Petri Heil!

Früher

Als Junge durfte ich oft meine Ferien auf dem Hausboot meines Onkels verbringen. Das lag damals auf dem Main in Miltenberg, nahe der Brücke. Das Hausboot diente außer als Wohnung, noch einer Bootsvermietung als Existenz und mit einem kleinen motorisierten Ausflugsboot wurden auch Rundfahrten mit Ausflüglern von dort unternommen. Ein Spielplatz der Extra Klasse für mich Großstädter. Klar, dass ich mit 6 Jahren schwimmen und sowohl Ruder-, als auch Paddelboote bewegen konnte. So ab 12/13 steuerte ich dann auch unter Aufsicht das Rundfahrt-Boot. Angeln war eine Selbstverständlichkeit.

Später hatte ich lange Jahre ein Aquarium in meinen Wohnungen und freute mich an dem bunten Treiben dessen Bewohner. Als ich dann, berufsbedingt, immer öfters und immer länger unterwegs war und ich den Fischen trotz Futterautomat, geregelter Beleuchtung und Wassertechnik die Einsamkeit nicht zumuten wollte verschenkte ich es an einen Jungen aus der Nachbarschaft. Der und dessen Eltern waren mir noch Jahre später dankbar.

So sensibel konnte ich sein, die Fische sind ja auch wer. Und wenn es bei Tisch eine Fischmahlzeit gab, deckte ich das Aquarium auch immer mit einem Küchenhandtuch zu – um die lieben Kleinen nicht zu verstören.

Heute

Eigentlich wollte ich schon immer ein eigenes kleines Boot haben. Es hat sich nicht ergeben. Dann kam unser Umzug an den Schweriner See. Und zu einem See gehört einfach ein Boot. Da stellte sich aber vor einer Anschaffung die wichtigere Frage der Unterbringung. Durch Zufall kam ich an den bereits beschriebenen Schuppen und die Welt war in Ordnung.

Der Schuppen steht auf dem Grund eines Angelvereins und da ist zum Erwerb die Mitgliedschaft Voraussetzung. In Ordnung. Doch jetzt kamen mir Gedanken an die Zeit meiner Jugend. Angeln gehört damals einfach dazu.

So besuchte ich Hochbetagter noch einmal eine richtige Schule, in deren Klassenräumen an Wochenenden diverse Kurse abgehalten wurden. Die zum Erwerb des Fischereischeins (früher Angelschein) gestellten Anforderungen hatte ich natürlich wieder einmal unterschätzt. Da musste ich ja richtig auswendig lernen. 5 Themenbereiche, insgesamt über 600 mögliche Fragen, von denen mussten bei einem 60er Bogen mindesten 45 richtig beantwortet werden. Und man konnte die Fächer, die einem besser lagen nicht mit anderen ausgleichen. All das, um einen Fisch an die Angel zu bekommen..

Jetzt ist über ein Jahr vergangen und ich habe immer noch keinen Fisch aus dem Wasser geholt. Nötiges Werkzeug habe ich: Einen Kescher, Köderfische aus Plastik, eine Zange zum Entfernen derselben und einen Totschläger um vorher das Leben des Opfers schonend zu beenden.

Alles da, bis auf die ANGEL. Vielleicht liegt´s daran.

6 Kommentare

    • Das ist vom Lehrgang noch so hängengeblieben. Mit dem Teil betäuben und Rübe ab. Könnte auch bei manchem Berliner Zweibeiner nicht verkehrt sein (bei denen in dem Kuppelaquarium, mit Sichtfenster oben). Ist aber nicht erlaubt..😉

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