Willigrad – Schloss und Park

Während man in einem Bild noch das gelöste Rätsel (die Teigteilmaschine) findet, gibt es schon wieder ein Neues. Diese im Park gefundene Maschine war wohl eine Säge.

Das im letzten Jahrzehnt des 19. Jhd. (genau 1896-98, also in dem Jahr begonnen, in dem die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit eröffnet wurden) von einem Hannoveraner Architekten gebaute Schloss und seine Parkanlagen liegen am Steilufer des Schweriner Sees und gehören zu den Kleinoden des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Der von Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg in Auftrag gegebene Bau wurde seinerzeit von der Herzogin Elisabeth mit dem von ihrer Mutter ererbten Vermögen errichtet.

Von diesen „goldenen Zeiten“ kann man nur träumen. Da gab es sogar eine Anlegestelle der Schiffahrtslinie Schwerin-Bad Kleinen-Schwerin. Für die Passagiere des Dampfers Niklot, der sie zu ihren Schloßbesuchen oder den festlichen Empfängen brachte. Willigrad war damals ein Ort wichtiger Entscheidungen und als Treffpunkt der High Society beliebt. Und die Herzogsfamilie hatte in einem eigenen kleinen Hafen ihre Segelyacht Cecilie vor Anker liegen. Mit dieser besuchte sie dann hin und wieder Schwerin. Und am 1. August1903 war sogar der Kaiser hier zu Gast (residierte aber zu Manöver Zeiten im Schweriner Schloss). Seither heisst die vielstufig großzügig angelegte Treppe, vom See zum Schloss hoch, auch „Kaisertreppe“. Nicht überliefert, ob der Monarch selbst gelaufen oder in einer Sänfte hochgebracht wurde..

Bis 1945 war die Familie des Herzoghauses Mecklenburg-Schwerin Eigentümer des gesamten Areals. Dann folgten Enteignung und Fremdnutzung. Nach dem Gadebuscher Abkommen, in dem Grenzverlauf und Gebietsübertragungen von Briten und Sowjets festgelegt wurden, diente das Schlossgebäude der Roten Armee als Typhuslazarett und die Wirtschaftsgebäude als Flüchtlingsunterkünfte. Später zunächst Parteischulungs Zentrum der SED und Ausbildungsstätte der Polizei. Da gab es dann Schießstände, Bunker, Wohnblöcke und Zweckbauten. Bis 1990 war es eine Terra incognita, aus Gründen der Geheimhaltung verschwanden Schloß und einige Gebäude von den Landkarten..

Heute ist von all dem Finsteren nichts mehr zu spüren. Da hat sich ein Kunstverein angesiedelt und veranstaltet regelmäßig Ausstellungen. Der Schlosspark ist mit soviel Skulpturen besetzt, dass ich diese gelegentlich in einem eigenen Beitrag würdigen werde. Die Gärtnerei und die dazugehörige Tierhaltung lockern das Gesamtbild auf und nicht zuletzt gibt es da ja auch das kleine Cafe´mit großen leckeren Torten..

Im großzügig angelegten Park und am Uferweg läßt es sich herrlich spazierengehen. Und auf zwei Gedenksteinen am Ahrensweg, werden dem Haus- und Hofmeister Wilhelm Ahrens und einem Herren v. Both (uraltes mecklenburgisches Adelsgeschlecht) gedacht. Der war wohl so eine Art Verwalter oder „Finanzminister“..

Die Titanic hingegen, hätte man hier nicht vermutet. Es handelt sich um ein von dem Berliner Künstler Klaus Duschat geschaffenes Kunstwerk.

4 Kommentare

  1. Danke, zuviel der Ehre.. Ich muss doch meiner Ex Hessen Bagage klar machen, dass es anderswo auch schön ist – und es selbst ausserhalb des bedeutendesten Bundeslandes auch noch einen Hauch Kultur gab/gibt. Ebenfalls Schönen Sonntag ☺️☺️

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