„Location“ St. Georgen – Wismar

Eine Kirche hat überlebt

Diese Basilika, deren Bauzeit so ungefähr 200 Jahre betrug, ließ sich glücklicherweise auch von zwei Luftminen, sinnlos (wie Kriege überhaupt) im April 1945, kurz vor Kriegsende noch abgeworfen, nicht restlos zerstören.

Da ich erst relativ neu in diese Gegend gezogen bin und wir im Westen ja so gut wie überhaupt keine Informationen über die DDR vermittelt bekamen, kann ich nur ahnen, wie traurig dieser mächtige und beeindruckende Bau, über Jahre ohne Dach, dem drohenden Verfall entgegensehen musste.

Man hat St.Georgen gerettet. Und das ist wirklich gut so!

Dies erinnert an die (nun nicht mehr „unsere“) Frankfurter Alte Oper. Deren Schicksal war ja ähnlich (die Dimension des Bauwerks allerdings deutlich kleiner) und ein komplett durchgeknallter SPD Oberbürgermeister kam seinerzeit sogar auf die Idee, die Ruine zu sprengen und auf dem Gelände ein Parkhaus zu errichten. Erst durch Spenden und dann durch die Vernunft einer neuen Stadtverwaltung erfolgte der Wiederaufbau und sie dient heute wieder DEM WAHREN SCHÖNEN GUTEN – wie es auch auf ihrem Giebel steht.

Wenn auch in St. Georgen (meines Wissens) keine Gottesdienste mehr stattfinden: Alleine der Aufenthalt in diesem gewaltigen Komplex und der Anblick der hoch aufragenden Säulen (der Gedanke an Ken Follelt´s „Die Säulen der Erde“ drängt sich geradezu auf) lassen vor Ehrfurcht innehalten, vor denen die das einst errichteten und vielleicht auch doch etwas vor „dem da Oben, wenn´s Ihn denn gibt„..

Chorfest statt Sängerkrieg

Durch eine Teilnehmerin informiert, statteten wir heute wieder einmal dieser einzigartigen Umgebung einen Kulturbesuch ab. Es stand ein Landes Chorfest auf dem Programm. Mehrere Chöre gaben ihr Können preis und erfreuten die Besucher der St. Georgen Kirche. Die wirklich imposante Kulisse dieser, neudeutsch genannten, „location“ verstärkte, wie auch bei allen unseren Besuchen vorher, wieder das Erlebnis des Gebotenen. Und zu diesen Besuchen gehörten sowohl Aufführungen der Gospel Singers, Peter Orloff mit seinem Kosakenchor, als auch „Jedermann“ von Hugo v. Hofmannsthal – man sieht, wir sind da in unserem „Kultur-Konsum“ sehr wertfrei..

Wismar, by the way

Was wäre ein Besuch Wismars ohne ein Gang durch die Altstadt – und natürlich auch zu den Fischbrötchen am Alten Hafen..

Ob die Idylle trügt weiß man vielleicht erst nach einem Besuch der Kanalisation, oder vielleicht doch besser, bei einem Blick auf die Ausgrabungen an der Marienkirche..

Und dass ein Kreuzfahrtschiff extra zum Besuch des Chor Fests angelegt hat, ist zwar durchaus möglich, aber nicht bewiesen..

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