Hochzeiten der Ableger guter Kunden, eingesetzte 56er Rolls Silver Shadow (hatte momentan nur ein pdf Bild zur Hand und musste das schnell abfotografieren..) unseres damaligen Automuseums ja geradezu Kleinwagenklasse. Die Kosten der Vergoldung dieser Gondel lag ja schon über Zeitwert des Rolls.

Man redet bekanntlich in solchen Kreisen nicht gerne über Geld: Die Feierlichkeiten hatten ihren Preis. Es mussten rund 4 Millionen Taler hingelegt werden. „Gespendet“ vom Volk natürlich, wie auch heute von der Monarchie noch gerne geübt. Oder sogar von bestimmten Politkern, als notwendiger Repräsentationsaufwand abgerechnet.

Was soll der Neid. Eigentlich war das doch recht bescheiden gegenüber manch anderer Royalen Vermählungen unserer Zeit. Nehme ich einen Wechselkurs Taler / Euro von 1:6 bin ich gerade ´mal bei 24 Millionen Euro. In einem Nachbarland von uns rechnete man 1981 mit 30 und 2018 dann mit 36 Millionen Euro Gesamtkosten, incl. Sicherheitskonzeptionen. Hochzeitsreise ebenfalls inclusive.

Mit diesem Beitrag ist die Rundreise, in eine für uns bisher fremde Umgebung, beendet. Aufgrund der momentanen Witterungsbedingungen habe ich meine engere, neue Heimat vernachlässigt und auf eine „Konserve“ zurückgegriffen. Davon habe ich zwar noch so einige, nichtsdestotrotz ist für 2020 Danzig bereits gebucht und mittels Reiseführer und Karten plane ich derzeit wieder eine längere Autorundfahrt. Richtung Masuren wollen wir aufbrechen. Zwischendurch gelegentlich in engerer Umgebung Halt machen, an kleinen, zunächst unbedeutend erscheinenden Plätzen.

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