Pilger-Kloster Tempzin

„der da Oben, wennś ihn denn gibt“ wohnt überall – es muss nicht unbedingt Santiago de Compostela sein, um anzukommen. Der Weg zu IHM, oder zu jedem Einzelnen selbst, beginnt vor der eigenen Haustür. Und man sagt ja, der Weg sei das Ziel (glaube ich nicht, denn dann würde er ja auch Ziel heißen..).

Seit Hape Kerkeling ś Bestseller (ein wenig Zweifel, ob er das auch alles wirklich so buchstabengetreu erlebt hat, ist bei mir immer noch latent vorhanden), ist ja pilgern „IN“ geworden und der Besagte hat mit seinem Buch einen Boom auf dem Jakobsweg ausgelöst, der (im Verhältnis) nur noch von den Mt. Everest Erklimmern getoppt wird..

Zugegeben, auch mich hat seinerzeit das Buch fasziniert und fast angesteckt. Bescheiden. wie ich nun ‚mal bin, begnügte ich mich aber mit dem Lahn Camino (den gibt es wirklich) und nach Ankunft in Lahnstein konnte ich an der Pforte einer Kirche lesen, dass es von da aus – nur noch 3.500 km nach Santiago sind..

Das Pilger Kloster Tempzin war eine Zwischenstation auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Schon 1341 begab sich die Hl. Brigitta von Schweden auf den Pilgerweg nach Spanien und ihr Weg führte durch das heutige Vorpommern.

Das Kloster wurde im Zuge der Christianisierung Mecklenburgs 1222 von Fürst Bowin als Präzeptorei (so einer Art Schule..) und Hospital gegründet. Die Stiftung erfolgte in Anwesenheit zweier Antoniusbrüder aus dem Mutterkloster in Grünberg in HESSEN (!!!). Damit ist das auch der erste urkundliche Nachweis über die Existenz der Grünberger Antoniter.

In Folge der Reformation wurde das Kloster 1552 aufgehoben und der Besitz ging an den Landesfürsten über. Tempzin wurde zu einer landwirtschaftlichen Domäne. Die Anlage geriet in Vergessenheit und über Jahrhunderte gab es keine Baupflege. Erst 1994 wurde ein Verein Pilger Kloster gegründet und die Anlage wird wieder als Kloster betrieben.

Immer wieder faszinieren Baukunst und Kunstwerke. Man muss sich einfach einmal die Zeit und die technischen Möglichkeiten der Erbauer vor Augen halten. Und die künstlerische Ausgestaltung, die auch irgendwo von der Gläubigkeit der Schaffenden zeugt, ist allemal ein Nachdenken wert.

Auch wenn man keiner Religionsgemeinschaft angehört ist ein Besuch in so einem Kloster keine Zeitverschwendung. Hier in Tempzin gibt es auch für „weltliche“ Besucher Veranstaltungsprogramme und auch die Möglichkeit sich ein paar Tage von der Alltagshektik zurückzuziehen.

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