U Bahnhof Rathaus – in Wittenburg..

ein Relikt aus der Installation Potemkinsche Große Strasse, des Künstlers und Akteurs Prof. Ton Matton verblieben ist die fiktive U Bahn Station. Das Stadtwappen schmückt sich mit einem Stadttor, das es vielleicht früher wirklich einmal gab. Es stimmt fröhlich.

Dabei hat Wittenburg, in der Nähe des Schaalsees, so ziemlich alle Höhen und Tiefen seit seiner vorgeschichtlichen Zeit erlebt. Da ließen sich schon zu Zeiten der Völkerwanderung ein Stamm der Polaben nieder. Und dieser Teilstamm der Abodriten hielten das Gebiet bis 1141.

Was man als Hessse , eigentlich eher mit den Römern vertraut, noch so alles dazulernt..

Heinrich der Löwe übergab das Land dann einem sächsischen Grafen, so um 1140 als Grafschaft Ratzeburg. Das kam nicht so gut an . Im Zuge des Slawenkreuzzuges wurde die Burganlage zerstört und eine kleine deutsche Ansiedlung errichtet. Als Grenzstation zu den Abodriten. Diese wiederum, wurde unter dem Kommando der Abodriten Prisbilaw und Werislaw eingeäschert. Die beiden überfielen auch erfolgreich Lüneburg und konnten dadurch ihren Vater Niklot freipressen. Später kamen dann die Witten und bauten wieder eine Burg. Da kam es dann auch zu ersten Ansiedlung deutscher Kolonisten. Bis zur Stadtgründung wurde munter weitergekämpft.

Den 30 jährigen Krieg und die Pest, Einquartierungen und Plünderungen, alles mussten die Einwohner ertragen. Auch den 1. Februar 1642, als Kroaten die Stadt im Sturm nahmen, furchtbar hausten und die Einwohnerzahl auf 100 reduzierten. 1657 brannte dann auch noch fast die gesamte Stadt, bis auf drei Häuser, nieder. Brände waren damals ja nichts ungewöhnliches und es wüteten dann noch zwei Stadtbrände.

1735 verpfändete Herzog Christian Ludwig II die Stadt an den Kurfürsten Braunschweig-Lüneburg, als Folge der Reichsexekution, die sein Bruder verursacht hatte. Es folgten 33 Jahre Besatzung und der Freikauf für eine Million Thaler.

Nur knapp 40 Jahre später, im November 1806, begann dann die Besetzung durch Napoleon Bonaparte. Dem gefiel die Lage an der großen Heerstraße zwischen Bolzenburg und Schwerin. Eine günstige Station für seine Truppenbewegungen und Einquartierungen.

Gab es auch keine Kampfhandlungen im 2 Weltkrieg, Bombenabwürfe forderte doch einige Todesopfer. Nach der Kapitulation besetzten zunächst amerikanische und britische Truppen die Stadt – dann kamen die Russen..

Heute lebt die Stadt durch ihre direkte Anbindung an die BAB 24 Hamburg – Berlin. Attraktive Gewerbeflächen habe Industrie und Investoren angelockt. Sogar ein Alpincentrum, für die norddeutschen Ski Asse und die, die es werden wollen, gibt es am Stadtrand. Die Stadt lebt.

Einen Schönheitspreis hätte das Rathaus verdient. Es gleicht einem Schloss. Die doppelläufige Treppe, der Bogengang und die vier Türme – das hat schon was.

Der Bau entstand 1852 nach Plänen, angelehnt an den englischen Tudorstil, eines Schweriner Hofbaurats und zählt heute zu den bedeuteten Bauwerken aus der Zeit des Historismus. 1996 wurde es umfassend saniert und gefällt.

Die Stadtkirche St. Bartholomäus wurde in der zweiten Hälfte des 13 Jhd. erbaut. Leider, wie heutzutage die meisten Kirchen, verschlossen und so konnten wir nur ein paar äußerliche Eindrücke mitnehmen.

Das Museum MehlWelten ist eine Einladung an Müller, Mehl- und Brotfreunde.Das lebenswichtige Grundnahrungsmittel ist zwar in aller Munde, aber nur selten im Bewusstsein. Schade, dass wir am Feiertag hier vorbeikamen, zur Öffnungszeit hätten wir das Innere bestimmt besichtigt. Aber soo weit von Bad Kleinen ist es ja nun auch wieder nicht, deshalb im Hinterkopf gespeichert..

Wittenburg ist eine kleine Stadt mit wechselvoller Geschichte, die einen Besuch lohnt.

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