BIBOW – Kirche von Ritters Gnaden

Ritter, meist in ihren schweren Rüstungen, galten bei vielen Menschen ja schon immer als Vorbild für Kühnheit und edles Benehmen. Ausser den Raubrittern, von den weiß man, dass die sich etwas weniger vornehm benahmen..

Ritter kamen zunächst aus adligem Hause. Aber so ab dem 11. Jhd. etablierten sich dann auch noch, ausser den meist adligen Grundbesitzern, sogenannte unfreie Hofbeamte als Ritter. Da bezogen dann auch diese Ex-Staatsdiener genau so, wie der alte Adel, ihre Einkünfte aus dem Feudalsystem, (Voltaire erläuterte dieses System, das in der Französischen Revolution als Kampfbegriff eine Rolle spielte und im 19. Jhd. von Karl Marx als Vorstufe zum Kapitalismus genannt wurde. Einfach gesagt: Schon immer waren ein paar Menschen Gleicher und deshalb auch ein wenig reicher..

Bibow, der Ortsname kommt aus dem slawischen biba = Trinkgelage. Und die Slawen waren zuerst hier, dies belegt der Fund von 660 Silbermünzen aus der Zeit des 11. Jhd. Doch dann war es mindestens seit 1247 Stammsitz des Rittergeschlechts von Bibow (denn da wurde erstmals ein Heine de Bibowe erwähnt), das in dieser Gegend mehrere Besitztümer besaß und auch als Bauherren für die Kirche fungierte. Allerdings gab es im Laufe der Jahrhunderte mehr oder minder regelmäßig Besitzwechsel zwischen denen von Plessow und den Bibows. Ich kann mir das nur so erklären, dass die Feudalherren nach dem Motto nomen est omen den Ortsnamen pflegten, munter weitertranken und dazu wohl etwas pokerten. Wenn dann bei dem einen keine Silberlinge mehr vorhanden waren, setzte er eben nach dem Motto „Alles oder Nichts“ ganz einfach das komplette Hofgut. Mal hatte der eine Glück und dann wieder der andere..

Wer letztendlich die gotische Backsteinkirche gebaut und bezahlt hat ist nicht nachvollziehbar. Es waren da auch immer noch Erweiterungen oder Sonderwünsche vonnöten. 1390 schon der erste Anbau, 1650 eine Empore und 1745 ein Anbauturm. 1807 fiel das Längsschiff zusammen und wurde erst 1820 wieder hergestellt. Aufgrund der nahen Bahnstrecke erlitt auch die Kirche im 2. Weltkrieg Bombenschäden und war zur Wendezeit eigentlich am Verfallen. Noch zu DDR Zeiten dachte man über einen Abriss nach. 1999 begann dann die Restaurierung. Und die ist gut gelungen.

Hasenwinkel

1744 erwirbt Oberleutnant von Bassewitz Bibow. 1829 war es bürgerlicher Grundbesitz und 1912 kaufte es der Deutschrusse und Diplomat Wladimir Schmitz Hasenwinkel . Der errichtete ein pompöses Gutshaus und verkaufte dieses 1927 an eine Verlegerfamilie aus Essen (Kurt Girardet). Ab 1945 war das Anwesen dann wieder Volkseigentum.

Heute dient der Bau als Hotel, überwiegend für Schulungen, Tagungen, Feste und Veranstaltungen.

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