HEILIGENDAMM, nicht so ganz heilig

finanziell schon immer auf Sand gebaut..

Warum hat Deutschland noch kein Seebad“ fragte 1793 ein Professor, in einem Beitrag über den Nutzen des Badens im Meerwasser.

Und der Herzog war von diesem Artikel wohl so angetan, dass er noch im gleichen Jahr höchstpersönlich in die Fluten stieg. Daraufhin wurde in Heiligendamm das erste Badehaus errichtet und 1794 eröffnete er dann die erste Badesaison.

Zur Finanzierung verkaufte er dem König von Oranien 1.000 Männer für dessen Heer..

Nicht ganz so spektakulär, aber mit ähnlicher Unverfrorenheit, ging es dann stets weiter. Es war mir ein Vergnügen in der Vergangenheit dieses Vorzeigeobjekts unserer Kanzlerin zu stöbern. Wikipedia ist da eine wahre Fundgrube.

Als ich 2007 das Mal das erste Mal diesen Komplex besichtigen wollte, tagte gerade die Elite der G8 in diesen heiligen Hallen. Eine Absperrung im Umkreis von rd. 13 km machte mein Unterfangen unmöglich.

Die Liste der Investoren und die der Pleiten ist fast einmalig. Bekannte und weniger bekannte Investoren übergaben sich gegenseitig die Schuldscheine. Glücklicherweise war ich in der „Wendezeit“, oder besser Goldgräberzeit genannt (aber nur für „Wessis„), nicht gut bei Kasse. Vielleicht hätten mich die Gewinnversprechen, einiger skrupelloser Glücksritter, von bis zu 14 %, auch in Versuchung gebracht, bei diesem Monopoly mitzumachen. Im kleinen Bereich natürlich. Aber genau diese Kleinanleger, zu der ich „mangels Masse“ dann doch nicht gehörte (manchmal richtig schön, wenn man kein Geld hat..), verloren ihren Einsatz total. Und müssen nun genau den Umweg zum Strand nehmen wie alle Nicht Hotelgäste – betrachten dürfen sie aber ihr Geldgrab..

Was aus den Spielern am ganz großen Rad geworden ist wurde nicht veröffentlicht. Ich denke, wenn man ein Objekt mit einem Verkehrswert von rund 500 Millionen für 18 Millionen bekommt, muss man auch nach der schönsten Pleite nicht zum Sozialamt. Verdient haben mit Sicherheit Banken, Anwälte und Makler – ich mit meiner schmutzigen Krämerseele, darf gar nicht erst an die allgemein üblichen Provisionsabrechnungen denken. Und verdorben, wie mich nun einmal das ehrbare Kaufmannstum gemacht hat, schon gar nicht an die „inoffiziellen“ Gefälligkeiten.

Derzeit wird die sogenannte Perlenkette an Villen für ca. 70 Millionen wieder hergestellt, bezw. nachgebaut. Ob Ferienwohnungen oder ganzjährig bewohnbar, ist für mich nicht so relevant. Eine Wohnung für mindestens 1,5 Millionen liegt geringfügig außerhalb meines Etats. Da nutzt mir auch die vom Staat gewährte 7 oder 10er Abschreibung nicht viel.

Frage des Tages: Wie unmoralisch ist es von mir, zu denken, dass Leute, die sich so etwas leisten können, ein Förderung nicht unbedingt benötigen?

Wie dem auch sei: Wer Reiche gucken, oder sich an überrestaurierten Gebäuden erfreuen will, der ist hier richtig. Wenn das der Großherzog noch erlebt hätte..

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