NEUBUKOW – Troja ganz nahe

„In Silber nur eine ausgerissene grüne Buche zwischen den beiden Zweigen ein goldenes Schild, darin ein herrschender, goldgekrönter schwarzer Stierkopf mit aufgerissenem Maul silbernen Zähnen, ausgeschlagener roter Zunge, in sieben Spitzen abgerissenes Halsfell und silbernen Hörner„. So die Blasierung. Am 10. April 1858 von Friedrich Franz II, Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und in der Wappenrolle registriert.

Nur 8 km entfernt liegt, das von mir bereits beschriebene, Alt Bukow. Dessen Wappen beinhaltet ebenfalls eine Buche, anstelle des Stierkopfs jedoch 2 Bischofsstäbe. Verständlich, wurde es ja 1203 von dem Lübecker Hl. Geist Spital kpl. aufgekauft. Und Lübeck war bekannrlich Bischofssitz, der mit dem cleveren Isfried als Manager..

Die im 13. Jhd. errichteten Pfarrkirche war 1326 eine Vikarie. Da musste ich, trotz frühkindlicher katholischer Erziehung, erst einmal nachschlagen: Allgemeinverständlich würde ich sagen, dass es sich um eine Art von frühzeitlichem Sponsortum handelte. Ein bestimmter Priester hat an einem bestimmten Altar und einem festgelegten Tag, eine Messe für das Seelenheil der finanzierenden Familie zu halten.

1814 bis 1823, also lange nach der Reformation, war in dieser Gemeinde ein gewisser Herr Schliemann Pastor. Dieser war, getreu dem Spruch wachsen und vermehren, Vater von 9 Kindern. Eines davon nannte er Heinrich und dessen Lebensweg verlief nicht nur höchst erfolgreich, sondern auch höchst abenteuerlich. Es lohnt, diesen einmal nachzulesen. Da ist vom illegalen Waffenschmuggel bis zur Hochzeit mit einer vierzig Jahre jüngeren 17 Jährigen alles drin. Vor allen Dingen aber Die Entdeckung Trojas .

NEUBUKOW liegt zwischen Rostock und Wismar, etwa 10 km entfernt von Rerik. Der Name kommt aus dem altpolabischen bukov und wechselte dann über einige Stationen zu dem heutigen. Einen Besuch wert ist das kleine, neben der Kirche befindliche, Heinrich Schliemann Museum. Als Bauwerke stechen das Rathaus und eine ehemalige Schule (heute Rotes Kreuz Heim) ins Auge. Und last, not least: Der Baltische Jakobsweg führt hier durch, ein Sternenzeichen an der ehemaligen Schule zeigt dies an. Bis Wismar sind es bloß 64 km, dann aber, bis Santiago de Compostela, zieht es sich etwas..

Als Pilger achte man auf das blaue Schild vor dem Backsteinhaus, es weist den Weg zur Herberge.

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