GÜSTROW

ist ein Ort, wo man leben kann – trotz Italien

diese Aussage traf Ernst Barlach

„..In Gold ein stehender, nach links gewendeter, hersehender schwarzer Stier mit zwischen die Hinterfüße genommenem Schweif vor einem nach rechts gelehnten grünen Baum, oben mit vier fünfzackigen Blättern, unten mit einem fünfzackigen und einem dreizackigen Blatt.“

Warum da ein Stier im Wappen ist verstehe, wer kann. Der Name Güstrow kommrt eigentlich aus dem Alt-Polabischen (Gus’c’erov) und leitet sich von Eidechse ab..

Bereits 1228 wurde Güstrow zur Stadt erklärt. Und weil die dazu ausgestellt Urkunde verlorenging, erfolgte die Gestaltung des Wappens nach dem ältesten auffindbaren Siegel aus 1293. Historiker gehen davon aus, dass das Wappen vor dem 30 jährigen Krieg einen goldenen Hintergrund besaß. Grün und Gold sind die historischen Farben Güstrows – unabhängig vom Farbenspiel der derzeitigen politischen Parteien.

Güstrow nennt sich selbst Barlachstadt und das zurecht. Der Bildhauer, Graphiker, und Dramatiker Ernst Barlach ließ sich 1910 hier für 30 Jahre nieder. Gleich drei Museen erinnern daran und im Dom gibt es eine von ihm geschaffene Skulptur Die Schwebende zu bewundern.

Es war unser erster Besuch dieser Stadt und da diese nur 60 km von Bad Kleinen entfernt ist, werden noch weitere folgen. Es gibt einfach zu viel zu sehen und so haben wir uns erst einmal einen groben Überblick verschafft.

Rathaus, St. Marien Kirche und Dom, dazu das 1671 fertiggestellte Schloss mit sehenswertem Schlosspark. Die gesamte fein herausgeputzte Altstadt -einfach zu viel für einen Tag..

Da der Bischof Otto von Bamberg bereits 1128 zwei Priester nach Güstrow entsandte, musste die Stadt also schon länger existiert haben. Aber ob 1100 oder 1128, erlebt hat diese Stadt wirklich schon viel. Von der Burg der Herren von Werle bis zur Herzoglichen Residenz im 16./17.Jh., wie immer auch einige Stadtbrände (einem fiel auch die Burg zum Opfer). Das katholische Leben in dieser Stadt beendete 1530 die Reformation. Das war wohl auch gut so, der Verfall der Sitten des Kollegiatsstift trugen zu dieser Umkehr bei.

Herzöge und Wallenstein bekriegten sich und nachdem die Güstrower Herzogslinie 1695 erloschen war gab es 1701 den Hamburger Erbvergleich. Bezüglich des Großen Nordischen Kriegs, gab es 1712 Waffenstillstandsverhandlungen unter Beteiligung von Zar Peter I (der Große), Kurfürst August II (der Starke) und dem schwedischen General Steenbock. 1806 besetzten die Truppen Napoleons I die Stadt, was deren Einwohner gar nicht gefiel. Das Landesdenkmal für die Befreiung von diesen ungebetenen Gästen steht in unmittelbarer Nähe des Schlosses.

Das Schloss wurde nach einem Brand der mittelalterlichen Burg von Herzig Ulrich zu Mecklenburg 1558 als prachtvolle Residenz neu aufgebaut. Dass in den Adern des verantwortlichen Architekts italienisches Blut floss, ist unübersehbar. Bei einem Brand 1598 wurde leider ein Burgflügel zerstört und ein neuer Hofbaumeister kam aus den Niederlanden. Ein anderer Niederländer fügte dann noch Erweiterungen zu, angelehnt natürlich an Vorbilder aus seinem Heimatland. Der Schlossgarten wurde 1570 angelegt und erfuhr einige Umgestaltungen.

In der Altstadt wird noch einiges renoviert, das Gesamtbild ist aber fast komplett. Bedauerlich ist der Zustand der Kaiserlichen Post. Dieses markante Gebäude hätte mehr Aufmerksamkeit verdient und keine „Vermietung zu Gewerbezwecken..“

Auf jeden Fall war es ein gelungener Ausflug an diesem Novembertag, der noch die Farben des Indian Summers trug. Wiederholung folgt. Schon wegen Barlach und den Museen..

2 Kommentare

    • Danke, wir hatten mehr Zeit einplanen sollen. Glücklicherweise ist von uns aus nicht so weit weg. Mittlerweile dekorieren die dort auch schon für den Weihnachtsmarkt und da kann man das dann verbinden.😀

      Liken

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.