Pfahlbau in Lübstorf

Die Geschichte der Pfahlbauten lässt sich bis in die Jungsteinzeit verfolgen. Entdeckt wurden Pfahlbauten (meines Wissens) erst um 1850 am Zürichsee, als dieser einen besonders niedrigen Wasserspiegel hatte. Es gibt aber für den Interessierten ausreichend Literatur und in Überlingen am Bodensee auch ein Pfahlbau Museum.

VENEDIG, ursprünglich ein Exil für Flüchtlinge aus den Ansiedlungen der Po Ebene. Diese wurden abwechselnd von Goten, Langobarden, Vandalen und sogar Hunnen „besucht“. Da flüchteten sie auf ihren Fischerbooten aufs Meer und einige hatten wohl die Schnauze voll und kehrten nicht mehr aufś Festland zurück. Die litten dann, wegen des schlammigen Untergrundes in Ufernähe, unter den Malaria Stechmücken. Findig entwickelten sie ein System von Kanälen um Wasser ablaufen- und frisches zukommen zu lassen. Auf Millionen (!) von Pfählen erbauten sie dann Venedig.

Schloss Schwerin, ursprünglich eine slawische Wallanlage, auf einer ufernahen Insel im Schweriner See, auf hölzernen Füssen errichtet. Dann im 15. Jh. der Umbau von der Burg zum Schloss und im Laufe der Jahrhunderte gewachsenen, zu dem heutigen Bauwerk. Dieses wurde nach vielen Um- und Neubauten 1857 endlich fertiggestellt. Es steht auf einigen 100 Pfählen. Diese wurden größtenteils durch Stahlbetonpfähle ersetzt. Einige Gebäude haben aber auch noch heute „Holzfüße“.

WISMAR bekommt gerade einen neuen Pfahlbau. Im Bereich des Alten Hafens entsteht ein Neubau mit Premium Ferienwohnungen, Gastronomie mit Dachterrasse, Wellness, Sauna und Beautybereichen. Und natürlich, zu einem Kaufpreis auf Anfrage. Der ganze Komplex steht auf 142 Pfählen, die ca. 30m in den Boden gerammt wurden.

etwas bescheidener -Lübstorf

Mein Bootsschuppen steht auf deutlich weniger Pfählen. Und an denen nagte der Zahn der Zeit. Da gab es eigentlich nichts mehr zu reparieren. Und da der Neubau eines Bootschuppens, dank unserer Verbieter und Regulierer, nie mehr gestattet wird, gab es nur eine legale Lösung. Austausch der Pfähle und Tragebalken. Ein Neubau wäre deutlich einfacher und kostengünstiger gewesen. Was sollś, es ist ja nicht das Geld unserer Feudalherren..

Erschwerend bei der ganzen Angelegenheit ist die Tatsache, dass es sich um eine Reihenanlage handelt. Da ist es wie bei Eigentumswohnungen, der eine will und der andere nicht, renovieren. Also muss dann auch alles, nach allen Seiten abgestützt werden um seinen Schuppen einzeln zu bearbeiten und keinen seiner Nachbarn zu schädigen. Da braucht es schon Spezialisten

Aber es ist geschafft. NERINGA kann schöner wohnen.

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