Sonn‘ im Herze un en Äppler im Riwweler

eigene Ernte..

Was soll´s, die Sonne kam heute nicht ´raus. Das sollte uns aber nicht verdrießen. Der letzte Septemberwind hat nicht nur, die Blätter vom Baum genommen (wie es in einem Schlager aus meiner Jugend besungen wurde. Er hat auch den letzten (von drei ) Apfel (Äpfelchen) von unserem, im vorigen Jahr gepflanzten, Bäumchen entfernt.

Das Beste was ein Apfel werden kann hieß es im Werbespruch einer Kelterei meiner Heimatstadt (keine Schleichwerbung – als „halbechter Frankfurter “ bevorzugte ich die Selbst gekelterten „Stöffchen“ meiner Nachbarn). Dass ich, wie auf dem Glas zu lesen, hin und wieder am traditionellen „Rödelheimer Volksradfahren“ teilnahm, entsprang meiner eigenen Verbundenheit zum Radsport.

Beim Betrachten der Jahresernte unseres, vor 18 Monaten eingepflanzten, Bäumchens kam mir doch auch gleich der Gedanke an eine eigene Herstellung des von mir so vermissten Frankfurter Nationalgetränks.

Nur zwei Gründen ließen mich aus diesem Traum erwachen: Ein paar Äpfel mehr braucht es ja doch und bis das Bäumchen endlich groß ist und, falls überhaupt, so viele trägt, ist meine eigene Zeit ja längst vorbei. Noch viel schlimmer: Die, meinen neuen Nachbarn angebotene Test-Verkostung, dazu „Handkäs mit Musik„, zeigte mir deren Höflichkeit. Die tranken tatsächlich ohne eine Mine zu verziehen einem Schoppen. So richtig begeistert, hätte aber anders ausgesehen. Weise erkannt, den Bierkasten in die Mitte gestellt – und jeder war froh und musste nicht heucheln..

Aber – selbst wenn ich es einfliegen lassen müsste: Hin und wieder verlangt es nach dem, inzwischen modern und Yuppiehaft auch „Äppler“ genannten, Stöffche.

Erklärungen: Meine follower aus der alten Heimat wissen um was es geht – für alle Anderen: Der im Bild zu sehende Bembel ist ein Steinkrug aus dem Westerwälder Kannenbäckerland. Es gibt ihn in mehreren Größen und in de Äppelwoikneipe (Apfelwein Lokale) bestellt man dann, je nach Personenzahl oder eigenem Durst, einen 4er, 6er oder 8er (oder größer)- mehr Worte braucht man der Bedienung nicht zu sagen. Der Krug hat den Vorteil, dass man sich, je nach Bedarf, selbst einschenken kann und das Getränk im Bembel kühl bleibt. Über den Äppler /Apfelwein, ein Wein, der selten oder vielleicht auch gar nicht, in den Weinführern erwähnt wird, sagt man,, das Fremde ihn erst nach dem 7. Glas mögen, wenn überhaupt.. Das Wort Riwweler“ kennen eigentlich nur original Frankfurter, es gibt da in einem Vorort sogar ein Lokal das so benannt ist – nach dem gerippten Glas aus dem das Stöffche getrunken wird. Also der „Schoppe„, ein Glas Apfelwein. Der erwähnte Handkäs mit Musik ist ein Harzer mit Essig, Öl und viel, viel Zwiebeln angemacht. Letztere sorgen für die „Musik“..

2 Kommentare

  1. Jetzt hast Du aber wieder „Suchten“ geweckt, mein Lieber! 😀
    Im Sommer habe ich ihn schon manches mal vermisst, einen Schoppen Äppler. ; meine Nachbarin brachte mir hin und wieder ein Fläschchen vom Besuch bei ihren Eltern mit.
    Aber alles kein Vergleich zum frisch aus dem Fass. In Bad Camberg, wo ich einmal viele Jahre verbrachte, trank ich ihn oft schon zum Frühstück. 😆
    Liebe Grüße,
    Werner

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