Insel POEL – gestern und heute

“ Das Schild durch einen golden Strichbalken geteilt, oben in Blau ein voll besegeltes silbernes Zeesboot, unten in Grün eine goldene Rapsblüte“.

Das, auf plattdeutsch beschriebene, Boot ist ein lang und breitrumpfiges Haffboot, das aufgrund seines geringen Tiefgangs für die, teilweise flachen, Gewässer um die Insel bestens geeignet ist. Seit dem 15. Jhd. gibt es diesen Bootstyp und er wurde in der DDR noch bis 1970 zum Fischfang eingesetzt.

eine Insel mit Vergangenheit

Die unmittelbar an Wismar grenzende und nur durch eine 1927 gebaute, feste Brücke mit dem Festland verbunden Insel, hat in der Tat so einges hinter sich: Schon in prähistorischer Zeit sollen hier Menschen gelebt haben, Fischer, Jäger oder Bauern. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie aber erst 1163 und zwischen 1210 und 1350 entstand, in mehreren Etappen gebaut die Dorfkirche, die Kirchdorf auch seinen Namen gab.

Die Kirche mit ihren 47 m hohen Glockenturm war integriert in eine Festung, die der Herzog von Mecklenburg 1610 bauen liess. Ein Schloss für den Herzog wurde gleich mitgebaut. Sozusagen als Ferienwohnung. Der Komplex war von Wassergräben und bis zu 11 m hohen Erdwällen umgeben (die Reste stehen heute noch, Festung und Schloss sind verfallen). Die Kirche diente in den abenteuerlichen Zeiten, als der Herzog seine jahrelangen Scharmützel mit dem Lübecker Domkapitel (Ora et labora hatten die Lübecker vielleicht noch nicht aus dem lateinischen übersetzt) austrug, wohl auch des Öfteren als Zufluchtsort und sogar als Speicher. Dann kam Wallenstein und seine Truppen besetzten diese Anlage. Nach Beendigung des 30jährigen Krieges kam der, auch nicht allzulang andauernde, Westfälische Friede. Poel wurde 1648 Schweden zugesprochen. Solche Händel waren die Poeler ja gewohnt, bereits 1318 verkaufte Heinrich der Löwe die, ein paar Jahre vorher eroberte, Insel an drei Adelsfamilien..).

1675-1679 nach dem Schwedisch-Dänischen Krieg kam die Dänische Herrschaft ins Land und 1711-1720 gab es den Nordischen Krieg. 1803 kam Poel wieder zu dem, von Schweden besetzten Mecklenburg und 100 Jahre später verzichteten die Schweden endlich auf die Stadt Wismar und die dazugehörenden Ländereien. Dann gab es eine zeitlang Ruhe.

Nach Ende des 2. Weltkriegs kamen die Russen und richteten sich häuslich ein (so richtig willkommen waren die bestimmt nicht..). Bis zur Wende nutzte die NVA die herrlichen Steilküsten u.a. als Horchposten. Dann veränderte sich die Einwohnerzahl und der Übergang zur Marktwirtschaft fand statt. 1997 die Ernennung zum staatlich anerkannten Kurort. Strand, Steilküste, Yachthäfen und vorzügliche Fischlokale laden immer wieder zu einem Besuch ein.

Die Grafik des Ex DDR Künstlers Wolfgang Reinke könnte am Standort meines letzten Fotos dieser Reihe entstanden sein..

Und so ganz ohne Historischen Hintergrund gibt es da auch bestimmt nicht die „Piratenbucht“ – da hat sich bestimmt hin und wieder auch ´mal Herr Nikolaus Storzenbecher, ein gebürtiger Wismarer, versteckt. Wie, den kennt ihr nicht. Doch, aber vielleicht nur unter seinem „Künstlernamen“: Klaus Störtebeker

6 Kommentare

  1. Danke für Deine schönen norddeutschen Einblicke. Vielleicht kannst Du auch eine Zusammenfassung dazu machen und einstellen? Das wäre ganz sicher als eine Art persönlicher Reiseführer für diesen und jenen sehr nützlich.

    U_n_d, es spart C02,

    Lg. R

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  2. Schön, dass es Dir gefällt. Das bestätigt meine These: e i n Fan hat Jeder! Wem´s gefällt kann doch einfach einen Ordner anlegen. Und weil ich jetzt immer mehr für CO2 bezahlen muss, denke ich eher daran ein SUV Treffen zu veranstalten. Die bringen mein bezahltes CO2 mit und ich bekomme dann auch endlich etwas für mein Geld🤣🤣

    Gefällt 2 Personen

    • Schade, ich fahre – mangels Saab – nur noch Benz, da werde ich wohl nicht geladen? Ich fahre keinen SUV, weil ich mir jeden Tag zeigen muss, dass die Beine noch problemlos in eine Limousine zu falten sind. Obwohl, manchmal tut es schon weh…ich zeige es aber nicht.

      Gefällt 1 Person

  3. Da habe ich ja einen Blödsinn geschrieben. Die Beiträge lassen sich ja gar nicht herunterladen. In der Billig Version von WordPress kann man ja kein PDF Plugin installieren.. Deshalb habe ich ja von meinen gelöschten Beiträgen zum archivieren Screenshots gemacht.

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