Gadebusch

Im Isfriesischen Teilungsvertrag von 1194 als Godebuz erwähnt. Diese Schreibweise veränderte sich in Chotebuz, Godebusch und schließlich 1514 in Gadebusch.

So ziemlich die gleichen historischen Begebenheiten, wie auch im nicht weit entfernten Wittenburg, fanden in Gadebusch statt. Allerdings wurde Gadebusch schon 1225 das Stadtrecht verliehen und somit ist Gadebusch eine der ältesten Städte Mecklenburgs.

Um 1220 begann man mit dem Bau der St. Jakob Kirche, das Rathaus entstand 1340. Von Beginn an hatte die Stadt auch das Münzrecht. Ein Denkmal neben der Kirche erinnert daran. Im Großen Nordischen Krieg trafen 1712 Dänemark und Schweden hier aufeinander, in der Schlacht von Gadebusch.

Laut einem Auszug aus dem Hexenmuseum Penzlin wurden hier 37 Menschen in Hexenprozessen angeklagt, verurteilt und hingerichtet. Sanktus !

Immerhin hat die Stadtvertretung von Gadebusch schon am 14. Dezember 2015 (kein Tippfehler!) die Opfer der Hexenprozesse rehabilitiert..

Schloss Gadebusch, ein Renaissanceschloss von 1673. Ein seltenes Beispiel aus der Backsteinrenaissance mit Reliefs im regionalen Johann Albrecht Stil. (Wikipedia)

Das Schloss ließ um 1579 Christoph von Mecklenburg, der erste protestantische Herrscher in dieser Gegend, errichten. 1734 bis 1768 sassen hier die Hannoverischen Truppen.. Nach ihrem Abzug wurde der Bergfried abgerissen. Im 19. Jhd. diente es als Amtshaus. Zu DDR Zeiten fungierte es als Museum, Theater und Amtsgericht.

Im Zuge der, zu Recht umstrittenen, Privatisierung von DDR-Staatsvermögen ging das Schloss „für´n Appel un en Ei“ an einen Privatinvestor aus Würzburg (Bayern !) -für den „Kauf“ reichte dessen Portokasse, 50.000 D Mark !! – dafür bekam man noch nicht einmal einen ordentlichen Mercedes Benz..

Der menschenfreundliche Investor reichte das Schloss an den Verein (HoffnungsGuT) weiter. Es sollten Wohnungen entstehen „für Menschen über 55 Jahre“ und auch eine Art Frauenhaus und, und und..

Derzeit gibt das Schloss ein mehr als trauriges Bild ab. Ende offen..

Da erging es dem Gadebuscher Bahnhof doch noch etwas besser: Die Großherzoglich Mecklenburgische Friedrich-Franz-Eisenbahn eröffnete 1897 diesen Bahnhof und damit war Gadebusch an das Gleisnetz angeschlossen.

Im Zuge der Reorganisationen bei der Deutschen Bundesbahn war dieser schmucke Bahnhof plötzlich überflüssig. Der langt ja heute ein Haltesignal mit Wartehäuschen..

Ein Abriss blieb ihm erspart, eine Gaststätte mit „Schlafwagen Hotel“ erinnert an frühere Zeiten.

6 Kommentare

  1. Dorthin bzw. nach Klein Hundorf hat es mein Töchting verschlagen und es ist meine Endstation, wenn ich von Frankfurt bzw. Hanau aus anreise. Mcpom gefällt mir landschafltich zwar sehr gut, aber mir fällt die Wärme -:)))

    Abendlicher Gruß vom Dach in Hanau, Karin

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    • Der Klimawandel ist doch auch hier schon angekommen. Indian Summer am 10.Nov. Hätten wir hier noch Taunus, Spessart, Odenwald und Vogelsberg – es wäre das Paradies.. Grüße zurück nach Komödie und Schloss Philipsruhe. Und an den Main, an meinem vorletzten Tag in Hessen habe ich mit meinem nun Ex Nachbarn eine Etappe des Mainradwegs nach Miltenberg absolviert. Aber eigentlich ist es überall schön, wo die Leute angenehm sind.😊😊

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