Kleinkunst ganz groß

Kultur (schock)

Bad Kleinen ist ja nicht unbedingt der Nabel der Welt, aber hinter´m Dorf wohnt man hier auch nicht. Zumindest nicht kulturell. Die räumliche Nähe zu Wismar mit seinen einzigartigen, auch zu kulturellen Zwecken geöffneten, Kirchen und keinen Kilometer weiter, in der entgegengesetzten Richtung, die Schweriner Staatsoper. Im Sommer auch noch mit den Schloss Festspielen. Das ist schon recht kommod.

Aus der Erkenntnis, dass schlechteste Theater nicht einmal in einer Staatsoper begeistern kann, gutes jedoch nicht von der location abhängig sein muss, holte man sich hier auch dieses Jahr wieder die schon seit 1925 bestehende Niederdeutsche Bühne Wismar in die örtliche Mehrzweckhalle. Wie auch schon im Vorjahr. Wohl schon immer, ich habe vergessen zu fragen (ich lebe ja noch nicht so lange hier..).

..und die bringt ihre Freude PLATTDÜTSCH unter die Leute

kaum was verstanden, aber trotzdem gut !

Ich hatte schon im vorigen Jahr das Vergnügen. Und auch da hatten wir zwei „Eingeborene“ als Begleitung. Zum dolmetschen. Die brauchten wir, oder zumindest ich, auch.

Ein Hesse und Plattdeutsch passen so toll zusammen wie ein Herr Boris B und Geld, Politik und Wahrhaftigkeit oder Feuer und Wasser..

Mit höchster Konzentration, so ungefähr 30 % der gesprochenen Worte verstehend, konnte ich mich – nicht zuletzt dank der gezeigten schauspielerischen Leistungen, in die Handlung hineinfinden und „De Dood vun de Yuccapalm“ wirklich genießen.

Kleinkunst – ja bitte

Es ist die Volksnähe, die ein Volkstheater ausmacht -sonst hieße es ja auch nicht so. Die oft lokalbedingt, engere räumliche Nähe, kommt dazu und meist sind die Akteure keine Vollprofis. Was für mich absolut kein Nachteil ist. Denen sieht man nämlich noch die eigene Freude am Spiel an. Und logischerweise überträgt die sich dann auch auf die Zuschauer, bzw. Zuhörer. Ich darf da auf meinen vorigen Beitrag über die Aufführung eines Jugend Gospelchors in Hohen Viecheln verweisen. Da war ich restlos begeistert. Und ich habe schon einige höchst professionelle, internationale Gospelchöre besucht. Um dann letztendlich, für deutlich höheren finanziellen Aufwand, auch nicht mehr Freude mit nachhause zu nehmen..

Das Frankfurter Volkstheater, das dortige Fritz Remond Theater oder auch die gebotene Kleinkunst meines ehemaligen Nachbarn, Dany Bober (lohnt sich den Namen ‚mal zu googeln), das sind Erinnerungen die Bestand haben. Eine misslungene Shakespeare Aufführung im Schweriner Staatstheater auch – die war so miserabel (es lag wirklich nicht an den Schauspielern), dass ich heute noch der Meinung bin, dass irgendwo das Buch, das dem Stück seinen Namen gab, verwechselt wurde. Und das ist eine „Profitheater“. War aber auch der einzige Ausreißer bisher und für die Sylvester Vorstellung besitzen wir die Karten schon..

PLATT sprechen werde ich zwar nie lernen, verstehen kann man üben.. Übermütig (von meinen 30%) ist jetzt der Besuch eines Gottesdienstes geplant. Von wegen nichts ungewöhnliches, machen sonntags doch viele Christen – doch: erstens bin ich nicht evangelisch und: der Gottesdienst wird abgehalten in PLATT !

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