saturday for more – Gospelchor einer Jugendkirche

religiöse Musik – auch für Nicht- oder Andersgläubige

vorgetragen vom Gospelchor der Jugendkirche Rostock in der gotischen Backsteinkirche von Hohen Viecheln.

Die „location“ ist es wert, in einem von mir eh‘ noch geplanten, besondern Beitrag beschrieben zu werden. Initiator, bzw. Veranstalter war die dortige evangelische Kirchengemeinde. Und die ist bemerkenswert aktiv. Begeisterte 2018 der Gospelchor Plate, so waren diesmal Jugendliche aus Rostock, die Hauptakteure eines wahrlich außergewöhnlichen Chorkonzerts.

GOSPEL – eine Musikrichtung, die sich Anfang des 20. Jhd. aus dem Negro Spiritual und Elementen von Blues und Jazz zusammensetzte, ist voller Emotionen und bedient so ziemlich jedes Gefühl: Freude und Trauer, Schmerz, Hoffnung, und Glaube. Da kommen unwillkürlich Gedanken auf, an die damals versklavten Südstaaten Arbeiter in den Cotton Fields – down in Louisiana (auch wenn dieser Song nicht Bestandteil des Repertoires war).

Ich selbst bin überhaupt nicht musikalisch. Mein erster und letzter „öffentlicher Auftritt“ fand bei meiner Einschulung statt. Ergebnis beim Vorsingen vor dem künftigen Musiklehrer, casting nennt man so etwas wohl heute: setzen – 6

Mir fehlt wohl das musikalische Gehör, obwohl ich Freude beim Zuhören empfinde. Oder eher das Taktgefühl (zumindest beim Versuch zu tanzen). Mein Bruder wiederum kann singen, auf Anhieb jedes Instrument spielen und war nicht ganz erfolglos bei Turniertänzen. Ich dagegen hatte lediglich ein feines Gehör für die Höchstdrehzahlen meiner Rennmotoren..

Freude pur

vermittelten die Akteure. Selten beeindruckten mich junge Leute so, wie diese (wohl kaum Freitags Schulschwänzer und wenn doch, da könnte sogar i c h darüber hinwegsehen..), auch mit sichtlicher Freude singenden Gruppe. Da gab es wohl hervorragende und Gänsehaut verursachende Solos, aber stets eine geschlossene Gemeinschaft, der man das, was sie interpretierten auch abnahm.

Es sind naturgemäß nicht die „schwarzen“ Stimmen aus meiner Erinnerung (für Moral Talibans: ich habe das Wort nicht negativ besetzen wollen!) an viele besuchte Konzerte, die klingen naturgemäß etwas anders, sehnsuchtsvoller vielleicht – oder noch überschäumender bei den Lobgesängen.

Mitgenommen haben diese jungen Leute ihre Zuhörer in dieser stimmungsvollen Umgebung auf jeden Fall. Da klatschte man einfach mit, da gab es Gelegenheiten zum mitsingen (selbst für mich – natürlich etwas dezenter..). Das war Freude pur.

zum Nachdenken angeregt (darf ja in der heutigen Zeit und in einer evangelischen Kirche nicht fehlen): ein mahnender Hinweis, über die momentane Lage und die zu erwartende Zukunft dieser und aller jungen Leute. Auch was der Einzelne, mit nur kleinen Änderungen seiner Lebensgewohnheiten, zur Sicherung dieser momentan nicht so rosig erscheinenden, Zukunft beitragen kann. Ohne Forderungen zum Totalverzicht! Der trug zum Nachdenken und auch zum Verständnis mehr bei, als das Geschrei mancher Freitags Schulschwänzer Schreier und deren Protagonisten. Eine win-win Situation für die Vortragende und auch den mündigen Zuhörer. Geht doch!

He´s Got the Whole World in His Hand – ein 1927 erstmals veröffentlichter afroamerikanischer Spiritual, von Laurie London 1957/58 zum internationalen Hit gebracht – ich erinnere mich noch genau, wo ich ihn in dieser Zeit zum ersten Mal hörte – in einer kleinen Dachwohnung, meiner Mutter in der Küche beim bügeln zuschauend. Dieser Song wurde für mich unvergesslich und war für mich jetzt, in Hohen Viecheln, das Highlight.

Vielleicht auch für „den da Oben, wenn´s Ihn denn gibt“ ..

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