SONNE – letztes Jahr in Marienbad..

Ob Stadt im Park oder Park in der Stadt. Meine Antwort: Einfach schön. Die ehrwürdigen Hotels, die -zig Mineralwasserquellen mit, vornehm ausgedrückt, gewöhnungsbedürftigem Geschmack, Kolonnaden, Cafe´s und Kneipen (da gibt es den Stoff noch aus kleinen Privatbrauereien). Für jeden etwas.

Man liest, schon König Ferdinand der Erste hätte sich Gedanken um den Salzgehalt des hiesigen Quellwassers gemacht und diesen bereits um 1530 erforschen lassen. Es sollte aber noch fast 300 Jahre dauern, bis dann das erste gemauerte Kurhaus „Zur goldenen Kugel“ (da ging das wohl auch gleich los, mit dem zocken..) eröffnet wurde.

Der Kaiser Franz Joseph I. hat 1865 Marienbad per Edikt zur Stadt erhoben. Und dann kamen sie alle in Scharen. Die Reichen und die Schönen. Ob Zar oder Könige, Dichter oder Musiker. Ich auch, weder reich noch schön, und 150 Jahre später. Die richtig goldenen Zeiten sind schon lange vorbei, jedoch zeugen die Bauten immer noch von der damaligen Pracht und Herrlichkeit.

Und vor mir war auch schon ein anderer Frankfurter hier. von Goethe, der arme alte Mann traf hier auf seine letzte große Liebe. Ulrike hiess sie. Meine auch einmal, da waren wir aber beide noch jung und es war auch nicht die Letzte (Liebe meine ich). Und es trennten uns auch nicht rund 50 Lebensjahre. Johann Wolfgang hatte da ein bisschen Pech. Die Kleine liess sich zwar gerne von ihm herumführen und genoß seine Avancen, aber das war´s. So schrieb er aus Frust seine drei Gedichte, Trilogie der Leidenschaft.

Ob er dann , wie seinerzeit, nach dem Fiasko mit Charlotte, auf dem Lahn Höhenweg, Entspannung beim Wandern gefunden hat, wurde nicht überliefert. Fakt ist, im Garten unseres nahe Cheb gebuchten Hotels steht dieser eine Stein. Vielleicht hat er „vor ein paar Jahren“ sogar im gleichen Hotel gewohnt ? Wer weiß, die Hoteliers sind da doch recht diskret..

Da gibt es aber seltsamerweise noch einen anderen Mittelpunkt Europas, dessen Stein findet man im Baltikum. Eigentlich egal, denn seit heute (01.Februar) stimmt das, dank Brexit sowieso nicht mehr..

11 Kommentare

  1. Goethe, Beethoven, ich, du – wir alle waren im Bäderdreieck: Franzensbad, Marienbad, Karlsbad, Bad Brambach, Bad Elster. Eine mondäne Gegend mit viel Geschichte und Gesundheit.
    Danke für die schönen Impressionen.

    Gefällt 1 Person

  2. Marienbad ist geprägt durch viele schwerfällige und schwergewichtige Damen slawischen Ursprungs unter der Wucht von Tonnen von Goldschmuck einerseits und den betörenden Geruch von vielen Kilogramm Parfüm mit melancholischem Rosenduft andererseits.

    Und Ulrike von Levetzov, die einen sagen so, die anderen so. Wahr ist wohl, dass sie sich erst recht spät öffentlich von dem alten Sack distanziert hat.

    In dem kleinen böhmischen Ort Trebenice gibt es in einer umgewidmeten Kirche das Böhmische Granatmuseum, dort gab/ gibt es eine sehr schöne Reminiszenz an Ulrike von Levetzov.

    Gefällt 1 Person

    • Ich war nachmittags unterwegs. Die christbaumähnlich behangenen Appetitzügler sollen angeblich erst spätnahmittags aus ihren Renovierungswerkstätten kommen. Wobei manchmal enthaupten die effektivere Arbeit eines Schönheitschirurgen wäre. Ist wohl nicht so gerne gesehen😊 Und Ulli hat meines Wissens überhaupt nie mehr geheiratet. Schade, dass ich das mit dem Museum nicht vorher wusste. All das erinnert ein wenig an „Mörtel“ aus unserem Nachbarland🤣🤣🤣

      Gefällt 1 Person

      • Dann fahr am Besten noch mal hin, es lohnt sich. Ulrike von Levetzov soll nicht mehr geheiratet haben, warum bliebt unklar. Heute wird das sicher freizügiger diskutiert.

        Und Mörtel, der soll ja derzeit selbst von Frau Vonn verschmäht sein?

        Einen schönen Sonntag, R.

        Gefällt 1 Person

      • Wo soll ich hin, ins Museum oder zu den freizügigen Damen; Und was mache ich, wenn da ein „ja““ sagt. Das schickt sich aber gar nicht, wo ich doch mein ganzes Leben relativ treu war..😊

        Gefällt 1 Person

      • Natürlich sprach ich ausschließlich von der Kultur, der beobachterische Charme solcher Spezialitäten enthüllt sich oft erst beim wiederholten Betrachten. Und, um dort an Untreue zu denken, muss man schon sehr masochistisch veranlagt sein. 😂😂😂

        Gefällt 1 Person

  3. Dann warst du bestimmt auch in den zwei anderen Bädern. Und weil das Wetter heute nicht so richtig meins ist mache ich es dem kleinen Star nach und bleibe zuhause. Da arrangiere ich eben noch ein paar Knipsbildchen von Franzens- und Karlsbad,,

    Liken

    • Ist auch nicht wirklich nett. Das meint, das manche älteren Damen mit dem Älterwerden nicht klar kommen und meinen, sich durch übermäßigen Schmuckbehang mit der Jugend Konkurrenten zu können..☺️

      Liken

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.